Wohn- und Geschäftshaus in Mannheim

Heller, glatter Sichtbeton aus Ortbeton von hoher Qualität

Gallerie

Wer in der Mannheimer Innenstadt nach einem Straßennamen sucht, tut dies vergeblich. Denn statt in Straßenzügen ist das hufeisenförmige Areal zwischen Rhein und Neckar in Häuserblöcke aufgeteilt, den sogenannten Quadraten. Diese haben keinen Namen, sondern einen Buchstaben und eine Zahl. Grund dafür ist das gitterförmige Straßenraster, dessen Planung auf Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurückgeht und das bis heute erhalten geblieben ist.

Innerhalb dieser charakteristischen Quadratstruktur macht ein schlichter, moderner Betonbau auf sich aufmerksam: Er befindet sich in G7, einem Quadrat, das von schmalen drei- bis viergeschossigen Gebäuden geprägt ist, die überwiegend aus der Gründerzeit stammen. Geplant wurde das Wohn- und Geschäftshaus vom Schweizer Architekten Beat Consoni für Bernhard und Sebastian Wipfler, den Inhabern des Panorama Edition Verlages, der hier seinen Firmensitz hat. Um die Vision von zeitgemäßer Architektur verwirklichen zu können, musste zunächst ein nach der Kriegszerstörung provisorisch instandgesetztes, zuletzt leer stehendes Gebäude weichen. Geblieben ist die Aufteilung in ein Vorder- und Hinterhaus, mit dazwischenliegendem Hof, wie es in dieser Gegend typisch ist. Im Vorderhaus befindet sich im Erdgeschoss ein Ausstellungsraum mit Galerie, darüber Büros; im Hinterhaus eine Gewerbeeinheit und Wohnungen unterschiedlicher Größe. Eine Tiefgarage unter dem 15 x 50 m großen Grundstück bietet Raum für die notwendigen Stellplätze.

Die Gestaltung der zwei viergeschossigen Baukörper unterscheidet sich der jeweiligen Nutzung entsprechend. Entlang der Straße ermöglicht ein langes Schaufenster den Blick von außen in die Verlagsräume. Die darüberliegenden zwei Geschosse sind mit großformatigen Fensterbändern ausgestattet, während die obersten Stockwerke beider Häuser überwiegend geschlossen ausgebildet sind und über Dachterrassen belichtet werden. Die Fassaden des hinteren Wohnhauses weisen differenzierte Fensteröffnungen mit eingezogenen Loggien auf.

Beide Gebäude besitzen eine weitgehend offene Grundstruktur mit einem innen liegenden Versorgungskern, der die Sanitärräume und die Steigzonen aufnimmt. Eine Fußbodenheizung sorgt für die notwendige Temperierung. Die materielle Ausstattung der Innenräume ist reduziert: Tragende Innenwände und Decken wurden in Sichtbeton ausgeführt, die Leichtbauwände sind weiß gestrichen. Auf den Böden liegt helles Eichenparkett.

Beton
Für die Bauherren standen von Beginn an zwei Dinge fest: das Gebäude sollte offen strukturiert und in möglichst hellem und glattem Sichtbeton ausgeführt sein. Um das gewünschte Resultat zu erzielen, setzten sich Architekt, Bauleitung, Bauherren, Betonlieferant und eine Betonprüfstelle zusammen und legten zunächst die Anforderungen an den Beton fest: Er sollte kein Wasser absondern, nicht zu Lunkerbildung neigen, homogen und verarbeitungsfreundlich sein sowie ein möglichst helles Betongrau mit begrenzter Unregelmäßigkeit aufweisen. Man entschied sich für einen Ortbeton mit sehr weicher Konsistenz (Klasse F4), einem Wasserzementwert von 0,53 und einer Festigkeitsklasse von C 30/37. Um eine gleichmäßige Qualität bei der Verarbeitung des Betons und eine helle Farbe zu erreichen sowie Wolkenbildungen vorzubeugen, wählten die Beteiligten folgende Betonmischung: 60% Portlandkalksteinzement CEM II / A-S 42,5 R und 40% Hochofenzement CEM III / A 32,5 N.

Die Lieferung des Betons wurde auf die Größe der zu betonierenden Bauteile abgestimmt, die einzelnen Betonierphasen durch eine Betonprüfstelle überwacht. Das Ergebnis sind homogene Sichtbetonoberflächen ohne erkennbare Betonierabschnitte. Diese sind nur in geschossübergreifenden Bereichen wie etwa der Galerie und in den Treppenhäusern ablesbar, ansonsten sind die 3,00 bzw. 3,30 m hohen und 40 cm starken Wände sowie die 25 cm dicken Decken fugenlos. Insgesamt wurden 2.000 m³ Beton verarbeitet, die Schalung erfolgte mit großformatigen glatten Tafeln.

