Space House in London

Unauffälliger Einschub

Als George Marsh und das Team von R. Seifert & Partners in den 1960er-Jahren einen Bürokomplex an der Londoner Kemble Street entwarfen, befanden sich Europa und die USA gerade im Weltraumfieber: Juri Gagarin war als erster Mensch ins All gestiegen und die NASA arbeitete unter Hochdruck auf eine Mondlandung hin. Im Sog der Begeisterung erhielten der 1968 fertiggestellte zylindrische Turm und sein benachbarter Riegel den Namen Space House. Ein halbes Jahrhundert später wurde das Ensemble nach Plänen von Squire and Partners umfassend saniert. Dazu ließen sie auch einige der kreuzförmigen Betonfertigteile nachproduzieren, um den Turm aufzustocken.

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Durchlässigkeit statt Blockrandbebauung

An dem Standort in Covent Garden befand sich zunächst das von General Electric genutzte Magnet House, ein 1922 fertiggestellter Bau mit neoklassizistischen Elementen und einem markanten Mittelrisalit. Immobilienentwickler Harry Hyams erwarb das Gebäude 1963 und ließ das trapezförmige Grundstück wenig später bereinigen. Am vierspurigen Kingsway wurde ein achtgeschossiger Langbau platziert und im Blockinneren ein 16-geschossiger Turm, verbunden durch eine zweigeschossige, verglaste Brücke. Durch die zwei separaten Baukörper entstanden neue Nischen und Plätze im Stadtraum. Teils hinter Stützen eingerückte Glasfassaden lösen die Erdgeschosszonen auf und geben den Volumen Leichtigkeit – ein deutlicher Kontrast zur vorherigen Blockrandbebauung.

Ihrer Form entsprechend unterscheiden sich die Grundrisse der beiden Bürobauten deutlich. Im Riegel, dessen Längsfassaden verglast sind, liegen die Sanitär- und Erschließungsräume an den nur sporadisch geöffneten Stirnseiten. Beim Turm liegen diese Räume hingegen in einem zylindrischen Kern. Für den weiteren Ausbau der Geschosse gab es kaum Vorgaben.

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Mieter- und Eigentümerwechsel nach 40 Jahren

Wegen eines Überangebots an Büroflächen standen die Gebäude nach Fertigstellung zunächst einige Jahre leer, bevor 1975 schließlich die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) einzog. Nach Auslauf des Mietvertrags 2019 übernahm Seaforth Land das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude vom bisherigen Eigentümer und beauftragte kurz darauf Squire & Partners mit den Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen.

Die Planenden passten Erschließung und Gebäudetechnik an heutige Standards an. Der Turm wurde um zwei zusätzliche Büroetagen erweitert und der Riegel um ein Staffelgeschoss mit Besprechungsräumen, einer Bar und einer Dachterrasse. Zugleich verstecken sich hier oben die neuen Luft-Wärmepumpen der Bürohäuser. In der Tiefgarage entstanden derweil ein 1.500 m² großer Veranstaltungssaal und ein Fahrradparkhaus mit 600 Abstellplätzen, Duschen und Trockenräumen.

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Robuste Strukturen

Möglich waren die Eingriffe durch die Robustheit und den guten Zustand des bestehenden Tragwerks – einer Mischung aus Ortbeton und Fertigteilen. Beide Gebäude verfügen über eine tragende Fassade aus vorgefertigten Elementen. Beim Riegel sind sie rahmenartig. Hinzu kommt eine Stützenreihe auf der Längsachse des Grundrisses. 

Beim Turm ist jedes Geschoss in 48 Kreissegmente unterteilt. Als tragende Stützen fungieren hier allein die kreuzförmigen, drei Meter hohen Fassadenelemente. Von dort spannen – Fahrradspeichen ähnlich – vorgefertigte, vorgespannte Deckenrippen zu den Wänden des zylindrischen Kerns. In der Sockelzone tragen Y-förmige Stützen die Turmfassade. Diese Konstruktion machte den Bauprozess nicht nur schneller und kostengünstiger, sondern erlaubte auch, auf ein Gerüst zu verzichten.

