Winterlicher Wärmeschutz

Wärmebrücken, Tauwasser und Schimmelpilze

Gallerie

Der winterliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, den Wärmeverlust in einem Gebäude zu reduzieren, bzw. den Wärmeabfluss nach außen so weit wie möglcih zu verhindern, den Bewohnern eine hygienisch einwandfreie Lebensweise zu ermöglichen und einen dauerhaften Schutz der Baukonstruktionen gegen klimabedingte Feuchteeinwirkungen sicherzustellen. Voraussetzung ist, dass die Räume entsprechend ihrer Nutzung ausreichend beheizt und belüftet werden.

Der bauliche Mindestwärmeschutz ist in der DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden geregelt und sehr komplex. Zu berücksichtigen sind die einzelnen Bauteile (Wand-, Decken-, Dachaufbau), die haustechnischen Komponenten (Heizung, Lüftung, Klimatechnik) sowie die Wärmedämmungen (Art, Stärke, Eigenschaften). Der Dämmstoff trägt ganz wesentlich zum Wärmeschutz bei. Wichtigster Kennwert für die Baustoffe und Bauteile ist der Wärmedurchgangskoeffizient (= U-Wert).

Die verschiedenen bauphysikalischen Vorgänge, die im Bereich des winterlichen Wärmeschutzes eine Rolle spielen, sind thematisch nicht einfach voneinander zu trennen. So muss z.B. unbedingt auf die Vermeidung von Tauwasser geachtet werden, da es ab einer gewissen Menge unweigerlich zur Schimmelpilzbildung führt.

Vermeidung von Tauwasserbildung nach EnEV

  • Modernisierung
    Eine bauteilbezogene Tauwasserbildung sollte grundsätzlich vermieden werden. Für den Bereich der Steildächer sind vom Gesetzgeber im Rahmen der EnEV Werte für den Wärmedurchgangskoeffizienten im Falle einer Sanierung vorgegeben worden. Dieser U-Wert muss 0,24 W/m²K oder weniger betragen. (Je geringer die Zahl, desto besser der Dämmwert.)

  • Neubau
    Bei Neubauten gibt es diese Mindestvorgabe in der Form nicht. Dem Planer wird hier durch das sogenannte Bilanzverfahren, das die gesamte Gebäudehülle einbezieht, eine gestalterische Planungsfreiheit überlassen. Allerdings darf das Gebäude je nach dem Verhältnis von Gebäudevolumen zur Gebäudeoberfläche der Außenwände bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Bei einem Neubau sollte der U-Wert beim Dach trotz der gesetzgeberischen Freiheiten aus energieeffizienter Sicht 0,15 W/m²K nicht übersteigen.
Vermeidung von Wärmebrücken
Eine wichtige Anforderung an den winterlichen Wärmeschutz ist es, Wärmebrücken zu vermeiden bzw. zu minimieren. Wärmebrücken sind Stellen der Gebäudehülle, die einen wesentlich kleineren Wärmedurchlasswiderstand aufweisen als die benachbarten Wand- und Deckenteile. Wärmebrücken, zum Beispiel in Form von Balkonkonstruktionen, die an die Wandkonstruktion ungedämmt angeschlossen werden, sollten grundsätzlich vermieden werden.

Oft stellen jedoch auch Raumecken von Außenwänden Wärmebrücken dar. Die Geometrie einer Ecke bedingt, dass die jeweiligen außen liegenden, wärmeabstrahlenden Wandflächen auf der Innenseite über eine wesentlich geringere Fläche verfügen. Diese kleine Fläche kühlt sehr viel schneller aus als eine vergleichbare Fläche in der Wandmitte. Probleme mit der Oberflächentemperatur treten dementsprechend in den Raumecken vermehrt auf.

Vermeidung von Schimmelpilz
Besondere Bedeutung wird dem Schutz vor schädigenden Feuchteeinwirkungen in Bauteilen mit einer nachfolgenden Schimmelpilzbildung beigemessen. Als Zielsetzung gilt eine Oberflächentemperatur (der Außenwand auf der Innenseite gemessen) von mindestes 12,6°C. Ist die Temperatur geringer, kann die Luft bei einer normalen Raumtemperatur von 20°C und einer relativen Luftfeuchte von 55% die in ihr enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen. Infolgedessen fällt Wasser in tropfbarer Form aus. Eine dauerhafte relative Luftfeuchtigkeit von 80% im Bereich der kühleren Oberfläche der Wand reicht aus, um Schimmelpilze zum Wachstum anzuregen.

