Tuve Hotel in Hongkong

Böden aus Arabeskato-Marmor, Beton, Granit und Eichendielen

Hongkong gilt als eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt und zieht jedes Jahr Millionen von Touristen an. Wer nicht in einer der zahllosen Dependancen bekannter Hotelketten unterkommen möchte, findet im Tuve Hotel mehr Individualität. Das vom ortsansässigen Büro Design Systems geplante Gebäude befindet sich etwas abseits des Trubels in Tin Hau, einem von Geschäften, Restaurants und Märkten geprägten Stadtviertel im südlichen Teil von Hong Kong Island. Aber auch hier stehen die Wohnhochhäuser dicht an dicht, und die Nebenstraße, an der das Hotel liegt, ist vollständig von einem zweispurigen Schnellstraßenzubringer überbaut. Auf diese Situation reagierten die Planer mit Abschottung. Als ästhetischer Leitfaden dienten ihnen die Bilder des dänischen Fotografen Kim Høltermand, der neben Architektur auch nordische Landschaften ablichtet – darunter den namensgebenden schwedischen Tuve See. Die melancholische, ja düstere Stimmung seiner weitgehend monochromen Arbeiten übertrugen die Architekten in eine reduzierte, stellenweise auch karge Innenarchitektur.

Gallerie

Zweiunddreißig Geschosse hat das schmale, schwarze Hochhaus mit einer Grundfläche von 10 x 14 Metern. Umgeben von ebenso hohen Gebäuden, ist die nördliche Front oberhalb der Eingangsebene vollflächig verglast, während die übrigen Fassaden nur wenige kleine Öffnungen aufweisen. Ein Hinweis auf das Hotel liefert nur ein Schild, das vor der dunklen Metallbekleidung des Sockelgeschosses im Boden eingelassen ist. Der von rauem Sichtbeton geprägte Hausflur führt zunächst durch ein Gittertor und dann übereck zu den Aufzügen. So werden die Gäste eingestimmt in die spärlich beleuchtete Raumfolge im Inneren des Hotels, dessen Rezeption im ersten Obergeschoss mit fein abgestimmten Materialien überwiegend in Schwarz und Grau konzipiert ist. Durch drei hintereinander aufgestellte, unterschiedlich perforierte Stahlscreens dringt wenig Tageslicht – die Gäste sollen hier Abstand von der unruhigen städtischen Atmosphäre gewinnen.

Von der Rezeption führen die Aufzüge weiter zu den 66 Zimmern, von denen jeweils zwei bis drei auf einer Etage liegen. Sie sind zwischen 17 und 30 Quadratmeter groß und in drei Kategorien aufgeteilt. Allen gemein ist die minimalistische Grundausstattung, akzentuiert durch besondere Details: So sind die Kiesnester in den Betonwänden der Deluxe- und Premier-Zimmer goldfarben veredelt, Böden und Wände in den Comfort-Zimmern mit dunklem Holz bekleidet. Die großzügigen Bäder sind durch opake Drahtglaswände abgetrennt. In jedem Zimmer gibt es einen Arbeitsplatz und eine aufklappbare Holzbox, die eine Minibar beinhaltet.

Boden

Dass das Entree des Hauses trotz des langen Flurs und der dämmrigen Lichtverhältnisse edel wirkt, liegt nicht zuletzt an den großformatigen Platten aus Arabeskato-Marmor auf dem Boden des Erdgeschosses und in der Rezeption. Seitliche Fugen nehmen die indirekte Beleuchtung auf. Der weiße, von grauen Adern durchzogene Naturstein erzeugt eine kühle und ruhige Atmosphäre im Empfangsbereich. Andere Räume sind entweder mit Marmor oder mit Granitplatten ausgekleidet. Im WC neben der Rezeption beispielsweise sind die Wände und Böden mit Granit bedeckt, und auch das kantige Waschbecken ist aus diesem Stein gefertigt. Anstelle eines Spiegels hängt über dem Waschbecken eine gerahmte Messingplatte, die vor dem Polieren oxidiert wurde, um sie der Maserung des Granits anzugleichen.

Passend zu den Sichtbetonwänden in den Deluxe- und Premier-Zimmern wählten die Architekten einen glasfaserverstärkten Zementestrich mit polierter Oberfläche als Bodenbelag in diesen Raumkategorien. Die Decken und einzelne Wände sind gespachtelt und weiß lackiert. Unter den Betten und am Arbeitsplatz sind hellgraue Läufer ausgelegt. In einer Fuge entlang der Fensterfront verbirgt sich die indirekte Beleuchtung. Die Comfort-Zimmer sind im Gegensatz dazu ganz in Holz ausgeführt: Wände und Böden sind mit kurzen Eichenholzdielen bekleidet. Das vorherrschende Material in sämtlichen Bädern ist geschliffener Marmor.

Bautafel

Architekten: Design Systems, Hongkong
Projektbeteiligte: T.K.Tsui & Associates, Hongkong (Tragwerksplanung); Architectural Precast GRC, Hongkong (Betonfertigteilhersteller); Wing Dik Company, Hongkong und City Decoration Works, Hongkong (Metallbau)
Bauherr: Tuve, Hongkong
Fertigstellung: 2015
Standort:
16 Tsing Fung Street, Tin Hau, Hongkong
Bildnachweis: Matteo Carcelli, Paris; Jinglu Jada Zheng, Hongkong; Design Systems, Hongkong

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