Thomas-Mann-Gymnasium in München
Lernhäuser, Lichthöfe und ein Sport-Dach
Nach dem Konzept des sogenannten Münchner Lernhauses haben die Architekten von h4a das Thomas-Mann-Gymnasium im Zentrum von München-Obersendling entworfen. Geschickt nutzten sie den kompakten urbanen Raum, indem sie einen sechsgeschossigen Gebäudeblock an der Aidenbachstraße platzierten, der durch Lichthöfe und ein Atrium gegliedert ist. Er bildet den westlichen Abschluss des etwa 1,4 Hektar großen Grundstücks. Auf der gegenüberliegenden Seite im Nordosten ist eine Sporthalle teils ins Erdreich abgesenkt, ihr Dach ist als Sportfläche ausgeführt. Zwischen dem Schulhaus und der Sportanlage erstreckt sich der Pausenhof mit Zugang ins Untergeschoss, das Räume für den Kunstunterricht beherbergt.
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Lichthöfe und Lernhäuser
Angesichts des für das gewünschte Raumprogramm eher begrenzten Grundstücks und einer industriell geprägten Umgebung schuf das Planungsteam eine nach innen orientierte Lernumgebung mit zahlreichen Nutzungsangeboten. Mit seiner klaren Struktur soll das Schulhaus den Kindern und Jugendlichen trotz seiner Größe Geborgenheit und ein Gefühl von Heimat vermitteln. Das Gymnasium ist sechszügig und in kleinere Lerneinheiten unterteilt, die als Cluster organisierten „Lernhäuser“: Jeweils sechs Unterrichtsräume orientieren sich zu einem gemeinsamen Forum. Die Lichthöfe bilden das Zentrum jedes Lernhauses, zu dem weitere Gruppenräume, ein Teamzimmer sowie eigene Eingänge und Sanitäranlagen gehören.
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Freiflächen als Kontrapunkt
Highlight und erste Anlaufstelle für bewegungsfreudige Schülerinnen und Schüler ist der Allwettersportplatz auf dem Dach der Sporthalle. Freibereiche mit Trainingsgeräten, für Beachvolleyball, Weitsprung oder Kugelstoßen sollen ebenfalls zur sportlichen Betätigung animieren. Die in Blau- und Grüntönen gehaltenen Flächen schaffen eine Verbindung zu Natur und Landschaft und bilden ästhetisch einen Kontrapunkt zur städtischen Umgebung. Unterirdisch bietet eine Fahrradgarage Stellplätze für bis zu 450 Räder.
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Flachdachaufbau: Sportfläche auf der Turnhalle
Der Aufbau des genutzten Flachdachs beginnt mit einer 200 mm starken Stahlbeton-Verbunddecke, die im Gefälle von 2% mit Kopfbolzen eingebaut wurde und durch Stahl-Nebenträger unterstützt wird. Eine Bitumenbahn (4 mm) ist wasserunterlaufsicher auf die Stahlbetondecke aufgeschweißt. Es folgt eine 240 mm starke Wärmedämmung aus Schaumglas (Wärmeleitstufe WLS ≤ 0,037). Die zweilagigen Dämmplatten sind vollflächig mit Heißbitumen verklebt. Es handelt sich um eine lastabtragende Dämmung mit einer Dauer-Druckbelastbarkeit von mindestens 500 kPa (Anwendungstyp DAA nach DIN 4108-10: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 10: Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe).
Oberhalb der Dämmschicht ist eine zweilagige Abdichtung mit Bitumenbahnen ausgeführt: Zunächst wurde eine 4 mm starke Elastomer-Bitumenschweißbahn (PYE) mit Trägereinlage im Gieß- und Einrollverfahren mit der Schaumglasoberfläche verklebt. Darauf ist eine 5,2 mm starke und oberseitig beschieferte Polymer-Bitumenschweißbahn vollflächig verschweißt. Als Trenn- und Gleitschicht folgt eine PE-Folie. Dem Bautenschutz und der Trittschallisolierung dient eine 8 mm starke Gummigranulatmatte. Darauf sind eine Drainagematte (10 mm) und ein Filtervlies verlegt.
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Anschließend ist eine Tragschicht aus Dränbeton (haufwerkporiger Leichtbeton mit Blähton) in einer Höhe von 130 bis 320 mm ausgeführt. Der Bodenbelag des Allwetterplatzes besteht aus einer 17 mm starken Elastikschicht aus PU-gebundenem Recycling-Granulat und einer 3 mm dicken Deckschicht aus PU-gebundenem, farbigen EPDM-Granulat.
Bautafel
Architektur: h4a Gessert + Randecker Architekten, Stuttgart / München / Düsseldorf
Projektbeteiligte: HWP Planungsgesellschaft, Stuttgart (Projektsteuerung); realgrün Landschaftsarchitekten, München (Landschaftsplanung); bwp Burggraf + Weber Beratende Ingenieure, München (Tragwerksplanung); Christian Steinlehner, München (Brandschutz); Ingenieurbüro Konrad Huber, München (HLS); Schuster Buchner Schmid, Hohenlinden (Elektro); Ingenieurbüro Hausladen, Kirchheim (Bauphysik)
Bauherr/in: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport
Fertigstellung: 2024
Standort: Gmunder Straße 45, 81379 München
Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart; Günter Richard Wett, Innsbruck; Olaf Becker, München
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