Sommerhaus in Dänemark
Dachkrone aus geschichteten Holzlamellen
An der Nordküste von Seeland in Dänemark ragt eine bemerkenswerte Dachstruktur aus dem abfallenden, wild bewachsenen Küstengelände. Das Kopenhagener Büro Jesper Kusk Arkitekter schuf im ehemaligen Fischerdorf das Sommerhaus Rågeleje mit Blick auf das Kattegat, das sich traditioneller Formen und Materialien bedient, um diese in einer minimalistischen Architektursprache neu zusammenzufügen.
Galerie
Der nahezu gänzlich aus Holz errichtete Bungalow steht auf einem leicht erhöhten Holzdeck, das rundum zur Erschließung dient sowie Außenterrassen bildet. Der Baukörper selbst ist ein langgestreckter Riegel und bietet eine Wohnfläche von 158 Quadratmetern auf einer einzigen Ebene. Das schmale Grundstück erstreckt sich von Süden nach Norden, wobei die nördliche Giebelseite dem Meer zugewandt ist und in erster Reihe zum öffentlichen Strand steht.
Allgegenwärtiger Außenraumbezug
Von Süden kommend findet sich zunächst eine kleinere
Gästewohnung leicht versetzt zur Baulinie des Haupthauses. Über
einen schmalen Steg wird das eigentliche Ferienhaus erreicht. An
einer mittleren Erschließungsachse reihen sich zwei Schlafzimmer,
zwei Bäder, ein Hauswirtschaftsraum und zwei geschützte
Außenterrassen, bevor es nordseitig in den großzügigen Wohn- und
Essbereich mit Küche übergeht. Die zwei windgeschützten, durch
Holz-Schiebetore abschirmbaren Terrassen sind jeweils seitlich in
das Bauvolumen beziehungsweise in die Dachflächen eingeschnitten.
Durch mehrheitlich verglaste Außenwände und Terrassentüren ist die
umgebende Landschaft allgegenwärtig; insgesamt dominiert der
Eindruck von Weite und Durchlässigkeit.
Galerie
Das Gebäude selbst folgt der schlichten Geometrie eines Langhauses mit Satteldach. Nah am First geht die Form in eine vertikale Fläche über, die zu einem Laternendach ansetzt. Dieses ist wiederum gekappt. Der flach gedeckte Abschluss ermöglicht, zwei lange Oberlichtreihen einzusetzen und so den Kern des Hauses direkt zu belichten.
Holzverkleidete Raum- und Gebäudehülle
Prädominante Materialien innen wie außen sind Holz und Glas. Die reduzierte Holzkonstruktion zielt auf einen geringen CO₂-Fußabdruck des Gebäudes, während die allgegenwärtigen, holzverschalten Wände und Fassaden Bezug zur lokalen Bautradition nehmen. Die markanten Giebel und senkrechten Wandflächen oberhalb der Dachkante kennzeichnen horizontal gereihte Holzlamellen aus dänischer Eiche. Aus dem gleichen Material sind auch die Fenster, deren Profile sich nahtlos in die bauliche Umgebung einfügen. Innen wie außen zieht sich der Gestaltungsansatz durch, sodass von den Terrassendielen über die Außenwände bis hin zu den Decken die linear geschichteten Holzlatten zum Charakteristikum für das gesamte Bauwerk werden. Die geneigten Dachflächen sind im Kontrast zum Holz mit schwarzen Bitumenbahnen und -schindeln gedeckt.
Dachaufbau und -neigung
Der oberste Dachabschluss weist an den Oberlichtern einen Neigungswinkel von 5° auf. Die seitlichen Dachflächen haben eine Neigung von 15,53°. Der Dachaufbau setzt sich von innen nach außen aus 20 x 40 mm Holzleisten, einer Akustikdecke, schallabsorbierender Mineralwolle 20 Millimeter, Kreuzverbinder 12 mm, einer Untersparrendämmung aus Mineralwolle 45 mm sowie der Holzlattung 45 x 45 mm, einer PE-Dampfbremse 0,2 mm, einer Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle 145 mm und den Sparren in den Maßen 45 x 195 mm, einem Hinterlüftungsspalt von 50 mm, einer Dachschalung 25 x 125 mm sowie den aufgeschweißten Dachbahnen aus Bitumen in zwei Lagen zusammen. Das Bitumendach ist mit dreieckigen Latten im Abstand von 900 mm versehen, die der modularen Fassadeneinteilung entsprechen.
Bautafel
Architektur: Jesper Kusk Arkitekter, Kopenhagen
Projektbeteiligte: Øllgaard Rådgivende Ingeniører (Tragwerksplanung), Børge Nielsen (Holzbau), LoBe Landskab mit THKR und Øllgaard Consulting Engineers (Landschaftsarchitektur), Iben Winther Orton (Lichtplanung)
Bauherr/in: privat
Standort: 3210 Rågeleje, Dänemark
Fertigstellung: 2026
Bildnachweis: Hampus Berndtson
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