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Selbstentzündung

Als Selbstentzündung wird im Brandschutz das Entstehen eines Brandes ohne äußere Zündquelle bezeichnet. Dabei entzündet sich ein Stoff infolge physikalischer, chemischer oder biologischer Prozesse selbst. Die dabei entstehende Wärme kann nicht ausreichend an die Umgebung abgegeben werden, sodass die Temperatur im Material ansteigt, bis schließlich der Zündpunkt erreicht wird und eine Entzündung erfolgt.

Im Unterschied zur Fremdentzündung – etwa durch offene Flammen, Funken oder heiße Oberflächen – entsteht die Zündenergie bei der Selbstentzündung im Material selbst. Voraussetzung dafür sind bestimmte Randbedingungen wie ausreichende Wärmedämmung, große Materialanhäufungen, Luftzutritt oder bestimmte Feuchte- und Temperaturverhältnisse.

Die Selbsterwärmung erfolgt typischerweise durch Oxidationsprozesse. Dabei reagieren Stoffe langsam mit Sauerstoff aus der Luft, wobei Wärme freigesetzt wird. Kann diese Wärme nicht abgeführt werden, steigt die Temperatur weiter an und beschleunigt die Reaktion – ein Prozess, der schließlich zur Entzündung führen kann.

Selbstentzündungen treten beispielsweise bei folgenden Materialien oder Stoffen auf:

  • ölgetränkte Lappen oder Reinigungstücher (z. B. mit Leinöl)
  • Heu oder Stroh bei ungünstiger Feuchte und Lagerung
  • Kohle oder Holzspäne in großen Lagerhaufen
  • bestimmte chemische Stoffe oder Abfälle
Im vorbeugenden Brandschutz spielt die Vermeidung solcher Prozesse eine wichtige Rolle, insbesondere bei Lagerung, Transport und Entsorgung potenziell selbstentzündlicher Stoffe. Typische Schutzmaßnahmen sind etwa die Begrenzung von Lagermengen, ausreichende Belüftung, Temperaturüberwachung sowie die getrennte und sichere Entsorgung ölhaltiger Materialien.

Die Kenntnis möglicher Selbstentzündungsprozesse ist ein wichtiger Bestandteil betrieblicher Brandschutzkonzepte und der Gefährdungsbeurteilung in Industrie, Landwirtschaft und Handwerk.

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