Amt für Verbraucherschutz in Unterentfelden

Hellroter Holzhybrid

Das Schweizer Amt für Verbraucherschutz (AVS) ist eine zentrale Fachstelle für den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. Zu den Aufgaben gehört die Prüfung der Sicherheit von Lebensmitteln, Trinkwasser und Konsumgütern, die Kontrolle von Betrieben hinsichtlich Hygiene und Deklaration, es ist für Tierschutz wie Tiergesundheit verantwortlich und betreibt ein Labor für chemische sowie mikrobiologische Analysen. Ein Neubau in Unterentfelden, den Markus Schietsch Architekten aus Zürich geplant haben, vereint Verwaltung, Labore und Inspektionsdienste erstmals unter einem Dach.

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Holzhybridbau mit rötlichem Anstrich

Der zweigeschossige Holzhybridbau mit quadratischem Grundriss bietet moderne Büroarbeitsplätze für rund 80 Mitarbeitende. Die äußeren Holzelemente der Fassade haben einen rötlichen Anstrich, der für ein stimmiges Gesamtbild sorgt und vor Witterungseinflüssen schützt.  

Quadratischer Grundriss mit Betonkern

Der Grundriss misst 25 x 25 Meter. Um den zentralen Betonkern sind offene, helle Arbeitsbereiche in Holzbauweise angeordnet. Ein breiter Laubengang umschließt das Gebäude allseitig. Er bietet Aufenthalts- und Begegnungsfläche, verbindet Innenraum und Grünraum und fungiert als Fluchtweg. Im Untergeschoss befinden sich Technikräume, Lagerflächen und Garderoben. Das Erdgeschoss umfasst Büro- und Verwaltungsbereiche sowie den Empfang und die Kundenzone.

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Sensible Labore im Obergeschoss

Die Räume sind so angeordnet, dass sie direkt an die Laubengänge anschließen. Ein offener Bereich in der Gebäudemitte steht den Mitarbeitenden zum Austausch, für soziales Miteinander und Veranstaltungen zur Verfügung. Im Obergeschoss sind sensitive Messlabore mit hohen Anforderungen an Schwingungsarmut und Technik im Betonkörper untergebracht. Ein breites Oberlichtband sorgt für natürliche Belichtung. Weitere Labore sind mit direktem Zugang zum Laubengang um den Betonkern angeordnet.

Holztragwerk für die äußeren Zonen

Der aussteifende Betonkern nimmt neben den sensiblen Messlaboren auch die vertikale Erschließung sowie sämtliche Technikschächte auf. Er bildet das statische Rückgrat des Gebäudes. Die äußeren Zonen werden von einem Tragwerk aus Brettschichtholzstützen, Unterzügen und Holzdecken getragen, ergänzt durch Dreischichtplatten aus Fichte.

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Charakteristisch ist der zweischichtige Fassadenaufbau: Eine äußere Reihe vertikaler Holzstützen, teilweise mit diagonalen Aussteifungsverbänden, bildet ein Exoskelett, das sowohl konstruktive Aufgaben übernimmt als auch den Laubengang bildet. Die hintere Fassadenebene ist eine hölzerne Pfosten-Riegel-Konstruktion mit raumhoher Verglasung – sie bildet die eigentliche Gebäudehülle. Der rötliche Schutzanstrich fasst die äußeren Holzelemente optisch zusammen.

Betonkonstruktion für Labore

Das Untergeschoss ist in Beton gefertigt. Die Geschossdecken sind abhängig von der Nutzung als reine Holzdecken oder Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt. In Laborbereichen mit höheren Lasten oder strengeren Schwingungsvorgaben kommen massive Betondecken zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 2.600 Kubikmeter Holz aus dem Aargauer Staatswald verbaut. Der Beton ist zu einem großen Teil als Recyclingbeton ausgeführt.

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Digitale Planung mit BIM

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die durchgehende Anwendung von Building Information Modeling (BIM). Die digitale Arbeitsmethode ermöglichte eine exakte Abstimmung aller Fachplanungen und machte potenzielle Konflikte frühzeitig sichtbar, was die Abläufe in Planung und Ausführung deutlich verkürzte. Dadurch ließ sich das Bauvorhaben insgesamt effizient koordinieren und in konstant hoher Qualität realisieren. Auf der Baustelle kamen zudem Augmented-Reality-Werkzeuge im Sinne von BIM2Field zum Einsatz, um die ausgeführten Arbeiten direkt mit dem digitalen Modell abzugleichen und Fehler schon im Entstehungsprozess zu vermeiden.

