Casa LC in Besalú
Wärmedämmverbundsystem vor Holzrahmenkonstruktion
Tallaferro, der „Eisenhauer“, war der Beiname des Grafen Bernard I., der um das Jahr 1000 im nordkatalanischen Besalú residierte. Heute wohnen nur 2.500 Menschen in dem Städtchen 30 Kilometer nördlich von Girona und 20 Kilometer südlich der französischen Grenze. Nicht aus Eisen, sondern in Holzrahmenbauweise hat das regional ansässige Büro SAU Taller d'Arquitectura ein Einfamilienhaus am westlichen Ortsrand errichtet: Die 2025 fertiggestellte Casa LC bietet auf einer quadratischen Grundfläche von 9,30 x 9,30 Metern und zwei Geschossen gut 180 Quadratmeter Raum unter einem flachen, überstandslosen Satteldach.
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Das Haus wurde giebelständig an die nordseitig verlaufende Straße gerückt, um das nach Süden abfallende Grundstück optimal auszunutzen. Die mittig angeordnete Haustür führt in einen zentral durchgesteckten Flur. Quer dazu sind Treppenhaus und Bad angeordnet. Dadurch ergibt sich eine kreuzförmige Grundrissorganisation, die jedoch keine formalistische Strenge aufweist.
An den Nordecken des Erdgeschosses sind ein Schlafzimmer und ein Büroraum platziert. Südseitig erstreckt sich auf ganzer Breite eine Sequenz aus Küche, Ess- und Wohnbereich, die sich mit großer Glasfront zum Garten hin öffnet. Im Obergeschoss befinden sich vier weitere Individualräume, die nördlichen beiden direkt aneinander grenzend, die südlichen durch einen Flur getrennt.
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Die modulare Konstruktion basiert auf einem umlaufenden Leimholz-Balloon-Frame und vier zentralen Stützen, die das Grundrisskreuz markieren. Ein belüfteter Kriechkeller sorgt für Feuchtigkeitsschutz und thermische Trennung vom Erdreich. Um die West- und Südseite des Hauses legt sich eine L-förmige Pergola und verbindet Carport, Fahrradunterstand und Terrasse.
Durch die weitgehend geschlossenen Individualräume mit jeweils nur einem Fenster hat das Haus eine sehr flächige Fassade. Die wenigen und zudem kleinen Öffnungen sind so angeordnet, dass eine Querlüftung in allen Räumen möglich ist. Dadurch soll das Haus auch im Hochsommer kühl bleiben.
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Fassade: WDVS in Terrakotta
Den überwiegenden Teil der Fassade macht ein Wärmedämmverbundsystem mit terrakottafarben verputzter, 30 mm starker Steinwolledeckschicht aus. Vertikale Einschnitte strukturieren die großen Wandflächen. Im Erdgeschoss folgen sie dem Konstruktionsmodulraster, während sich im Obergeschoss ihr Abstand verdoppelt und so ein markanter Rhythmus entsteht.
Die Deckschicht ist auf eine 18 mm starke OSB-Trägerplatte montiert. Dahinter generieren Kiefernholzlatten mit einem 50 mm tiefen Luftspalt. Es folgen eine atmungsaktive, wasserundurchlässige Unterspannbahn und eine weitere 18 mm starke OSB-Platte zur Aussteifung gegen Windlasten. Diese ist auf der Tragstruktur aus 60 x 120 mm Brettschichtholz-Pfosten montiert, in deren Zwischenräumen sich die 120 mm dicke Steinwolldämmung befindet. Raumseitig folgen eine Dampfbremse, eine 18 mm starke Brandschutz-Gipskartonplatte und eine 63 Millimeter starke Vorsatzschale aus Gipskartonplatten, die die technischen Installationen aufnimmt.
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Das Erscheinungsbild ist geprägt von der Kombination aus den orangefarbigen, geschlitzten Wandflächen, straßenseitig einem asymmetrisch gesetzten, breiten Holzelement für Hauseingang und Bürofront, der L-förmigen Holzpergola, der großzügigen südseitigen Terrassenverglasung sowie einer bündig umlaufenden Trauf- und Ortgangverblechung.
Bautafel
Architekten: SAU Taller d'Arquitectura, Sant Joan de les Abadesses
Projektbeteiligte: Lluís Jordà Sala, Pol Jordà Sala (Büroleiter), Fusteria Vivet, Vidrà (Holzbau), Construccions Komfer, Banyoles (Bauunternehmen), DEFERRO Banyoles, Banyoles (Metallbau)
Bauherr*in: privat
Fertigstellung: 2025
Standort: 17850 Besalú (Girona), Spanien
Bildnachweis:Andrés Flajszer, Barcelona (Fotos); Sau Taller d'Arquitectura, Sant Joan de les Abadesses (Pläne)
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