Objektinformationen

Architekt: Beat Consoni, St. Gallen/CH
Projektbeteiligte: Eduard Züblin, Karlsruhe/Mannheim (Generalunternehmer), E+W Betotech, Eppelheim (Betonprüfstelle); Heidelberger Beton (Beton); TBG Transportbeton Kurpfalz, Eppelheim (Betonlieferant)
Bauherr: Edition Panorama, Mannheim
Standort: G7, 14, 68159 Mannheim
Fertigstellung: 2010
Bildnachweis: Gudrun Theresia de Maddalena, Tübingen

Objektstandort

G7, 14
68159 Mannheim
Deutschland

Artikel zum Thema

Glatte Betonoberflächen entstehen durch eine saugende Schalhaut. Beispiel: Mercedes-Benz -Museum in Stuttgart von Ben van Berkel und Carolin Bos (UN Studio)

Oberflächen

Glatte Oberflächen

Die sichtbare Betonoberfläche wird durch die Wahl einer bestimmten Schalhaut oder eines oberflächenabhängigen Schalsystems...

Für die Neuapostolische Kirche in Neuhausen verwendete man weichen Beton der Konsistenzklasse F3 aus Weißzement

Eigenschaften

Konsistenz

Die Konsistenz ist ein Maß für die Steifigkeit des Frischbetons und definiert seine Verarbeitbarkeit. Die Konsistenz wird in...

Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart; Architekten: UN Studio

Betonarten

Sichtbeton

Als Sichtbeton werden Betonflächen bezeichnet, deren Oberflächen sichtbar bleiben und an deren Aussehen besondere Anforderungen...

Herstellung

Wasserzementwert

Der Wasserzementwert definiert das Verhältnis von Wasser zu Zement, im Zementleim des Frischbetons:w/z = Gewicht des Wassers /...

Herstellung

Zusammensetzung von Beton

Beton wird aus den Ausgangsstoffen Zement, Wasser und Gesteinskörnungen hergestellt. Weiterhin können Zusatzmittel und...

Zum Seitenanfang

Das neue Verwaltungsgebäude Karl Köhler begrenzt das Firmenareal nach Süden, hier die Südostansicht

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsgebäude Karl Köhler in Besigheim

Sichtbeton als Visitenkarte

Die Kleinteiligkeit der umgebenden Wohnbebauung legte die Unterteilung des neuen Firmengebäudes in verschiedene Volumen nahe

Büro/​Verwaltung

Haus für Geoinformationen in Kranzberg

Steinmetzmäßig be­ar­bei­te­te Sichtbetonfassade

Südostansicht mit dem leicht abgesenkten Parkplatz im Vordergrund

Büro/​Verwaltung

Polizeistation in Salt

Strahlend weiße Sichtbetonhülle mit scharfkantigem Trapezprofil

Farbigkeit und Fensterformate der Neubauflügel beziehen sich auf den historischen Kopfbau

Büro/​Verwaltung

Bundesstrafgericht in Bellinzona

Sichtbetonfassade und pyramidenförmige Betonkuppeln mit Lochornament

Der sechsgeschossige Verwaltungsbau ist das neue Aushängeschild der Firma Stahlton, einem Hersteller von Betonbauteilen

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsgebäude der Firma Stahlton in Frick

Reliefartig strukturierte Fertigteile aus Glasfaserbeton

Die Architekten bezeichnen das Büro- und Geschäftshaus als „robust und stabil“

Büro/​Verwaltung

Büro- und Geschäftshaus Uno in Liestal

Profilierte Fassadenelemente aus selbstverdichtendem Beton

Expressiv geschwungene Formen prägen die Firmenzentrale

Büro/​Verwaltung

Firmenzentrale Kaffee Partner in Osnabrück

Geschwungene Fassadenbänder aus 150 maßgefertigten Betonfertigteilen

Mit einer Höhe von 68 Metern markiert der Neubau den Auftakt zum neuen Stadtquartier nördlich des Berliner Hauptbahnhofs

Büro/​Verwaltung

Tour Total in Berlin

Rasterfassade aus strahlend weißen Sichtbetonfertigteilen

Das Gerichtsgebäude öffnet sich zur Stadt hin mit einem Vorplatz und hohen weißen Betonstützen

Büro/​Verwaltung

Friedensgericht in Esch-sur Alzette

Fassade aus hellgrauen Textilbetonplatten

Das Bürogebäude des Unternehmens und Architekturbüros Blocher Blocher Partners befindet sich auf einem innerstadtnahen Grundstück in Hanglage

Büro/​Verwaltung

Bürohaus Blocher Blocher Partners Stuttgart

Sandgestrahlt, gefaltet und mit Bauteilaktivierung ausgestatteter Sichtbeton

Ansicht vom Innenhof mit Zugang für die Bediensteten der Polizeistation

Büro/​Verwaltung

Polizeistation in Münsingen

Sichtbeton im Schwabenland

Ansicht des Hinterhauses mit unterschiedlichen Fensteröffnungen und eingezogenen Loggien

Büro/​Verwaltung

Wohn- und Geschäftshaus in Mannheim

Heller, glatter Sichtbeton aus Ortbeton von hoher Qualität

Das Büro- und Verwaltungsgebäude O10 befindet sich auf einem Eckgrundstück an der Ohiostraße 10

