Bildungscampus Willi Resetarits in Wien

Lernlandschaft zwischen Stadt und Freiraum

Mit dem Bildungscampus Willi Resetarits entstand im Wiener Bezirk Floridsdorf ein Gebäudekomplex, der unterschiedliche Einrichtungen unter einem Dach vereint. Der von Kronaus Mitterer Architekten entworfene Neubau ergänzt die entlang der Franklinstraße entstehende „Bildungsmeile Floridsdorf“ und bietet Raum für einen Kindergarten, eine Volks- und Mittelschule, eine Musikschule sowie ein Jugendzentrum. Der Campus – benannt nach dem österreichischen Musiker und Menschenrechtsaktivisten Willi Resetarits – wurde im September 2024 in Betrieb genommen.

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Ein Hof als Spiel-, Lern- und Aufenthaltsbereich

Der Neubau fasst einen gen Nordwesten offenen Hof an drei Seiten, zwischen Franklinstraße, Hinaysgasse und Kahlgasse. Seine städtebauliche Figur reagiert auf die heterogene Umgebung und vermittelt zwischen den unterschiedlichen Maßstäben des Quartiers. Während sich das Gebäude entlang der Franklinstraße und der Hinaysgasse viergeschossig präsentiert und die Straßenräume klar fasst, staffelt sich der Baukörper zur Kahlgasse hin auf zwei Geschosse ab. Über den großzügigen Freiraum im Zentrum, der als Spiel-, Lern- und Aufenthaltsbereich dient, öffnet sich der Bildungscampus zur Nachbarschaft. 

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Schachbrett aus Räumen und vielfältig nutzbaren Flächen

Prägend für den Entwurf ist eine schachbrettartige Anordnung sogenannter Bildungssteine: Unterrichts- und Gruppenräume wechseln sich mit Multifunktionsflächen ab und bilden überschaubare Lerncluster. Das räumliche Konzept folgt der Idee, pädagogische Angebote nicht als getrennte Einheiten, sondern als vernetzte Lernlandschaften zu organisieren. Regelmäßige Vor- und Rücksprünge verleihen dem Gebäude seine markante Silhouette, erzeugen vielfältige Sichtbezüge und sorgen für eine differenzierte Belichtung.

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Freiflächen erweitern die Bildungsräume

Terrassen, Balkone und Loggien erweitern die Bildungsräume nach außen und schaffen Aufenthaltsorte für unterschiedliche Altersgruppen. Sie ermöglichen Unterricht, Spiel und Begegnung im Freien. Die Übergänge zwischen Innen- und Außenraum sind fließend gestaltet. 

Hybridkonstruktion mit Gründächern

Der Gebäudekomplex ist eine Hybridkonstruktion aus Holz und Beton mit extensiv begrünten Dächern und teils intensiv begrünten (Dach-)Terrassen. Begrünte Fassadenbereiche verbessern das Mikroklima und tragen zur Einbindung des Gebäudes in den Freiraum bei. Eine Photovoltaikanlage, die Nutzung von Erdwärme über aktivierte Bauteile sowie ein Konzept für Regenwassermanagement unterstützen den ressourcenschonenden Betrieb des knapp 19.000 Quadratmeter großen Bildungsbaus.

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Brandschutzaspekte

Die Bildungseinrichtung ist für den Aufenthalt von bis zu 1.686 Personen ausgelegt und umfasst vier oberirdische sowie zwei unterirdische Geschosse. Das oberste Fluchtniveau liegt rund zwölf Meter über dem mittleren angrenzenden Gelände. Gemäß den österreichischen OIB-Begriffsbestimmungen (Österreichisches Institut für Bautechnik) wird das Gebäude daher der Gebäudeklasse 5 zugeordnet.

Flächendeckende Brandmeldeanlage 

Das Brandschutzkonzept orientiert sich an den Anforderungen der OIB-Richtlinie 2 und berücksichtigt die besonderen Anforderungen eines Bildungsbaus mit unterschiedlichen Nutzergruppen und einer hohen Personenzahl. Eine zentrale Rolle übernimmt eine freiwillig installierte Brandmeldeanlage im Vollschutz. Sie überwacht sämtliche Bereiche des Gebäudes – einschließlich der Sonderunterrichtsräume – und ist direkt an die Leitstelle der Feuerwehr aufgeschaltet. Die frühzeitige Branddetektion ermöglicht einen raschen Beginn der Evakuierung und verkürzt zugleich die Zeitspanne bis zum Eingreifen der Einsatzkräfte.

