Niedrigenergiehaus in Koblenz

Verzicht auf fossile Brennstoffe

Das dreigeschossige Bürogebäude befindet sich im alten Dorfzentrum von Moselweiß, einem Vorort von Koblenz. Über einem massiven, weiß verputzten zweigeschossigen Baukörper thront ein Dachgeschoss aus Stahl und Glas. Der Neubau hat ein leerstehendes im Verfall befindliches Wohngebäude ersetzt und die städtebauliche Raumkante zum Kirmesplatz neu definiert. Neben den Büroräumen des Architekten und Bauherren Jens Ternes in den Obergeschossen befinden sich im Erdgeschoss separate sanitäre Anlagen. Sie werden bei Feierlichkeiten der Dorfgemeinschaft auf dem Platz von der Öffentlichkeit genutzt. Durch die vollständige Integration dieser Anlagen in das Niedrigenergiehaus mit Passivhaustechnik konnte ein zusätzliches Gebäude vermieden werden.

Gallerie

Die Gebäudestruktur zeichnet sich durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. Die massiven Wände beschränken sich auf die statischen Notwendigkeiten. Individuelle Raumaufteilungen bis hin zu einer Umnutzung als Wohnraum bleiben damit auch in Zukunft möglich. Die Installationen verlaufen entweder frei oder sind in die Decken integriert. Alle Sanitäreinrichtungen für das Architekturbüro liegen übereinander an der tragenden Innenwand des Treppenkerns. Die Farb- und Materialwahl für das Gebäude ist reduziert und klar: Sichtbeton, resopalbeschichtete Holzwerkstoffplatten, Glas und Eichenparkett.

Nachhaltig Bauen
Für das Gebäude stand eine weitgehende Energieautarkie und der Verzicht auf fossile Brennstoffe im Fokus. Hierfür wurde zum einen der Energiebedarf drastisch reduziert zum anderen regenerative Energiequellen für die Versorgung genutzt.

Die massiven Außenwände sind mit einem 12 cm starken Wärmedämmverbundsystem ausgestattet. Alle Fenster wurden mit hoch wärmedämmender Verglasung ausgerüstet. Gegen sommerliche Überhitzung schützt ein außen liegender Sonnenschutz mit teilweise fest stehenden, teilweise beweglichen Lamellen das oberste Geschoss. Über eine Tageslichtlenkung gelangt Licht in die zentralen Raumzonen. Auf eine mechanische Kühlung des Gebäudes wurde verzichtet, die Betondecken und Wände dienen als freiliegende thermische Speicher. Das Flachdach ist mit 35 cm Wärmedämmung versehen. Aufgrund des eng zugeschnittenen Grundstücks mit allseitiger Grenzbebauung waren breite passive Wandaufbauten funktional nicht möglich. Der Architekt hat deshalb auf eine passivhaustaugliche Haustechnik zurückgegriffen.

Das Gebäude wird mit einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. Über einen knapp 100 m langen Erdkollektor wird die Außenluft im Sommer und Winter vorkonditioniert. Die Beheizung erfolgt mittels Fußbodenheizung über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und der Außenluft als Wärmequelle. Durch die Verwendung von Öko-Strom ist das Haus zu 100 % CO2 frei.

Die Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach liefert im Durchschnitt voraussichtlich etwa 5 kWh Strom pro Tag. Nach Schätzung der Planer deckt dies etwa 70% des tatsächlichen Bedarfs des Gebäudes. Insgesamt erreicht das Gebäude mit knapp 40 kWh primärenergetischem Restwärmebedarf  und erfüllt die Anforderungen des SolarBau Förderprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Bautafel

Architekten: Jens J. Ternes Architekten + Ingenieure, Koblenz
Projektbeteiligte: Augel und Weber, Anschau (Tragwerksplanung); inHaus GmbH im Fraunhofer IMS, Duisburg (Haustechnik); Daum Lichtgestaltung Realisierung Netzwerktechnik, Bocholt (Lichtplanung und Lichtdesign); Schüco International KG, Bielefeld (Fassade und Sonnenschutz)
Bauherr: Jens J. Ternes, Koblenz
Fertigstellung: 2006
Standort: Schulgasse 2, 56073 Koblenz
Bildnachweis: J.Ternes, Koblenz

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