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Zwischen Archiv und Wirklichkeit

Um den Zustand des Tragwerks beurteilen zu können, begaben sich die Architekt*innen und Ingenieure zunächst ins Archiv, wo sie nicht nur alte Pläne fanden, sondern auch statische Berechnungen und Informationen über den Beton. Demzufolge soll die Betonfestigkeit 30 bis 55 MPa statt der damals üblichen 14 MPa betragen haben. Es zeigte sich aber auch, dass die Deckenrippen Tonerdezement (Englisch: High Alumina Cement – HAC) enthalten, was dazu führen kann, dass der Beton mit der Zeit porös wird (siehe Bauwerke zum Thema)

Glücklicherweise ergaben Bewehrungsscans und Analysen des Chloridgehalts jedoch, dass sich die Deckentragwerke noch in sehr gutem Zustand befanden, mit wenigen Anzeichen für Korrosion. Auch die Brandfestigkeit der Deckenplatten war für heutige Standards ausreichend. Erleichternd kam hinzu, dass für Büronutzungen heute deutlich geringere Lastannahmen gelten – weniger Papier und leichtere Geräte.

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Beton: unauffälliger Einschub

Um die Aufstockung mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren, zogen die Architekt*innen Zeichnungen des Büros R. Seifert & Partners heran, auf denen unter anderem nichtrealisierte Staffelgeschosse zu sehen sind. Insbesondere beim Turm war diese Maßnahme mit einigem Aufwand verbunden: Zunächst wurden die bestehende Dachplatte und die T-förmigen Elemente der Turmkrone entfernt. 

Für das neue 16. Obergeschoss fertigte man 48 der kreuzförmigen Fertigteile nach, die sich sowohl geometrisch als auch optisch gänzlich unauffällig einfügen sollten. Dazu testeten die Verantwortlichen verschiedene Zementfarben und Zuschlagstoffe, bevor man sich für eine helle Mischung mit 10 mm Korngröße entschied. Um auch die Textur zu reproduzieren, wurden die Oberflächen sandgestrahlt. In ein bis zwei Jahren, wenn sie verwittert sind, sollen sie sich dem Bestand angeglichen haben.

Innerhalb von nur einer Woche wurden die neuen Elemente montiert. Geschwindigkeit war gefragt, damit die HAC-haltigen Bodenplatten möglichst wenig der Witterung ausgesetzt waren. Die neue Geschossplatte erstellte man mit nachgespanntem Beton, um die Kräfte auf den Bestand geringzuhalten und zugleich eine größtmögliche Raumhöhe zu erzeugen. Anschließend wurden die T-Elemente wieder aufgesetzt und eine weitere neue Geschossplatte gegossen. Auf dieser errichtete man schließlich das Staffelgeschoss.

Bautafel

Architektur: R. Seifert & Partners (Bestand 1968); Squire & Partners (Sanierung 2024)
Projektbeteiligte: Pell Frischmann (Tragwerksplanung); Donald Insall Associates (Denkmalpflege); Gustafson Porter + Bowman (Landschaftsarchitektur); BAM Construction (Bauunternehmen); Gardiner & Theobald (Baugutachter, Projektleitung und Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination); Atelier Ten (Gebäudetechnik, Brandschutz- und Nachhaltigkeitsberatung); Millcroft (Planung und Lieferung von Zugangs- und Sicherheitsgerüsten für die Turmaufstockung); Interspan (Hersteller der nachgespannten Betondecken bei der Turmaufstockung)
Bauherr*in: Seaforth Land, QuadReal
Fertigstellung: 2024
Standort: 1 Kemble St, London WC2B 4AN, Vereinigtes Königreich
Bildnachweis: Gareth Gardner (Fotos); Squire & Partners (Pläne)

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Die Bürgerdienste nahe dem Ulmer Hauptbahnhof sind nach einem Entwurf des Stuttgarter Büros Bez + Kock Architekten entstanden.

