Haus C des Alterszentrums Kreuzlingen

Schlank und anpassungsfähig

Wie wollen – oder besser gesagt – wie können wir wohnen im Alter? Für immer mehr Menschen ist ein Lebensabend in einem Pflegeheim wünschenswert und leistbar, so auch in der Schweiz. Seit seiner Eröffnung vor rund 50 Jahren ist das Alterszentrum Kreuzlingen, in der Schweizer Nachbarstadt von Konstanz, bereits mehrfach umgebaut und erweitert worden. Die letzte Ergänzung, entworfen von Berrel Kräutler Architekten, wurde 2024 fertiggestellt und führt die Betonarchitektur des Bestands fort.

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Die heute dreiteilige Anlage liegt inmitten der Bodenseestadt, umgeben von einer Grünanlage, die auch eine Kirche und einen alten Friedhof einschließt. Von 1973 bis 1976 wurde der brutalistische Ursprungsbau errichtet, das Haus A. Die zwei L-förmigen Baukörper, die sich an eine zentrale Halle schmiegten, stammten vom Architekturbüro Antoniol und Huber. Vom Nordostflügel streckt sich seit 2015 das längliche Haus B gen Westen, sodass dort ein Hof entstand. In den Folgejahren wurden Halle und Ostflügel des Bestands an aktuelle Pflege- und Brandschutzstandards angepasst. Den alten Westflügel ließ man hingegen abbrechen. An seiner Stelle steht nun das neue Haus C. 

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Berrel Kräutler Architekten wählten abermals eine L-Form, mit der sie einen zweiten, im Norden offenen Hof ausbildeten. Vier Vollgeschosse und ein Attikageschoss weist der lange Baukörper auf. An den jeweils über 50 Meter messenden Fassaden wechseln sich Glas und gräuliche Holzverschalung ab. Davor sitzt eine Sichtbetonstruktur mit tiefen Deckenplatten, bündigen Stützen und vorstehenden Brüstungen. Stadtseitig handelt es sich um durchgehende Balkone, hofseitig um verglaste Laubengänge, die vom alten Hauptgebäude her die 63 altersgerechten Wohnungen erschließen. Im Untergeschoss bieten Kellerabteile Stauraum für vergangene Hausstände, während unter dem verkehrsfreien, begrünten Hof eine Tiefgarage mit 56 Stellplätzen liegt.

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Betreut, doch selbstständig

Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltung, ein Tagesheim, sowie Einrichtungen für Gesundheit und Wellness. Darüber sind die Geschosse nahezu identisch, mit Standardwohnungen von je 45 oder 54 m². Etwas größer sind die Wohnungen in den Eckpunkten und im Kopfteil der L-Form, wo sich auch die Treppenhäuser und Personen- und Bettenaufzüge befinden. Mit seiner Ausstattung, etwa eigener Küche und Waschmaschine, soll Haus C vor allem noch weitgehend selbstständige Bewohner*innen ansprechen. Ein Concierge unterstützt bei Alltagsfragen, zum Beispiel hinsichtlich Bargeldbezug, ÖPNV und Postverkehr. Steigt der Pflegebedarf, ist ein Wechsel in einen anderen Gebäudeteil des Alterszentrums möglich.

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Große Offenheit

Überwiegend sind die Wohnungen durchgesteckt und folglich nach Süden oder Westen ausgerichtet. Dadurch kann die Mittags- und Abendsonne die Räume belichten, andererseits bietet sich ein schöner Ausblick auf die Stadt. Zum Laubengang hin liegt neben einer geräumige Flurzone mit Küchenzeile ein Betonblock mit zwei Türen, hinter denen ein barrierefreies Bad und eine sogenanntes Réduit, sprich eine Abstellkammer liegen. Zum Balkon hin geht die Küche ins Wohnzimmer über. Daneben, von einer dünnen Holzwand getrennt, befindet sich das Schlafzimmer. Sind die raumhohen Glastüren vollständig geöffnet, verschmelzen Innen- und Außenraum. Entlang des Laubengangs vereinen Holztüren und Glasbausteine Sichtschutz und natürliche Belichtung.

