Kamelit
Kamelit, auch Kamilit, war der Handelsname für einen Steinwolle- oder Schlackenwolledämmstoff in der DDR. Er kam beispielsweise als Kerndämmung bei dreischichtigen Betonaußenwandplatten zum Einsatz, die zahlreich für den Großwohnungsbau (die sogenannten Plattenbauten) hergestellt wurden. Es gab jedoch auch Matten und Bahnen, Rohrschalen, Schnüre (!) sowie lose Wolle als Stopf- und Sprühdämmung für ein großes Spektrum von Bauaufgaben. Kamelit wurde als leicht zu verarbeiten, nicht-brennbar, temperaturbeständig und kostengünstig beworben. Historischen Prospekten zufolge liegt die Wärmeleitfähigkeit λ etwa bei 0,027 bis 0,035 W/(mK).
Heutzutage werden die lungengängigen Fasern dieser Mineralwolle als krebserzeugend eingestuft. Da Kamelit vor 1988 hergestellt wurde und somit zu den sogenannten alten Künstlichen Mineralfasern (KMF) zählt, ist die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 521 anzuwenden. Um keinen Kamelitfaserstaub freizusetzen, sind die Vorsichtsmaßnahmen für Sanierungs-, Rückbau- und Abbrucharbeiten entsprechend hoch. Bei Großwohnungsbauten werden beispielsweise zunächst die Platten möglichst zerstörungsfrei demontiert und dann unter ständiger Befeuchtung Wetter- und Tragschale getrennt. Anschließend wird der Dämmstoff aufgenommen und luftdicht in sogenannten KMF Big Bags verpackt. Zuletzt werden die Betonplatten mit Wasserdruck gereinigt.
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