Brandsicher abgeschottet
Modulbau der Zollhochschule Rostock
1.100 Module für 620 Studierende – die Neubauten der Zollhochschule in Rostock sind eines der größten Holzmodulprojekte Europas. Drei Gebäude entstehen bis zum Frühling 2026: zwei längliche mit Studierendenwohnheimen und ein flacheres, mit Innenhöfen gegliedertes Hochschulgebäude. Geplant wurde der Campus vom Architekturbüro Sauerbruch Hutton, die Module stammen von Kaufmann Bausysteme und das Abschottungssystem für die haustechnischen Leitungen vom Hersteller Rockwool.
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Für die zwei siebengeschossigen Wohngebäude wurden 641 der Holzmodule verwendet. Wände, Böden und Decken der Module bestehen aus Brettschichtholzplatten. Stahlbeton kam lediglich bei den Unter- und Erdgeschossen sowie den Treppenräumen zum Einsatz.
Für die Modulfertigung mietete der Hersteller eigens eine leerstehende Industriehalle an, 13 km von der Baustelle entfernt. Auf der Fertigungsstraße wurde zeitgleich an 36 Modulen gearbeitet. Bis zu zehn pro Tag verließen – verteilt auf fünf Transporte – das Werk in Richtung Baustelle. Die eintreffenden Module wurden dort jeweils sofort eingehoben, die haustechnischen Leitungen gekoppelt und die Dämmung weitergeführt.
Sämtliche Steig- und Fallstränge wurden auf der später den Fluren zugewandten Modulseite geführt und mit F30-Schachtwänden in Trockenbauweise abgeschlossen. Die Kombination aus Abschottung und Rohrdämmung aus Steinwolle verhindert, dass sich Brände über die Stränge ausbreiten können. Gegenüber Abschottungen mit Auslaibung und Mörtelverguss ist diese Alternative nicht nur verarbeitungsfreundlicher, sondern erlaubt eine gleichbleibend hohe Ausführungsqualität.
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Geprüft für den Holzmodulbau
Die Leitungen wurden mit der Brandschutzschale Conlit 150 U des Herstellers Rockwool ummantelt und dann in die passgenau gefrästen Bohrungen in die Brettschichtholzdecken eingeführt. Diese sind 120 mm stark und erreichen somit die Brandschutzklasse F90 (feuerbeständig). Bei 60 mm würden sie die Klasse F30 und bei 100 mm Stärke die Klasse F60 erreichen.
Der Dämmstoffhersteller Rockwool hat sein Brandschutzsystem Conlit für verschiedene Lösungen zur Rohr- und Kabelabschottung in den Feuerwiderstandsklassen R30 bis R90 und S30 bis S90 als Direktdurchführung in Holzbalken- und Brettsperrholzdecken prüfen lassen. Somit ist keine gesonderte gutachterliche Stellungnahme für jedes Bauvorhaben nötig.
Zusätzlich liefert das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) wertvolle Anwendbarkeitsnachweise, die auch Kaufmann Bausysteme für die Schachtrohrplanung nutzte. Der Abstand zwischen den Leitungen wurde so gering wie möglich gewählt – notfalls kann er beim Conlit-System 0 mm betragen.
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Anschluss per Plug-and-play
In Österreich wurden die Brettschichtholzelemente vorgebohrt. Im Rostocker Werk wurden dann die ummantelten Leitungen eingebaut und bereits so vorgerüstet, dass sie sich bei der Modulmontage einfach zusammenstecken lassen – Plug-and-play, sozusagen. Bis zu 16 Module pro Tag konnten die Installateure anschließen.
Die weiterführende Dämmung auf den Edelstahlrohren, die durch die Module verlaufen, wird mit der ROCKWOOL 800 ausgeführt. Diese Dämmschale lässt sich ebenso wie die Brandschutzschale Conlit 150 U einfach über die warmgehenden Leitungen stülpen und verschließen. Für kaltgehende Leitungen eignen sich die alukatschierten Rohrschalen des Dämmsystems Teclit.
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