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Atlant

In der griechischen Mythologie ist Atlas ein Titan, also ein Riese, der den Himmel trägt, damit dieser nicht die Erde berührt. Ein Atlant ist eine Ableitung dieser Figur in die Architektur. Als überlebensgroßer, halbnackter kräftig-muskulöser Mann trägt er eine sogenannte Stützfigur ein Portal, einen Ziergiebel oder den Sturz über Türen und Toren. Atlanten können vollplastisch ausgeführt sein, aber auch als Halbreliefs mit der Wand bzw. der Umfassung der Tür verschmelzen. Atlanten lassen sich meist als spiegelsymmetrische Paare an Fassaden aus der Zeit des Historismus finden. Sie verweisen so einerseits auf die griechische Antike, symbolisieren also die klassische Bildung und den Status der Bewohner, gleichzeitig verdeutlichen sie die Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit der Hauskonstruktion.

Die weiblichen Gegenstücke heißen Karyatiden (Frauen aus Karyai), Kanephoren (Korbträgerin) oder Koren (Tochter). Die berühmtesten und am meisten kopierten Karyatiden sind die des Erechtheions (4. Jahrhundert v. Chr.) auf der Akropolis in Athen. Ursprünglich sind diese Frauengestalten mit einer Art langen weichen Umhang bekleidet, während sie im 19. Jahrhundert offensichtlich mit nacktem Oberkörper bevorzugt wurden.

Eine Mischform aus Stütze bzw. Schaft mit einem Oberkörper oder auch nur einem Kopf heißt Herme, benannt nach Hermes, dem griechischen Götterboten. Der Kopf des Hermes, der zugleich der Schutzgott der Reisenden war, saß in der Antike auf Wegweisern. Als Hermen werden jedoch alle Arten von diesen halben Figuren bezeichnet, männlich wie weiblich, die sowohl tragend in einer Fassade als auch freistehend vor oder in einem Gebäude stehen können.

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Karyatiden tragen den Fenstersturz eines Erkers, sanierte Fassade Berlin Prenzlauer Berg

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