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Beton: Tragwerk mit Zukunft

Obwohl die Wohnungen quer zur länglichen Gebäudeform liegen, handelt es sich nicht um einen Schottenbau. Stattdessen sind die Wandabschnitte der Süd- und Westfassaden und die in regelmäßigen Abständen angeordneten Sanitärzellen Bestandteile des Tragwerks. Die Laubengänge und Balkone sind selbsttragend ausgebildet. Auf diese Weise ergibt sich eine Art Skelettbau mit größeren Freiheiten bei den Eckpunkten der L-Form – Stellen, die mit Schotten schwer zu lösen gewesen wären. Zugleich sind die Grundrisse durch das System aus Stützen und Boxen deutlich anpassungsfähiger. Um Wohnungen zu vergrößern oder Räume für andere Nutzungen zu schaffen, reichen Eingriffe an den nichttragenden Holz- und Trockenbauwänden aus. Dank der außenliegenden Erschließung entstehen bei Änderungen am Innenausbau keine unübersichtlichen Flure oder komplizierten Fluchtwege.

Spannweiten und Abstände des Tragwerks sind so optimiert, dass Decken, Unterzüge und Stützen mit minimalen Betonstärken auskommen. Sie wurden inklusive der Sanitärzellen in Ortbeton erstellt, präfabrizierte Elemente kamen lediglich bei den Brüstungen der Laubengänge und Balkone zum Einsatz. Während letztere glatt erscheinen, zeigen die Sichtbetonoberflächen der Stützen und Decken eine Holzmaserung, die mit der Wetterschale der Außenwände harmoniert. Die Spuren der Holzschalung sind auch an den Decken im Innenbereich sichtbar. Hier läuft man auf einem terrazzoähnlichen Belag, auf den Laubengängen und Balkonen wurden hingegen quadratische Beton-Bodenplatten verlegt.

Bautafel

Architektur: Berrel Kräutler Architekten, Zürich
Projektbeteiligte: ORT AG für Landschaftsarchitektur, Zürich (Landschaftsarchitektur); 3-Plan, Kreuzlingen (HLKS, Elektroplanung); Baukom, St. Gallen (Baumanagement); Ingenieurbüro Rolf Soller (Bauingenieure); Studer Strauss (Bauphysik); PBM Planungs- und Baumanagement (Kosten- und Terminplanung); maaars, Zürich (Visualisierung)
Bauherr*in: Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen
Fertigstellung: 2024
Standort: Bärenstrasse 27, 8280 Kreuzlingen, Schweiz
Bildnachweis: Damian Poffet, (Fotos); Berrel Kräutler Architekten, Zürich (Pläne)

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2024 wurde das von Berrel Kräutler Architekten geplante Haus C des Alterszentrums Kreuzlingen fertiggestellt.

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Das Wohnheim Rosalind Franklin mit integrierten Parkdecks entstand nach einem Entwurf des Architekturbüros Bruther aus Paris in Kooperation mit dem Brüsseler Atelier Baukunst.

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Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen wurden nach dem Entwurf von Florian Nagler auf einem ehemaligen Kasernengelände in Bad Aibling drei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen  errichtet.

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Das von Dolmus Architekten geplante Mehrfamilienhaus befindet sich an der Hauptstraße einer Gemeinde im Seetal bei Luzern und ersetzt ein Einfamilienhaus.

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Das Wiener Quartier Florasdorf am Anger sitzt auf einem dreieckigen Grundstück zwischen der Stadtautobahn A22 und der vielbefahrenen Prager Straße.

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Auf einem dreieckigen Grundstück an der Züricher Kornhausstraße errichteten Armon Semadeni Architekten eine Blockrandbebauung mit Wohn- und Gewerbeeinheiten

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Mit dem von Andreas Lengfeld und Pavol Mikolajcak entworfenen Neubau hat der Maria-Delago-Platz in Bozen an Profil gewonnen

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Geschosshohe Verglasungen auf der Nordwestseite des von Jorliak Architekten geplanten Neubaus öffnen sich zur nahen Bucht

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Das Apartmenthaus ist eines der ersten Gebäude im Antwerpener Stadteil „Nieuw Zuid"

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Die drei Baukörper sind so angeordnet, dass sie einen gemeinsamen Hof ausbilden

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Ein feines Lochrelief in der Fassade lässt den Beton weich, fast samtig erscheinen

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Die Studentenwohnanlage besteht aus zwei Häusern und bietet Platz für insgesamt 300 Studenten

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Zwischen zwei niedrigen Wohnhäusern erhebt sich der Sichtbetonbau in die Höhe

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Die L-förmigen Baukörper setzen sich aus einem achtgeschossigen Turm und einem dreigeschossigen Anbau zusammen

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Ensemble aus abwechslungsreich gestalteten Einzelelementen

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Gesamtansicht

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Außenansicht

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