Dämmputze für die Sanierung von Fachwerkhäusern
Verbesserter Wärmeschutz durch kombinierte Außen- und Innendämmung
Die über zwei Millionen Fachwerkhäuser sind aus der deutschen Baulandschaft nicht wegzudenken. Viele von ihnen sind sanierungsbedürftig, doch ihre energetische Ertüchtigung zählt zu den „Königsdisziplinen“ des Bauhandwerks. Maßgeschneiderte Konzepte statt Standardlösungen sind gefragt. Mit kapillaraktiven Putzsystemen lassen sich U-Werte signifikant senken, ohne die historische Substanz durch Feuchtestau zu gefährden.
Galerie
Fachwerk „arbeitet“
Für historische Fachwerkhäuser kommen konventionelle Dämmungen meist nicht in Frage, aufgrund der Kombinationen aus Lehm, Holz und Putz. Diese Baustoffe „arbeiten“ auf unterschiedliche Weise, etwa wenn sie sich bei Feuchtigkeit ausdehnen. Damit es nicht zu Feuchteschäden kommt, sind diffusionsoffene Dämmmaterialien nötig, die einen geringen Widerstand gegenüber Dampf und Luftfeuchtigkeit aufweisen.
Des Weiteren reagiert die statische Einheit aus Ständerwerk und Ausfachung sehr flexibel auf thermische Spannungen und Setzungen. Während massives Mauerwerk insbesondere bei Setzungen mit Rissbildung reagiert, kompensiert die Fachwerkfassade Verformungen einfach über ihren hohen Fugenanteil. Doch genau dieser konstruktive Vorteil bringt Herausforderungen für die energetische Sanierung mit sich. Eine dauerhafte Abdichtung der dynamischen Fugen ist technisch kaum realisierbar. Daher setzt eine fachgerechte Sanierung nicht auf deren starre Versiegelung. Bezieht man die Fuge als festen Bestandteil in die Sanierung mit ein, sorgt dies dafür, dass die Konstruktion ihre Funktionsfähigkeit behält.
Zunächst muss man hierzu die Fuge über einen Kellenschnitt vom Ständerwerk trennen und mit einer in die Putzschicht eingearbeiteten Dreiecksleiste oder einem „Mörtelschloss“ gegen Schlagregen abdichten. Für die Minimierung des Restrisikos eindringender Feuchtigkeit sorgt das flankierende Putzsystem. Hierbei kommen mineralische Wärmedämmputze auf Kalkbasis zum Einsatz, die eine hohe Diffusionsoffenheit mit kapillarer Leitfähigkeit kombinieren.
Galerie
Spezialdämmputze
Der Hersteller Hasit bietet gleich mehrere Wärmedämmputze für die Fachwerksanierung an: Der Hasit 242 Calceclima Thermo basiert auf Kalk, ergänzt um rein mineralische Leichtzuschläge. Damit kennzeichnen ihn laut Herstellerangaben eine hohe Diffusionsoffenheit und sehr gute kapillare Transportfähigkeit. Die Wärmeleitfähigkeit beläuft sich auf 0,042 W/mK. Möglich sind Schichtstärken von 20 bis 120 Millimetern – für Anwendungen von der Aufdopplung bis hin zum Komplettaustausch der Ausfachung. Bereits der Austausch des Bestandputzes genügt in der Regel, um eine deutliche energetische Verbesserung zu erlangen. Der Putz ist frei modellierbar. Pro Arbeitsgang kann eine Schicht von bis zu 60 Millimetern Stärke aufgetragen werden.
Eine Hightech-Alternative stellt der Hasit Fixit 222 Aerogel-Hochleistungsdämmputz dar. Zwar ist er dem mineralischen Putz verarbeitungstechnisch und bauphysikalisch sehr ähnlich, verfügt aber über eine Wärmeleitfähigkeit von nur 0,028 W/mK. Mit halber Schichtdicke lässt sich also die gleiche Dämmwirkung erzielen. Für beide Produkte gilt: Eventuell eindringende Feuchte oder gar Nässe findet über Diffusion und Kapillartransport schnell wieder den Weg nach draußen.
Winddicht durch Zweischichtigkeit
Die Winddichtigkeit der Gefache ist ein häufig unterschätztes Problem. Zusätzliche Dämmebenen helfen. Ein Putzträger (zum Beispiel Schilfrohrplatten) mit einem durchgängig aufgetragenen mineralischen Dämmputz auf der Innenseite sorgen für absolute Dichtigkeit. Dieser Aufbau optimiert den U-Wert der Gesamtkonstruktion bei gleichmäßig hoher Diffusionsoffenheit.
Förderung
Neben der hauseigenen technischen Beratung empfiehlt der Hersteller bei Fachwerksanierungen außerdem, einen Energieberater hinzuzuziehen. Umfangreiche Förderungen können abgerufen werden, wobei meist zwischen Innen- und Außendämmung unterschieden wird. Bei Innendämmungen ist allgemein keine Nachweisführung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) erforderlich und schon mit einem U-Wert kleiner als 0,65 W/m2K sind die Fördervorgaben erfüllt. Das ist der Fall bei einer Innendämmung mit dem Hasit 242 in der Stärke 50 mm, die einen U-Wert von 0,632 W/m2K erreicht.
Anders verhält es sich bei einer Außendämmung: Hier ist für den vorgegebenen Wert von 0,45 W/m2K ein Nachweis gemäß GEG erforderlich. Das ist auch für die Kombination von Außen- und Innenputz der Fall. Den förderfähigen Dämmwert erreicht man mithilfe des Hasit 242 bei einer Stärke von 80 mm und 0,441 W/m2K. Dabei kann es sich sowohl um 80 mm Außenputz handeln als auch um eine Kombination aus 30 mm Innen- und 50 mm Außenputz.
Fachwissen zum Thema
Deutsche Rockwool | Kontakt 02043 / 408 408 | www.rockwool.de