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Gut erschlossen für die Feuerwehr

Auch die Voraussetzungen für die Brandbekämpfung wurden optimiert. Das Gebäude ist an drei Seiten für Feuerwehrfahrzeuge zugänglich und bietet damit günstige Bedingungen für einen Löschangriff im Rahmen des abwehrenden Brandschutzes von außen. Zugänge zu den Brandabschnitten befinden sich in mehreren Geschossen und an gegenüberliegenden Seiten, sodass eine flexible Erschließung durch die Einsatzkräfte gewährleistet ist.

Fluchtweg Terrasse

Besondere Bedeutung kommt den Flucht- und Rettungswegen zu. Die Terrassen des Gebäudes – sie dienen teilweise auch als Fluchtwege – wurden in der Feuerwiderstandsklasse REI 90 ausgeführt und bestehen aus nicht brennbaren Baustoffen der Klasse A2. Damit bleiben sie auch bei einem Brandereignis über einen definierten Zeitraum sicher nutzbar.

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Aufzüge für die vertikale Evakuierung

Ein Schwerpunkt des Brandschutzkonzepts liegt zudem auf der barrierefreien Entfluchtung. Mobilitätseingeschränkte Personen können im Erdgeschoss innerhalb kurzer Wegstrecken unmittelbar den Freibereich erreichen oder in einen benachbarten Brandabschnitt wechseln. Für die vertikale Evakuierung stehen insgesamt drei Aufzüge zur Verfügung. Aufgrund ihrer räumlichen Anordnung – in jedem Geschoss befindet sich für jeden denkbaren Brandfall mindestens ein Aufzug außerhalb des betroffenen und des unmittelbar angrenzenden Brandabschnitts – können diese zur selbstständigen Evakuierung mobilitätseingeschränkter Personen genutzt werden. In Verbindung mit der flächendeckenden Brandmeldeanlage entstand ein Sicherheitskonzept, das vorbeugenden Brandschutz und inklusive Nutzbarkeit konsequent miteinander verbindet.

Bautafel

Architektur: Kronaus Mitterer Architekten, Wien und Berlin
Projektbeteiligte: RWT PLUS ZT, Wien (Tragwerksplanung); Kunz – Die innovativen Brandschutzplaner, Mödling (Brandschutzplanung); EGKK Landschaftsarchitektur, Wien (Freianlagen); Woschitzgroup, Wien (TGA-Planung)
Standort: Hinaysgasse 1, A-1210 Wien
Fertigstellung: 2024
Bildnachweis: Ninoslav Ilic, Wien (Kronaus Mitterer Architekten); David Schreyer, Wörgl

BauNetz Architekt*innen

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Rettungswege im strengen Sinn sind Zugänge und Wege für Einsatzkräfte wie der Feuerwehr, über die die Bergung (= Fremdrettung) von z.B. verletzten Personen und Tieren sowie die Brandbekämpfung (Löscharbeiten) möglich sind (siehe § 14 MBO).

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Flucht-/​Rettungswege

Definition Flucht- und Rettungswege

Allgemein werden in den Bauordnungen die beiden Begriffe unter dem Rettungsweg zusammengefasst. In Sonderbauverordnungen gibt es dagegen Unterschiede.

Die Muster-Schulbau-Richtlinie (MSchulbauR) regelt bezüglich des Brandschutzes besondere Anforderungen und Erleichterungen für den Bau und Betrieb von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, soweit sie nicht ausschließlich der Unterrichtung Erwachsener dienen (Abb.: Sekundarschule in Berlin-Mahlsdorf).

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Ganz unterschiedliche Schultypen fallen in den Bereich der MSchulbauR. Welche Vorgaben macht diese für Bauteile und Rettungswege, und welche Regelungen gelten für sogenannte Cluster-Schulen?

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Der von Kronaus Mitterer Architekten geplante Neubau ist eine Hybridkonstruktion aus Holz und Beton.

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Abstufungen von Rosa bis Rotbraun kennzeichnen die Putzfassade des Studienzentrums nach Plänen des Wiener Architekturbüros Franz&Sue: Sie sind inspiriert von unterschiedlichen Erdschichten.

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Das neue Museum entstand nach Plänen von pmp Architekten und bildet den markanten Abschluss der Gebäudezeile mit dem „Sudetendeutschen Haus“.

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Die Klostermühle war 2007 der Startpunkt das aktuellen Sanierungsprojekts.

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Östliche Eingangsseite mit Hörsaalgebäude im Vordergrund

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Forschungswerkstätten und Versammlungsräume

Nahe des Hauptgebäudes der Wiener Kunstakademie am Schillerplatz ist der neue Ausstellungsraum der Hochschule entstanden.

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Gegenüber der einstigen Mensa ist das neue Seminargebäude der Hochschule Bochum entstanden.

