Ort der Begenung statt stilles Örtchen
Umbau einer WC-Anlage zur Buvette
Der kleine Kyburgpark ist ein wichtiger Grünraum im Herzen der schweizerischen Kleinstadt Sursee, der jedoch etwas in die Jahre gekommen war. In einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren konnte sich die Stadtgesellschaft bei der Aufwertung des Parks beteiligen. Ein Resultat ist der 2025 vollzogene Umbau eines bestehenden WC-Häuschens zu einer Buvette, also einer Art Kiosk oder Imbiss. Der von Kunzarchitekten gestaltete Ort bietet nun neben einer öffentlichen, barrierefreien Toilettenanlage auch Speisen und Getränke an – und soll so Gemeinschaft stiften.
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Ab in die Mitte
Das kleine Gebäude mit begehbarem Dach liegt halb in einen Erdhügel eingegraben an der Hauptwegachse des Parks. Im Zuge der Neuzonierung durch das Büro Land Schafft entstanden ringsum vielseitige Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie neue Rückzugsorte. Somit wirkt der unscheinbare Pavillon aus den 1970er-Jahren nun prominenter platziert. Im Zuge seiner Transformation mussten kunzarchitekten nicht nur Hygiene und Belüftung verbessern, sondern ihn auch äußerlich aufwerten. Statt eines stillen Örtchens war ein einladender Ankerpunkt im Park gefragt.
Entkernt und umgebaut
Die robuste Primärstruktur blieb erhalten. Vollständig entkernt ließ sich der Grundriss den gastronomischen Anforderungen entsprechend neu konfigurieren und Küche, Theke und Lager einrichten. Die vorhandenen Betonwände erhielten eine Innendämmung, um Kondensat- und Frostschutz sicherzustellen. Dazu verwendete man Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS). Beim Dach beläuft sich die Plattenstärke auf 40 mm, bei den Wänden beträgt sie 80 mm. Für die Dämmung der Bodenplatte kamen Hartschaumplatten aus Polyisocyanurate (PIR) in 40 mm Stärke zum Einsatz.
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Frische Präsenz
Das kurze Bestandsvordach wurde durch ein großzügiges Stahlvordach ersetzt. Dieses bietet Wetterschutz und gibt der neuen Buvette ein einladendes Gesicht zum Park. An der Südseite liegt eine verglaste Faltfront für den Ausschank, daneben befindet sich der Eingang zur Toilettenanlage. Die Ostseite erhielt einen unauffälligen Personalzugang. Das Dachgeländer wurde erneuert, sodass die begehbare Plattform weiterhin genutzt werden kann. Anstelle der kleinen, hochgesetzten Fensteröffnungen setzte man großflächige, filigrane Holz-Metall-Fenster und -Türen in die Fassade ein. Neue Einbauten wie die Theke und die Möblierung im Innenraum sind in geölter Eiche oder ähnlichen hellen Hölzern ausgeführt.
Die Fassade lebt auch vom Zusammenspiel der Farben: Teilweise profilierte, mintgrün beschichtete Stahlbleche verkleiden Südwand und Vordach, während Füllungen und bewegliche Teile in einem warmen Weinrot ausgeführt sind. Die frische Farbkombination erhöht die Präsenz der Buvette. Abends bieten neue Lichtquellen Orientierung im Park.
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