Überprüfung von weitgespannten Holztragwerken
Leitfaden der Studiengemeinschaft Holzleimbau
Die Standfestigkeit und Sicherheit einer baulichen Anlage durch Wartung regelmäßig zu überprüfen, ist eine gesetzliche Pflicht des Eigentümers bzw. Betreibers. Alterung, Umwelteinflüsse, Naturgewalten und eine veränderte Nutzung beeinflussen die eingangs genannten Faktoren. Der Leitfaden Überprüfung von weitgespannten Holztragwerken, herausgegeben von der Studiengemeinschaft Holzleimbau, ist 2026 in neuer Auflage erschienen.
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Darin sind tabellarisch drei verschiedene Schadensfolgeklassen (CC3, CC2 und CC1) aufgeführt, bezogen auf bestimmte Gebäudetypen. Besonders schwerwiegend können Folgen der Kategorie 1 / CC3 sein – wobei es sich beispielsweise um Stadien handelt. Eher geringe Folgen sind in Kategorie 3 / CC1 zusammengefasst, zu der Ein- und Mehrfamilienhäuser gehören. Zur regelmäßigen Überprüfung solcher Bauwerke werden spezifische Wartungsintervalle empfohlen, es sind Anforderungen an die Ausbildung und Erfahrung einer prüfenden Person genannt.
Die erste Quelle für spätere Qualitätsmängel bildet die Planungs- und Bauphase; sämtliche Unterlagen zur Konstruktion sind aufzubewahren. Empfohlen wird, ein „Bauwerksbuch Standsicherheit“ zu führen, dessen Inhalte dargelegt werden. Die Begehung ist wichtig, um Mängel und Schäden zu dokumentieren – der Leitfaden bietet Orientierung, worauf hierbei zu achten ist.
Im Rahmen einer Inspektion (durch eine fachkundige Person) stehen beispielsweise Nutzungsänderungen bzw. eine Erhöhung der Traglast im Fokus, Änderungen der klimatischen Bedingungen (Luftfeuchtigkeit, Kondenswasserbildung), Dachabdichtungen, Risse, Schädlingsbefall. Der Klebstofftyp der Holzbauteile muss bekannt sein, um dessen Eignung zu beurteilen.
Im Falle nachträglicher baulicher Veränderungen sind spezifische Punkte zu prüfen, die Einfluss auf die langfristige Funktionstüchtigkeit und Standsicherheit eines Gebäudes haben können. Dazu gehören Änderungen der Gebäudehülle wie zusätzliche Dämmungen, Dachbegrünung oder Nachrüstung durch Photovoltaik, Änderungen an tragwerksrelevanten Teilen oder der Gebäudetechnik. Die Gebäudenutzung ist ebenfalls bedeutsam.
Weil der Umgang mit Feuchtigkeit für die Dauerhaftigkeit von Holzkonstruktionen entscheidend ist, sind in geschlossenen und beheizten Gebäuden bestimmte Punkte zu beachten. Welche das sind, wie sich Risse und Verklebungsqualität überprüfen lassen und in welchen Fällen es auch bei Holz zu korrosiven Veränderungen kommen kann, ist in der Publikation nachzulesen.
Abschließend sind Umfang und Maßnahmen einer eingehenden Überprüfung beschrieben. Sie umfasst die Zusammenstellung wichtiger Informationen, die Begehung, visuelle Inspektion und Prüfung bestimmter Bauteile, die Vermessung von Rissen sowie die Bewertung des Bauzustands hinsichtlich Tragfähigkeit, Stabilität und Funktionstüchtigkeit.
Der 16-seitige Leitfaden, erschienen im Juni 2026, steht auf der Webseite der Studiengemeinschaft Holzleimbau (siehe Surfipps) als PDF zum Download kostenfrei zur Verfügung. -us
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