Sanierung des Betriebs- und Verwaltungsgebäudes der Remscheider Entsorgungsbetriebe

40% geringere Investitionskosten als für einen Neubau

Auch wenn ein Gebäude schon in die Jahre gekommen und weder baulich noch funktional oder optisch zeitgemäß ist, lohnt sich oft eine Sanierung. Wie sich ein unscheinbarer „Betonkasten“ in einen hochmodernen, komfortablen und nachhaltigen Bau verwandeln ließ, zeigt das Wuppertaler Architektur Contor Müller Schlüter bei dem Betriebs- und Verwaltungsgebäude der Remscheider Entsorgungsbetriebe. Eine Machbarkeitsstudie im Vorfeld der Baumaßnahme hatte ergeben, dass trotz der erheblichen Mängel eine Sanierung im Vergleich zu einem Neubau knapp 40% Investitionskosten einsparen würde.

Gallerie

Das Gebäude wurde zu Beginn der 1960er Jahre als Stahlbeton-Skelettbau mit Fassadenelementen aus Beton errichtet und nachträglich in Leichtbauweise um ein Geschoss erweitert. Es beherbergt eine Fahrzeughalle sowie Verwaltungs- und Sozialräume in den Obergeschossen. Im Zuge der Sanierung wurden auch einige funktionale Verbesserungen geschaffen: Der Haupteingang und das Treppenhaus wurden verlagert und gestalterisch hervorgehoben. Im Erdgeschoss ist nun ein Foyer mit öffentlichem Kundenzentrum eingerichtet und ein neuer Aufzug macht das Gebäude behindertengerecht. In den Obergeschossen wurde der Mittelflur zur Erschließungszone mit eingestellten Serviceeinheiten erweitert und die natürliche Belichtung verbessert. Gleichzeitig verbesserten sich dadurch der Zuschnitt und die Belichtung der Büroräume. Die alte Tragstruktur blieb erhalten. Neue Bauteile, wie z.B. der Treppenhausturm, wurden an das Gebäude angestellt, für die neuen Fassadenöffnungen in den Büros konnten nur die nicht tragenden Gebäudeteile entfernt werden.

Nachhaltig Bauen
Die Fassade besteht aus vorgefertigten Holzelementen mit Dämmstärken zwischen 16 und 24 cm. Als Material für die Außenhaut wurden transparente Mehrfachstegplatten aus Polycarbonat gewählt. Sie zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht, hohe Belastbarkeit und niedrigere Kosten als bei einer Glaskonstruktion aus. Alle Fensterelemente ohne beweglichen Sonnenschutz haben eine Sonnenschutzverglasung.

Belüftet wird das Gebäude über eine Abluftanlage, die Nachströmung der Frischluft erfolgt passiv über Fassadenlüfter. Im Sommer wird nachts der Luftwechsel erhöht und so die gespeicherte Wärme aus dem Gebäude transportiert. Phasenwechselmaterialien sollen in dem Obergeschoss in Leichtbauweise die notwendigen Speicherkapazitäten bieten. Im Sozialtrakt gibt es eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Wagenhalle wird anstelle der sonst üblichen elektrisch betriebenen Frostwächter über die Abluft aus den Bürobereichen frostfrei gehalten. Da der Duschbereich im Sozialtrakt allein einen täglichen Warmwasserbedarf von etwa 1.000 Litern aufweist, wurde eine 30 m² große Flachkollektoranlage für die Wassererwärmung eingeplant. Ergänzt wird diese durch einen Gas-Brennwertkessel, der auch die Beheizung übernimmt.

Beim Umbau des Skelettbaus wurden die Bestandsfassaden auf die tragenden Bauteile zurückgebaut und die neue Fassade komplett vor diese Tragstruktur gestellt. Die Vorfertigung der neuen Fassadenelemente ermöglichte es, das Gebäude unmittelbar wieder wetterfest zu schließen. Der außen liegende Sonnenschutz und die Fassadenlüfter waren bereits werkseitig in die vorgefertigten Elemente integriert. Die Planer stützten sich bei der Sanierung auf umfangreiche Simulationen und die Prüfung verschiedener Varianten zum Wärmeschutz, zur Lüftung, zur Wärmeversorgung, zur Belichtung und zum sommerlichen Raumklima - und erreichten, dass der gesamte Energiebedarf um etwa 75% reduziert werden konnte.

Laut Energieausweis liegt der Primärenergiebedarf für das umgebaute Gebäude bei 96,8 kWh/m²a und damit noch unter den EnEV- Anforderungswerten für entsprechende Neubauten.

Bautafel

Architekten: Architektur Contor Müller Schlüter, Wuppertal
Projektbeteiligte: Ifl Ingenieurbüro F. Lucas & Partner, Remscheid (Haustechnik); Forschungs- und Lehrgebiet Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung, Bergische Universität Wuppertal (Forschung, Evaluierung); Ingenieurbüro Morhenne & Partner, Wuppertal (Forschung, Evaluierung)
Bauherr: Stadt Remscheid, Remscheider Entsorgungsbetriebe
Fertigstellung:  2006
Standort: Nordstraße 48, Remscheid

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