Fachwissen zum Thema

Wärmeschutz

Definition und Aufgaben des Wärmeschutzes

Sämtliche bauliche Maßnahmen, die das Ziel haben die Energiekosten zu senken (beispielsweise durch die Verringerung des...

Wärmeverluste im Mauerfuß, an Stürzen und Fenstersimsen (Rot=warm; Blau=kalt)

Wärmeverluste im Mauerfuß, an Stürzen und Fenstersimsen (Rot=warm; Blau=kalt)

Wärmeschutz

Wärmebrücken

Als Wärmebrücken werden die Bereiche einer Gebäudehülle bezeichnet, die mehr Wärme nach außen  transportieren als ihre Umgebung....

Organigramm der Bausteine des U-Wertes

Organigramm der Bausteine des U-Wertes

Wärmeschutz

Wärmedurchgang

Der Wärmeverlust über ein Bauteil wird unter stationären, d.h. zeitlich unveränderter Randbedingungen über den...

Dämmstoffe

Dämmstoffe

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Dämmstoffe sponsored by:
Deutsche Rockwool | Kontakt 02043 / 408 408 |  www.rockwool.de
Zum Seitenanfang

Definition und Aufgaben des Wärmeschutzes

Sämtliche bauliche Maßnahmen, die das Ziel haben die Energiekosten zu senken (beispielsweise durch die Verringerung des...

Winterlicher Wärmeschutz

Der winterliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, den Wärmeverlust in einem Gebäude zu reduzieren, den Bewohnern eine hygienisch einwandfreie Lebensweise zu ermöglichen und einen dauerhaften Schutz der Baukonstruktionen gegen klimabedingte Feuchteeinwirkungen sicherzustellen

Der winterliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, den Wärmeverlust in einem Gebäude zu reduzieren, den Bewohnern eine hygienisch einwandfreie Lebensweise zu ermöglichen und einen dauerhaften Schutz der Baukonstruktionen gegen klimabedingte Feuchteeinwirkungen sicherzustellen

Der winterliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, den Wärmeverlust in einem Gebäude zu reduzieren, bzw. den Wärmeabfluss nach außen so...

Wärmespeicherfähigkeit

Dämmstoff mit sehr guter Wärmespeicherfähigkeit: Zellulose

Dämmstoff mit sehr guter Wärmespeicherfähigkeit: Zellulose

Wegen der Temperaturschwankungen in Gebäuden wird deren Heizwärmebedarf auch von der Wärmespeicherfähigkeit und der...

Wärmedurchgang

Organigramm der Bausteine des U-Wertes

Organigramm der Bausteine des U-Wertes

Der Wärmeverlust über ein Bauteil wird unter stationären, d.h. zeitlich unveränderter Randbedingungen über den...

Wärmebrücken

Wärmeverluste im Mauerfuß, an Stürzen und Fenstersimsen (Rot=warm; Blau=kalt)

Wärmeverluste im Mauerfuß, an Stürzen und Fenstersimsen (Rot=warm; Blau=kalt)

Als Wärmebrücken werden die Bereiche einer Gebäudehülle bezeichnet, die mehr Wärme nach außen  transportieren als ihre Umgebung....

Sommerlicher Wärmeschutz

Ein Sonnenschutz z.B. in Form von Fensterläden schützt wirksam gegen Überhitzung

Ein Sonnenschutz z.B. in Form von Fensterläden schützt wirksam gegen Überhitzung

Der Überhitzung von Räumen vorzubeugen ist das wesentliche Ziel des sommerlichen Wärmeschutzes. Dabei geht es darum, ein...

Überhitzung

Jalousien in einer Doppelfassade

Jalousien in einer Doppelfassade

Durch Glasfassaden werden zwar die passiven Solarenergiegewinne erhöht, aber auch die Probleme der Überhitzung, d.h. der...

Schallschutz-Finder

Mit zwei Klicks zum idealen Dachaufbau – mit dem Online-Programm von ROCKWOOL

Partner-Anzeige