Erweiterung der Donau-Universität in Krems

Umkehrdächer mit Kiesauflast

Gallerie

Nach zweijähiger Bauzeit wurde im Herbst 2005 der neue Campus in Krems eröffnet. Vorangegangen war ein Wettbewerb, den das Wiener Architekturbüro Feichtinger Architectes für sich entscheiden konnte. Gefordert war die Vereinigung der Donau-Universität, der Fachhochschule IMC und des Zentrums für Film auf dem Gelände einer ehemaligen Tabakfabrik. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Austria-Tabak-Fabrik befindet sich bereits seit 1995 die sogenannte Donau-Universität.

Mit einer Gesamtfläche von 34.000 m² bietet der Campus 4.500 Studenten ein Zentrum für Forschung und Bildung: Labors, Unterrichtsräume, Audimax, Bibliothek, Mensa und Studentenapartments mussten im Raumprogramm untergebracht werden. Zusätzlich wurde für die Österreichische Filmgalerie das ehemalige Kesselhaus der Tabakfabrik revitalisiert; mit einem Programmkino, einem unterirdischen Ausstellungsbereich und einer Filmbar bereichert dieses das kulturelle Leben auf dem Campus.

Der Entwurf für den neuen Gebäudekomplex schließt nordwärts an die bestehenden Strukturen der ehemaligen Tabakfabrik an, welche das Rückgrat des Campus bildet. Kammartig nehmen die drei viergeschossigen, neuen Gebäudeteile aus Beton, Stahl und Glas die Kanten des dreiflügeligen, symmetrischen bestehenden Gebäudes auf und schließen ebenfalls in der Höhe an.

Zwischen Alt und Neu erstreckt sich eine 15 m breite Haupterschließungsachse, deren Aufweitungen durch wiederkehrende freie Blickbezüge in die hügelige Landschaft im Norden und eine gezielte, minimalistische Materialwahl für hohe außenräumliche Qualitäten sorgen. Am westlichen Zugang des Geländes steht, einem Markierungsstein gleich, das Audimax, am Ende der Erschließung das renovierte Kesselhaus.

Den östlichen Abschluss des Campusgeländes bildet ein Gebäuderiegel, der die IMC Fachhochschule beherbergt. Im mittleren Teil der West-Ost gerichteten Achse stehen dem ehemaligen Industriebau Fassaden aus Stahl, Glas und Aluminium gegenüber; diese Campus-Neubauten sind an das vorhandene Hochschulgebäude mit annähernd transparenten Brücken angedockt, die das komplexe urbane System vervollständigen.

Flachdach
Die Flachdächer der Neubauten sind als Umkehrdach mit Kiesauflast aufgebaut: Die unterseitig in Sichtbeton ausgeführte Stahlbetonplatte wurde oberseitig mit im Gefälle aufgebrachtem Ortbeton versehen. Darauf folgen über einem Voranstrich zwei Lagen einer Elastomerbitumen-Dichtungsbahn (Verklebung im Flämmverfahren).

Die Wärmedämmung besteht aus extrudiertem Polystyrol, auf das ein Filtervlies (Rohglasvlies > 200g/m²) aufgebracht wurde. Dieses verhindert das Einschlämmen von feinen Partikeln aus der oberseitig aufgebrachten Kiesschicht. Im Randbereich wurden zur Windsogsicherung des Dachaufbaus umlaufend Betonplatten verlegt. Die Attikaelemente wurden mit wärmegedämmten, verzinkten Stahlblechen ausgeführt, in die Nischen für den Blendschutz und die Aufhängung für die Fassadenkonstruktion integriert sind. Ein begehbarer Steg (Gitterrost) zwischen Attika und vorgehängten, vertikalen Aluminium-Lamellen dient der Fassadenreinigung.

Als Antwort auf die offene und transparente Architektur wurde ein alternatives Energiekonzept für die Campus-Gebäude entwickelt: Wasserführende Schläuche wurden an den Deckenunterseiten integriert, wobei die Betonplatten unverkleidet blieben. Die Betonmasse wird so als Speicher genutzt und Deckenabstrahlung ermöglicht. Die Temperierung des Wassers erfolgt über Wärmetauscher: Die Frischluft wird über Erdkollektoren konditioniert, die in Form von im Erdreich verlegten Betonrohren mit einem Durchmesser von 150 cm und einer Gesamtlänge von ca. 600 m gekühlt bzw. vorgewärmt wird.

Bautafel

Architekten: Feichtinger Architectes, Wien/A
Projektbeteiligte: Rupert Sillert, Gerhard Pfeiler (Projektleitung)
Bauherr: Favia Grundstückvermietungsgesellschaft, St. Pölten/A für das Land Niederösterreich
Fertigstellung: 2005
Standort: Dr. Karl Dorrekstr. 30, Krems/A

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