Villa F in Uffenheim

Gläserne Betonwellen im Park

Gallerie

Eingebettet in eine Parkanlage liegt die Villa F auf einem großzügigen Grundstück im mittelfränkischen Uffenheim. Umgeben von altem Baumbestand scheint sie trotz ihrer scharfkantigen Architektur aus Beton und Glas mit der Landschaft zu verschmelzen. Die verglaste Südfassade lässt erahnen, welch komplexe Organisationsstruktur sich hinter ihr verbirgt: Offenes Wohnen auf drei Geschossen, die als Split-Level-Konstruktion über fünf Niveaus ineinander fließen.

Für den Architekten Martin Schroth ist das Bauwerk mehr als nur ein Wohngebäude mit repräsentativen Fassaden und notwendigem Raumprogramm. Durch seine Tätigkeit an der Akademie für Bildende Künste Stuttgart unterrichtet er Studenten in digitalem Entwurf und machte sich auch bei diesem Projekt die parametrischen Entwurfsprinzipien zu Nutze. Die komplexen Raumstrukturen erforderten Arbeitsmethoden, die weit über die zweidimensionale Planung hinausgehen. Mithilfe von mathematischen Formeln und Diagrammen brachte er die räumlichen Zusammenhänge mit den technischen Daten in Einklang. Die so erzeugten Simulationen halfen nicht nur bei der Optimierung von Raum- und Wegebeziehungen, sondern minimierten auch Fehlerquellen.

Betreten wird das lang gestreckte Gebäude von der Westseite, im Halbgeschoss nach unten befinden sich die Garage sowie ein Wellnessbereich, der über einen Tiefhof belichtet wird. Die interne Erschließung liegt auf der Nordseite, auf der großzügige Fensterbänder immer neue Ausblicke gewähren. Vom Eingang geht es ein halbes Geschoss hoch in den ausgedehnten Wohn- und Essbereich mit Zugang zur Terrasse und zum Schwimmbecken. Es folgen das Kinder- und Elternlevel mit Schlaf- und Arbeitszimmern sowie den Bädern.

Neben der hohen räumlichen Qualität legte der Architekt großen Wert auf ein effektives, ressourcenschonendes Energiekonzept. Beheizt wird das Gebäude mit einer Wärmepumpen-Heizung, die über Erdsonden mit Erdwärme versorgt wird. Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme im Haus. Im Sommer wird die Wärmepumpe zur Bauteilkühlung eingesetzt. Zudem wird der Wärmeeintrag der Sonne auf der südlichen Glasfassade zur Beheizung im Winter genutzt. Speziell entwickelte Lamellen sorgen bei zu viel Sonneneinstrahlung für die Verschattung.

Beton
Die Komplexität des Entwurfs durch die internen Boden- und Deckenübergänge erforderte einen hohen planerischen Aufwand, der in konventionell geplotteten Plänen schwer zu erfassen war. Anhand eines Arbeitsmodells waren die räumlichen Zusammenhänge für alle Baubeteiligten besser zu lösen. Gleichzeitig erforderte die Formgebung der Deckenverschneidungen höchste Anforderungen an die ausführende Rohbaufirma. Die sonst üblichen Maßtoleranzen mussten auf ein Minimum reduziert werden und die Qualität der Ausführung bereits bei den Rohbauarbeiten auf den Standard von Innengewerken angepasst werden.

Decken und Wände sind aus Stahlbeton in Dicken von 20 cm hergestellt; die Decken außerdem zur Bauteilaktivierung mit einem entsprechendem Heizsystem bestückt. Ihre Ausführung musste absolut exakt sein, da die Fassadenprofile bündig an die Deckenaußenkante anschließen. Im Bereich der gekrümmten Deckenflächen in Gebäudemitte kam eine separate Deckenschalung aus Holz zum Einsatz. Auf der Stahlbetondecke liegen 8 cm Wärmedämmung, dann 3 cm Trittschalldämmung, es folgt eine Trennlage und 6,5 cm Heizestrich. Als Bodenbelag entschieden sich Planer und Bauherren für Travertin. Auf der Terrasse liegt ebenfalls Travertin, hier allerdings in einem 3 cm dicken Mörtelbett. Der Zugang zur Terrasse erfolgt über eine pulverbeschichtete Stahltreppe mit 4 cm dicken Travertinstufen und einem flachen Steigungsmaß.

Die Deckenunterseiten haben ebenso wie die Innenwandflächen eine 5 mm dicke Spachtelung erhalten. Im Bereich der schmalen Stirnseiten auf der Südseite wurde eine 12 cm dicke Wärmedämmung auf die Betondeckenstirn aufgebracht, danach eine 2 cm dicke OSB Trägerplatte. An dieser sind die U-Bügel für den Lamellenkasten befestigt, der wiederum von einer verputzten und weiß gestrichenen Faserzementplatte abgedeckt wird. Die Isolierverglasung der Fenster besteht aus 2 x 6 mm starkem Einscheibensicherheitsglas mit einem Scheibenzwischenraum von 16 mm. Die schmalen Gebäudeseiten der Ost- und Westfassade sind herkömmlich mit Dämmung und Putz ausgeführt und mit einem Anstrich versehen.

Objektinformationen

Architekten: Architekturstudio Martin Schroth, Rothenburg ob der Tauber
Projektbeteiligte: Annette Puls, Niederstetten (Tragwerksplanung), Friedrich Ströbel Hoch- und Tiefbau, Spielbach (Baufirma), Keller und Hahn, Insingen (Erdbohung), Hoffmann, Bad Windsheim (Dachabdichtung), Beisser Elementebau, Feuchtwangen (Ausführung Glasfassade); Schüco, Bielefeld (Fassade)
Bauherr: Privat
Standort: Uffenheim
Fertigstellung: 2010
Bildnachweis: Jann Döppert, Stuttgart

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