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Nachhaltige Energiegewinnung

Die Energieversorgung erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe, die das Gebäude sowohl heizt als auch kühlt. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom, deren Überschüsse in einer Salzspeicheranlage zwischengespeichert werden und so das Haustechniksystem ergänzen. Bei den Außenanlagen spielte Biodiversität eine wichtige Rolle. Mit seinem optimierten Energiebedarf, dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen und der Förderung ökologischer Lebensräume erfüllt der Neubau die kantonale Immobilienstrategie 2021-2029 sowie die Richtlinie „Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften”.

Bautafel

Architektur: Markus Schietsch Architekten, Zürich
Projektbeteiligte: Büro für Bauökonomie, Luzern (Baumanagement, Bauleitung, BIM-Gesamtkoordination); Pirmin Jung Schweiz, Sursee (Tragstruktur Holz); Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich (Tragstruktur Massivbau); Emmer Pfenniger Partner, Münchenstein (Fassadenplanung); Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur, Zürich (Landschaftsplanung); RSP Bauphysik, Luzern (Bauphysik); Atelier für Farbe und Architektur Katrin Oechslin, Zürich (Farbberatung)
Bauherr/in: Kanton Aargau, Departement Finanzen und Ressourcen
Standort: Mönchmattweg 6, 5035 Unterentfelden, Kanton Aargau, Schweiz
Fertigstellung: 2024
Bildnachweis: Federico Farinatti, Zürich

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In der Praxis sind Holzkonstruktionen heute meist Mischkonstruktionen verschiedener Bauweisen oder Hybride mit anderen Materialien wie Stahl oder Beton (im Bild: Geschosswohnungsbau in Wien, geplant von querkraft architekten und Berger + Parkkinen Architekten, Wien).

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Einführung

Holzbaukonstruktion heute

Kombiniert werden nicht nur unterschiedliche Konstruktionsweisen, sondern auch Materialien. Die Vorfertigung spielt eine große Rolle.

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Durch die Farbgebung ist das Gesamtbild des Holzhybridbaus nach Plänen von Markus Schietsch Architekten einheitlich.

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Begrenzungsmauern in hellem Sichtbeton schotten das Strandbad von der stark befahrenen Straße ab.

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Ein Prototyp der sogenannten Living Unit steht in Ljubljana.

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Die schottischen O’DonnellBrown Architekten haben den Community Classroom als flexibel nutzbares und demontierbares „Klassenzimmer" aus einer einfachen Holzstruktur entwickelt.

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Im oberen Bleniotal, südlich des Lukmanierpasses im Schweizer Kanton Tessin, befindet sich das Langlaufzentrum Campra.

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Der Chadstone Link verbindet das Einkaufszentrum mit einem Bürogebäude, einem Hotel und den dazugehörigen Parkplätzen.

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Bei schönem Wetter wird die Flügeltür an der Rückseite geöffnet.

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Der rund 33 Meter hohe dreieckige Kirchturm in Holzbauweise ist das Wahrzeichen der Gemeinde.

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Südansicht und Eingangsseite des Hospizhauses nach Plänen von Casper Wichert Architektur

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Der Urbachturm in Remstal ist der Prototyp eines Bauwerks aus selbstformendem bzw. „programmiertem Holz“.

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Architekt Hua Li von Trace Architecture Office aus Peking dachte beim Entwurf des Forest Building an einen von Menschenhand gemachten Wald, der mit der Natur „tanzt”.

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Auf dem sandigen Boden des von Schilf gesäumten Ufers vom Haringvliet liegt ein überdimensioniertes, in Reet gehülltes Ei: das von RAU Architekten entworfene Vogelobservatorium Tij.

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Das Architektenduo Katsuya Fukushima und Hiroko Tominaga aus Fukushima hat mit der Bogenschießhalle einen Kyudo-Club für die Kogakuin Universität in Tokio entworfen.

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Fort- und Weiterbildung im Holzbau – aktuell, anerkannt, digital: ein Angebot des Informationsdienst Holz.

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