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Erschließung in signalrot

Das Kollegiengebäude I der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wird derzeit durch das Büro Kuhn und Lehmann saniert. Besonderer Augenmerk galt dabei dem Brandschutz.

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Brandschutz als Hingucker am Kollegiengebäude I der Albert-Ludwigs-Universität

Nordansicht des Technikums von der Nöthnitzer Straße aus; der Eingang ist klar ablesbar

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Technikum der TU Dresden

Hochtechnologielabore mit flächendeckender, automatischer Brandmeldeanlage

Mit ihren flach geneigten Satteldächern und hellen Holzfassaden ähneln die Baukörper übergroßen Scheunen

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Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf

Holzbau mit Modellcharakter

Die Mediathek fügt sich zwischen zwei Baudenkmäler (Südansicht)

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Stahlbetonskelettbau mit Vorhangfassade aus Holz und Glas

Durch die abgewinkelte Form der zweigeschossigen Bibliothek entsteht ein Vorplatz an der Eingangsseite (Südansicht)

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Bibliothek in Spiez

Zweigeschossiger Holzbau mit Stahlbetonkern

Nordwestansicht des Gebäudekomplexes, der in zwei Bauabschnitten von 1978 bis 1982 entstand; die Sanierung und Umstrukurierung erfolgte 2015

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Schulzentrum Nord in Stuttgart

Komplettsanierung und Umstrukturierung mit neu eingeteilten Brandabschnitten

Das Gebäude ist geprägt durch die Metallbekleidung und den leuchtend gelbgrünen Laubengang im Obergeschoss, der als Fluchtweg dient (Südwestansicht)

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Aargauische Sprachheilschule in Stein

Holzelementbau mit Zinkblechfassade und Laubengang als Fluchtweg

Südöstliche Gebäudeecke: Die überwiegend geschlossene Fassade ist von einem Raster aus hellen Betonfertigteilen und dunkelgrauem Naturstein überzogen, das den Eindruck dicht gereihter, gefüllter Regale vermittelt

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Speichermagazin Friedrichshagen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Flächendeckende BMA und Gaslöschanlage für die Archivräume

Straßenansicht aus nordwestlicher Richtung: Die bewegte gläserne Fassade fällt auf

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Historisches Archiv des Baskenlandes in Bilbao

Brandmeldeanlage, Differenzdrucksystem und Wassernebel-Löschanlage

Mit der blockhaften, monumentalen Konzeption des Baukörpers schufen die Architekten CFA Colboc Franzen eine markante Eingangssituation als Impuls für das Stadtgebiet (Ansicht Ost)

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Mediathek in Montauban

BMA und EMA zum Schutz vor Feuer und Einbruch

Ansicht Südost: Das kleinteilige und überwiegend eingeschossige Gebäude fügt sich gut in die locker bebaute Umgebung mit Einfamilienhäusern

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Kindergarten St. Irmengard in Übersee

Holzbau mit Bauteilen in R30 und direkten Ausgängen ins Freie

Die Schule ist wesentlich geprägt durch umlaufende Aluminiumlamellen, die in einem freien Rhythmus zwischen den schmalen Betondecken aufgespannt sind und die Struktur der Quader stark auflockern

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Evangelische Grundschule mit Sporthalle in Karlsruhe

Brandschutzkonzept mit Fluchtbalkonen

Südseite mit der Turnhalle hinter graublauen Polykarbonatplatten, dem Eingang unterhalb des goldbraunen Auditoriums und dem hellen Seminargebäude mit vorgelagertem Fluchttreppenhaus und kleinteiliger Fassade

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Ansicht von Süden (Schwanentor)

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Der dem Theaterplatz und der Stadt zugewandte Eingang mit der darüber auskragenden Probebühne

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Trennung von Zuschauerraum und Bühnenturm durch wasserberieseltes Metalltor

Die gläsernen Ausfachungen der Träger müssen im Brandfall 30 Minuten lang intakt bleiben

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Das Bürgerhauses mit seiner historischen Fassade am Schlossplatz (Nordostansicht)

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Brandschutz mit Hochdruck-Wassernebel-Löschanlage im Gasdruck-Antrieb

Von der Terrasse mit Blick über Biel gelangt man in das gläserne Foyer

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Spätmoderne-Denkmal mit Weitblick und betriebseigener Feuerwehr

Vom kühl-weiß gehaltenen Foyer führt die zentrale Holztreppe in den Lesesaal

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Der rötlich braune Baukörper ist weitgehend aufgeständert und kragt im Norden über die Wasserlandschaft hinaus bis zur Straße

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Der Planungsservice von TELENOT…

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