Holzbau findet Stadt
Frühzeitige Weichenstellung für urbanen Holzbau
Ein Projektteam von Lehrstühlen der RWTH Aachen und der Ruhr-Universität Bochum entwickelte gemeinsam einen Leitfaden, der Städte und Gemeinden dabei unterstützt, Wohnquartiere in Holz- und Hybridbauweise zu realisieren. Die Publikation Holzbau_findet_Stadt – Frühzeitige Weichenstellung für urbanen Holzbau bündelt wesentliche Informationen übersichtlich und grafisch ansprechend.
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Zunächst geht es um die städtebauliche Form und deren Auswirkungen auf die Planung in Holzbauweise. Für einen geschlossenen städtischen Baublock beispielsweise stellt die Musterbauordnung (MBO) brandschutztechnische Anforderungen an die Innenecken, die einen Brandüberschlag verhindern sollen. Bei reinen Holzbauten sei daher zu überlegen, ob sich die Blockstruktur auflösen lasse. Bei einer offenen Bauweise gäbe es keine Einschränkungen, sofern die Mindestabstände zur Grundstücksgrenze eingehalten werden (S. 8).
Die Problematik der Innenecke und der geforderten Brandwand ist grafisch dargestellt, mögliche Lösungswege werden aufgezeigt. Danach geht es um die Einordnung in Gebäudeklassen: Hier unterscheidet sich die Holzbauweise vom Massivbau, da Deckenstärken beim Holzbau oft höher sind, die lichte Raumhöhe entsprechend niedriger. Die Folgen für die Umsetzbarkeit von Holzbauten sind klar aufgeführt.
Grundsätzlich sei bei hohen Anforderungen an Statik, Brand- und Schallschutz eine hybride Bauweise sinnvoll, so die Autor*innen. Durch die Kombination von Holz mit Beton oder Mauerwerk ließen sich technische und wirtschaftliche Vorteile vereinen. Bei weniger Geschossen und geringeren Anforderungen (wie bei Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern) sei ein reiner Holzbau gut umsetzbar.
Grundlage der Dimensionierung ist ein wirtschaftlich sinnvolles Stützenraster – abhängig von der Ausrichtung der Baukörper. Soll es im Erdgeschoss eine Nutzungsmischung geben, kann sich das auf die Konstruktion auswirken. Ein anderes wichtiges Thema ist die Erschließung: Hier sind besonders die Wände notwendiger Treppenräume und Aufzugsanlagen zu beachten.
Ob zur Verdichtung am Stadtrand oder im ländlichen Raum: Mit bis zu drei Geschossen ist die Planung eines Holzbaus problemlos mit der eines Massivbaus vergleichbar, heißt es in dem Leitfaden. Darüber hinaus stiegen die Anforderungen bis hin zu Holzhochhäusern, die mit einem hohen planerischen Aufwand verbunden seien. In jedem Fall ist eine frühe Integration von holzbauspezifischem Fachwissen im Planungsprozess notwendig.
Der 49-seitige Leitfaden in elf Kapiteln, herausgegeben vom Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen und Institut für Städtebau und europäische Urbanistik der RWTH Aachen und dem Lehrstuhl Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr-Universität Bochum, steht zum Download kostenfrei zur Verfügung (siehe Surftipps).
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