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsgebäude O10 in Karlsruhe

Betonkonstruktion mit vorgehängten Sichtbetonfertigteilen und Glasbändern

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsgebäude in Porto/P

Sichtbetonorigami

Das Bürogebäude liegt auf einem Marinekasernengelände direkt am Nordseekanal

Büro/​Verwaltung

Bürogebäude der Koninklijke Marechaussee in Amsterdam/NL

Streng gerasterte Fassade aus geriffelten Sichtbetonfertigteilen

Zweischalige Betonkerne bilden den Rahmen für die dazwischen und nach hinten versetzte Glasfassade des Mittelteils

Büro/​Verwaltung

Unternehmenszentrale in Karlsruhe

Lasierter Sichtbeton mit Betonkerntemperierung auf Luftbasis

Das Botschaftsgebäude setzt sich aus Kanzlei, Konsulat und Botschafterresidenz zusammen

Büro/​Verwaltung

Deutsche Botschaft in Warschau/PL

Reliefbeton, Strukturglas und Naturstein

Gebaute Landschaft

Büro/​Verwaltung

ZMS-Verwaltungsgebäude in Schwandorf

Gebaute Landschaft in Beton, Holz und Glas

Ein Sichtbetonrahmen schiebt sich durch die Lamellen und markiert den Eingangsbereich

Büro/​Verwaltung

Werbeagentur in São Paulo/BR

Zedernholz vor Sichtbeton

Schmaler Turm kombiniert mit sechsgeschossigem Riegel und weitem Vorplatz am Münchner Stadtrand

Büro/​Verwaltung

Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlags in München

Papierschalung für Sichtbetonstützen

Eingangsgebäude

Büro/​Verwaltung

Firmenzentrale in Thansau

Eingang unter hellem Sichtbeton

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Bio-Nano-Zentrum in Halle/Saale

Geschossweise ausgebildete Betonfertigteile

Verästelte Fassadenstruktur

Büro/​Verwaltung

Bürohochhaus in Lelystad/NL

Filigrane Fassadenstruktur aus Betonelementen

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Bürogebäude OSSIII in Köln

Beton-Bauteilaktivierung der Geschossdecken

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsbau der FH Frankfurt

Roter Sichtbeton

Straßenansicht der Blockrandbebauung mit Betonkernaktivierung

Büro/​Verwaltung

Hauptverwaltung Norddeutsche Landesbank, Hannover

Große Auskragungen und Betonkernaktivierung

Ansicht der Eckausbildung

Büro/​Verwaltung

Bankgebäude in Innsbruck/A

Fensterrahmen aus Beton

Die Sparkasse mit dem Ulmer Münster im Hintergrund

Büro/​Verwaltung

Sparkasse in Ulm

Klare Betonformen schaffen städtischen Raum

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Land- und Amtsgericht in Frankfurt/Oder

Tragende und dämmende Schale aus Leichtbeton

Gebäudeecke mit Kehlung

Büro/​Verwaltung

Weißes Haus in Stuttgart

Fassadenraster aus Weißbeton

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Botschaft der Niederlande in Addis Abeba/ETH

Farbiger Beton

Fassadenansicht

Büro/​Verwaltung

Verwaltungsbau in Gaggenau

Giebelwand aus Sichtbeton

Außenansicht

Büro/​Verwaltung

Büro- und Laborgebäude für Genomforschung in Berlin-Buch

Geschwungene Hülle mit innerem Sichtbetonkubus

Außenansicht der Botschaft - die Betonkonstruktion schimmert durch die Lochblechverkleidung

Büro/​Verwaltung

Botschaft der Niederlande in Berlin

Trajekt aus Beton

Ein Zeit messender Stadtraum

Büro/​Verwaltung

Stadthaus in Ostfildern

Skultpuraler Charakter durch Beton

Straßenfassade

Büro/​Verwaltung

Bürohaus der Bundesdruckerei in Berlin

Giebelfassade aus Betonfertigteilen

Westfassade

Büro/​Verwaltung

GSW-Hochhaus in Berlin

Ökologisches Konzept mit Bauteilaktivierung

Der östliche Erweiterungsbau in der Nordostansicht

Büro/​Verwaltung

Botschaft der Schweiz in Berlin

Sichtbeton als Kunst am Bau

Ansicht von der Klingelhöferstraße

Büro/​Verwaltung

Mexikanische Botschaft in Berlin

Gestockte Betonfassade mit Marmorstücken

Blick auf die Ostfassade vom Ehrenhof

Büro/​Verwaltung

Bundeskanzleramt in Berlin

Imposantes Raumgefüge in Weiß

Ansicht Westfassade

Büro/​Verwaltung

Paul-Löbe-Haus in Berlin

Monolitische Kammstruktur in Sichtbeton

Beton auf der BAU 2017

Ob innovativer 3-D-Druck mit Beton oder
Sichtbeton mit berührungssensitiven
Oberflächen – das InformationsZentrum
Beton zeigt die Vielfalt des Baustoff

Partner