Wolken im freien Feld
Kulturpavillons im chinesischen Ningbo
Nahe der ostchinesischen Küstenstadt Ningbo, ein Stück landeinwärts, breitet sich eine Berglandschaft mit weiten Tälern aus. Auf vormals landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Ortschaft Dun'ao realisierte das Büro Practice on Earth gemeinsam mit Increments Studio drei Pavillons. Unter dem Namen Down in the Clouds entstanden sind ein Café, ein Lese- und ein Filmraum, die jeweils unterschiedliche, expressive Strukturen darstellen.
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Die Grundelemente bilden gerüstartige Stahlkonstruktionen, Container und luftgefüllte Membranen, die zu unterschiedlichen Kompositionen gefügt wurden. Die Position der drei weit verstreuten Pavillons gaben vormalige Installationen oder Gebäude in den Reisfeldern vor: Alte Werbetafeln, Lagerhallen oder Versorgungseinrichtungen wichen den neuen Kulturorten. Zeitplan und Budget, aber auch der Designansatz, mit formalen und technischen Kontrasten zu spielen, gaben die Materialwahl vor. Weitere Prämissen waren die Flexibilität der Räume sowie eine schnelle Montage.
Unterschiedliche Wolkenformationen
Die wolkenartigen Strukturen bilden die markantesten Bereiche der jeweiligen Installation. Am ersten Standort, dem Café am Geländeeingang, kragt die weiße Wolke in Form eines suspendierten Luftkissens deutlich aus dem Erschließungsturm aus. So entsteht ein Dach, das Schatten und Wetterschutz für den Aufenthaltsbereich darunter bietet. Das Stahlgerüst mit den Maßen 3 x 3 x 8 Meter, an dem die Wolke aufgehängt ist, dient außerdem als Aussichtspunkt. Das Café tritt an die Stelle eines alten Wirtschaftsgebäudes und integriert im Erdgeschoss angepasste Containerbauteile.
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Beim zweiten Pavillon wird ein ganzer Container zum Protagonisten. Wo früher eine Werbetafel stand, ist jetzt ein geschlossener Veranstaltungsraum verortet, der ganzjährig etwa für Filmvorführungen nutzbar ist. Der Eingriff in die Natur sollte so gering wie möglich sein, daher fußt der Container nicht auf seiner vollen Grundfläche, sondern auf wenigen Stützen. Um 15 Grad geneigt liegt er am erhöhten Ende auf einer Stütze auf. Diese sowie eine technische Anlage zur Klimatisierung des Raums werden von voluminösen weißen Luftkissen kaschiert. Innen macht sich die Schräge bezahlt, Sitzstufen und Liegeflächen füllen den Zuschauerraum. Der schwere Container scheint auf einem weichen Ballon aufzuliegen – eine Illusion, die wiederum mit dem Materialkontrast spielt.
Materialkontrast als Designkonzept
Schließlich wiederholt sich das Ballonmotiv mehrfach im Leseraum, dem dritten Pavillon. Sieben kugelförmige Luftkissen sind in einen Stahlrahmen aufgehängt und besetzen den Platz eines vormaligen, ungenutzten Wirtschaftsgebäudes. Nach Norden bilden die voluminösen Blobs einen Wandrücken, nach Süden öffnet sich die Lesezone samt Tisch und Stühlen. Die Kugeln lassen sich auseinanderschieben, sodass der Eingang in die überdachte Struktur freiwird und die federnden, leichten Elemente erlebbar sind. Auch hier wird der Materialkontrast deutlich: Deckenverkleidung aus Aluminiumpaneelen, Schreibtische aus Edelstahl und die Gitterbodenplatten stehen im auffälligen Gegensatz zur glatten, weißen, weichen und runden Form der aufblasbaren Elemente.