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Der von Blocher Partners entworfene Bürokomplex Mondeal Heights liegt direkt am Sarkhej–Gandhinagar Highway in Ahmedabad

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Der Treppenturm aus transluzentem Beton ist das Erkennungszeichen der von Paradigm Design House entworfenen Capital Select Bank in Amman

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Blick auf den Haupteingang der vom Architekturbüro Bez + Kock entworfenen Polizeiinspektion in Aschaffenburg

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Fassadenrelief aus gesäuertem Weißbeton

Für die Ägyptische Botschaft in Lissabon entwarfen Promontório Architects ein repräsentatives  Bürogebäude

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Ägyptische Botschaft in Lissabon

Monolithischer Sichtbetonbau mit Fassadenrelief

Mit einer neuen Zick-Zack-Fassade aus vertikalen Betonscheiben und Glas verwandelten Promontório Architects ein Bürohaus aus den 1980er-Jahren in ein repräsentatives Verwaltungsgebäude (Nordwestansicht)

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Fotosession vor dem Juergen Teller Studio im Westen Londons

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Rau geschalter Sichtbeton und helles Porenbetonmauerwerk

Das neue Verwaltungsgebäude Karl Köhler begrenzt das Firmenareal nach Süden, hier die Südostansicht

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Sichtbeton als Visitenkarte

Der Neubau auf dem Firmengelände ist in drei versetzt gereihte, gleich große Baukörper unterteilt

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Steinmetzmäßig be­ar­bei­te­te Sichtbetonfassade

Südostansicht mit dem leicht abgesenkten Parkplatz im Vordergrund

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Polizeistation in Salt

Strahlend weiße Sichtbetonhülle mit scharfkantigem Trapezprofil

Farbigkeit und Fensterformate der Neubauflügel beziehen sich auf den historischen Kopfbau

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Sichtbetonfassade und pyramidenförmige Betonkuppeln mit Lochornament

Der sechsgeschossige Verwaltungsbau ist das neue Aushängeschild der Firma Stahlton, einem Hersteller von Betonbauteilen

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Reliefartig strukturierte Fertigteile aus Glasfaserbeton

Die Architekten bezeichnen das Büro- und Geschäftshaus als  „robust und stabil“

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Expressiv geschwungene Formen prägen die Firmenzentrale

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Geschwungene Fassadenbänder aus 150 maßgefertigten Betonfertigteilen

Mit einer Höhe von 68 Metern markiert der Neubau den Auftakt zum neuen Stadtquartier nördlich des Berliner Hauptbahnhofs

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Tour Total in Berlin

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Das Gerichtsgebäude öffnet sich zur Stadt hin mit einem Vorplatz und hohen weißen Betonstützen

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Friedensgericht in Esch-sur Alzette

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Das Bürogebäude des Unternehmens und Architekturbüros Blocher Partners befindet sich auf einem innerstadtnahen Grundstück in Hanglage

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Ansicht vom Innenhof mit Zugang für die Bediensteten der Polizeistation

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Ansicht des Hinterhauses mit unterschiedlichen Fensteröffnungen und eingezogenen Loggien

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Das Botschaftsgebäude setzt sich aus Kanzlei, Konsulat und Botschafterresidenz zusammen

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Gebaute Landschaft

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Schmaler Turm kombiniert mit sechsgeschossigem Riegel und weitem Vorplatz am Münchner Stadtrand

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Verästelte Fassadenstruktur

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Ansicht der Eckausbildung

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Die Sparkasse mit dem Ulmer Münster im Hintergrund

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Sparkasse in Ulm

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Außenansicht

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Außenansicht

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Außenansicht der Botschaft - die Betonkonstruktion schimmert durch die Lochblechverkleidung

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Westfassade

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Der östliche Erweiterungsbau in der Nordostansicht

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Ansicht von der Klingelhöferstraße

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Blick auf die Ostfassade vom Ehrenhof

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Ansicht Westfassade

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