Apave Hauptsitz am Rande von Toulouse

Bürogebäude aus maßgeschneiderten Fertigteilen

In unmittelbarer Nähe des Stadtentwicklungsgebiets Borderouge am nördlichen Rand von Toulouse markiert der neue regionale Hauptsitz des französischen Unternehmens Apave den Zugang zu dem Quartier und profitiert von einer exponierten und strategisch wertvollen Lage am Knotenpunkt von Autobahnring und nördlichem Stadtboulevard. Der bogenförmige Grundriss des Baus folgt dem angrenzenden Straßenverlauf, wodurch er zum einen in die Stadtstruktur einleitet, zum anderen einen eingefassten Platz auf der Rückseite ausbildet.

Gallerie

Auf vier Geschossen mit insgesamt 3.492 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet der Neubau Platz für flexible Büroräumlichkeiten sowie Schulungsräume im Parterre. Die Architekten von Taillandier Architectes Associés entschieden sich für eine zurückhaltende und nüchterne Ausgestaltung des Gebäudes und beschränkten sich dabei auf drei Materialien: Beton, Aluminium und Glas.

Vertikal trifft horizontal
Die Nordfassade, die dem Verkehrsknotenpunkt zugewandt ist, weist eine alternierende, vertikale Fassadenstruktur aus bodentiefen Fenstern, Lüftungsgittern der integrierten Klimaanlage und Aluminiumpaneelen auf. Der Rhythmus der Fassade basiert auf einem klassischen Büroraster von 1,35 Metern. Die eingesetzten reflektierenden Materialien führen zu einem wechselhaften Spiel mit Licht. Im Gegensatz zur repräsentativen Front ist die hofseitige Südfassade zurückhaltend und schlicht gestaltet. Sie nimmt eine horizontale Richtung auf und besteht aus vorgefertigten Betonelementen in Standardmaßen. Die travertinartige Struktur der Betonelemente lässt eine natürlich anmutende Oberfläche entstehen.

An den Schmalseiten treffen die vertikalen Aluminiumelemente der Nordfassade und die horizontal organisierten Betonfertigteile aufeinander. Der Übergang ist derart gestaltet, dass die Fassaden jeweils mit homogenen, fensterlosen Bereichen abschließen. In der Hauptansicht äußert sich das in einem von oben bis unten durchlaufenden, aluminiumverkleideten Streifen, auf dem sich das Logo des Unternehmens befindet. Rückseitig wurde im Bereich des Fluchttreppenhauses auf Öffnungen verzichtet und eine durchgehende Betonverkleidung eingesetzt. Dennoch entsteht an dieser Schnittstelle ein spannungsvoller Kontrast.

Vorgefertigte und maßgeschneiderte Bauteile
Um eine möglichst unkomplizierte und zeitsparende Bauphase zu sichern, wurde ein Generalunternehmer für Entwicklung und Umsetzung hinzugezogen. Alle Bauteile wurden maßgeschneidert vorgefertigt und auf der Baustelle direkt montiert. So enthalten beispielsweise die vorfabrizierten Fassadenmodule eine integrierte, reversible Klimaanlage, die Wärme- und Kühlfunktionen bei gleichzeitig optimierter Raumluftqualität bietet. Durch die Vorfertigung konnten Verzögerungen reduziert, Kosten gesenkt und die Produktqualität gesichert werden. Darüber hinaus wird auch die Umwelt- und Lärmbelastung durch die Baustelle verringert und das Unfallrisiko minimiert.

Zentralisiertes, intelligentes Managementsystem
Die gesamte Gebäudetechnik koppelten die Generalunternehmer an ein zentralisiertes Managementsystem, das auf künstlicher Intelligenz beruht. Diese steuert auch die fassadenintegrierte Klimaanlage und ermöglicht eine im Hinblick auf die Energieeffizienz optimierte Nutzung. Prognosen über das Wetter, wie Temperatur und Sonnenstunden sowie die Anwesenheiten und Gewohnheiten der Gebäudenutzer, werden erlernt, wodurch der Energiebedarf sowie thermische Schwankungen im Gebäude im Vorhinein errechnet werden können. Auf dieser Grundlage kontrolliert das System das vorhandene thermische Niveau und regelt den Gebäudekomfort, die Ökobilanz und den Energieverbrauch. -si

Bautafel

Architekt: ​​​​Taillandier Architectes Associés, Toulouse
Projektbeteiligte:
GA Smart Building, Toulouse (Generalunternehmer)
Bauherr: Kaufman & Broad, Île-de-France
Fertigstellung: 2019
Standort: Rue Alexis de Tocqueville 11, 31200 Toulouse, Frankreich
Bildnachweis: Roland Halbe, Stuttgart

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