Heinz Isler: Built Experiments – Entrepreneurial Networks
gta Verlag, Zürich 2025
332 Seiten, 254 Abbildungen
Format 22,5 x 30,0 cm, Hardcover
Sprache: Englisch
Preis: 69 CHF
ISBN 978-3-85676-477-7
Mehr als tausend Stahlbetonschalen gehören zum Œuvre von Heinz Isler. Der umfangreiche Nachlass des 2009 verstorbenen Schweizer Bauingenieurs ist an der ETH Zürich archiviert, wo ihn Giulia Boller im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersucht hat. Kein Wunder also, dass sie eine der Autor*innen von Heinz Isler: Built Experiments – Entrepreneurial Networks ist. In dem Ende 2025 erschienenen Buch sind Islers Werke umfassend katalogisiert, begleitet von Aufsätzen zur ingenieur- und kulturwissenschaftlichen Einordnung.
Die 254 Abbildungen sind in vielerlei Hinsicht ein wahrer Schatz: Da sind natürlich einerseits zahlreiche Fotos von Schalenbauten, an denen Islers Ingenieurbüro beteiligt war. In Schwarzweiß, meist kurz nach Fertigstellung aufgenommen, wirken sie noch glatt und weiß. Einige Jahrzehnte später und in Farbe zeigen sie Spuren von Alter und Aneignung – der Beton dunkel und fleckig.
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Gleich zwei Foto-Essays von Georg Aerni, der einige prägnante Isler-Bauten 2022 besuchte, sind enthalten. Darunter sind viele Fabrik- und Lagerhallen, aber auch Ausstellungs- und Autohäuser, Sport- und Raststätten und einiges mehr. Einen Überblick vermittelt das Werkverzeichnis am Ende des Buchs. Ausgewählte Projekte erhielten ein kurzes Portrait. Baustellenfotos vermitteln eine Vorstellung von der immensen Handarbeit, der die futuristischen Tragwerke bedurften.
Zwei Jahre nach Islers Tod betrat der Fotograf Hannes Henz das verwaiste Ingenieurbüro in Lyssachschachen und dokumentierte Aktenstapel und Regale voller Kartons sowie die Modell- und Experimentierwerkstätten. Letztere waren elementar für die Entwicklung der Schalen. Mit experimentellen Methoden suchte Isler nicht nur nach der idealen Form – Schalen, die ohne Hilfskonstruktionen auskommen und rissfrei bleiben – sondern auch nach besseren Bautechniken.
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Ob er sich von Frei Otto hat inspirieren lassen? Aufschluss gibt ein Gespräch mit Ekkehard Ramm und John Chilton, zwei langjährigen Freunden und Kollegen des Schalenpioniers. Von der Arbeit mit den Modellen erzählen Heinz Bösiger und Hans Glanzmann, zwei weitere Wegbegleiter Islers. Wie zentral das Messen und Prüfen im kleinen Maßstab für die Ingenieure war, beleuchtet Bill Addis in seinem Essay. Außerdem erklärt Giulia Boller, warum die aufkommende Computermodellierung die analogen Methoden in Islers Büro nie ganz ablöste.
In den weiteren Essays geht es um so manche besonderen Bauaufgaben und um das starke Netzwerk von Kund*innen und kooperierenden Firmen. Schließlich berichtet Toni Kotnik sogar von der aufwändigen Überführung und Untersuchung des Nachlasses, zu dem auch eine große Bibliothek im Privathaus gehörte. Die Mühe hat sich gelohnt, wie dieses Buch beweist.
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