House Within a House in Sasamón
Vom Schweinestall zum Wohngebäude
„Hier sieht es ja aus wie im Schweinestall!“ – Der bei Eltern beliebte Spruch wird wohl in dem 2025 fertigstellten Einfamilienhaus im nordspanischen Dorf Sasamón nie fallen. Die frühere Nutzung als Schweinestall ist dem Inneren nicht mehr anzusehen, dank der einer raffinierten Haus-im-Haus-Konstruktion von MADE.V arquitectos.
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Äußerliche Kontinuität
Die Herausforderung für die Planenden war groß, als die private Bauherrschaft 2021 an sie herantrat. Das Konzept bestand schließlich darin, die äußere Hülle weitestgehend zu erhalten und die bestehenden Lehmwände und den Steinsockel behutsam zu restaurieren. Die Fassade ist neu verputzt mit hellbraunen Kalk-Sand-Mörtel. Die Fensterlaibungen sind mit Cortenstahl ausgekleidet und der dezent hervortritt. Auf diese Weise fügt sich das Haus weiterhin gut ins Dorfbild ein, das von zwei- bis dreigeschossigen, hellbraunen Kalksteinbauten mit geneigten Dächern geprägt ist.
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Radikal neues Innenleben
Weitaus radikaler ist die Verwandlung im Inneren: Von außen unsichtbar fügt sich eine laminierte Holzkonstruktion in den bestehenden Baukörper. Dieser wurde dazu komplett entkernt und in zwei Hälften geteilt: Die eine Hälfte bildet ein offener Wohn- und Essbereich in doppelter Raumhöhe. Die andere Hälfte nimmt ein zweigeschossiger Holzeinbau ein – das Haus im Haus. Hier finden sich im Erdgeschoss eine schmale Küche, ein Bad und ein Schlafraum. Im Obergeschoss sind ein weiterer Schlafraum und ein Bad untergebracht.
Die Nutzfläche ist mit 88 Quadratmetern relativ knapp bemessen, weshalb man auf Flur verzichtete. Vielmehr sind die Räume durch große Schiebe- und Flügeltüren kleinteilig miteinander verschalten oder abkapseln. Diese Flexibilität sorgt dafür, dass genug Platz für eine Familie zur Verfügung steht.
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Material
Bei den Materialien der Oberflächen beschränkten sich die Planer:innen auf wenige Komponenten: Der außen wie innen homogene Kalk-Sand-Mörtel und das sichtbare Konstruktionsholz (Brettschichtholz und Sperrholz) bestimmen das Bild. Der Holzrahmen des Einbaus wurde von einem lokalen Unternehmen in Modulen vorgefertigt, was den Transport vereinfachte. Die Treppe ist aus Metall gefertigt.
Neu ist die Betonbodenplatte mit integrierter Fußbodenheizung und einem transparenten, polierten Epoxidharzbelag, der direkt auf der Platte gegossen wurde. Dieser gewährleistet eine schnelle Reaktionszeit zur Regulierung des Raumklimas. Beim Satteldach orientierte man sich an der traditionelle Balken- und Sparrenkonstruktion, erstellte es jedoch neu mit Leimholz aus Kiefer, zwecks Maßgenauigkeit und Statik.
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Dämmung: XPS zum Sprühen und als Platte
Auf die Innenseiten des alten Mauerwerks brachte man eine Sprühdämmung aus extrudiertem Polystyrol (XPS) in einer Stärke von 8 cm auf. Vor der Dämmschicht wurde eine Wand aus Hohlblocksteinen errichtet, die im Innern die Verwendung des gleichen einlagigen Mörtels, mit dem auch die Außenseite verputzt wurde. Bei der Dämmung des Dachs kam ebenfalls XPS zum Einsatz, allerdings in Form von Platten. Der Boden wurde zum Erdreich hin mit 12 cm starken XPS-Hartfaserplatten gedämmt. Für die Zwischendecke zum Obergeschosses erstellte man eine 12 cm starke Holzrahmenplatte. Diese ist mit Steinwolle ausgefacht und mit geschliffenen Fichtenholzplatten beplankt.
Im Ergebnis entstand in Sasamón 2025 ein flexibler, heller Wohnraum, der die ländliche Architektur durch Einfachheit und Klarheit der Konstruktion neu interpretiert. Sein Interieur ist reduziert und mutet fast spartanisch an, vermittelt aber durch das verwendete Holz und den braunen Mörtel Behaglichkeit.
Bautafel
Architektur: MADE.V arquitectos, Valladolid
Projektbeteiligte: Construcciones Escribano (Bauunternehmen); Medgon (Statik); Javier Ramos Rodriguez Carpintería de Madera (Tischlerei); Metalbur (Metallbau); Cocibur (Küchendesign und -installation)
Bauherrschaft: privat
Standort: Sasamón, Burgos
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Javier Bravo (Fotos); MADE.V arquitectos, Valladolid (Pläne)
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