The Community Classroom in Glasgow

Funktional und demontierbar

Nicht nur in Zeiten der Pandemie hat das Lernen im Freien durchaus Vorzüge – es gibt reichlich Tageslicht und frische Luft, die Natur und der bebaute Außenraum lassen sich einbeziehen, eine Interaktion zwischen Unterricht und Umgebung ist leicht möglich. Parallel zu anderen Bildungsprojekten der Gemeinde haben O’DonnellBrown Architekten den Community Classroom in Glasgow entwickelt, ein flexibel nutzbares und demontierbares „Klassenzimmer" aus einer einfachen Holzstruktur.

Gallerie

Bausatz mit standardisierten Einzelteilen
Das Bauwerk ist schlicht geometrisch und funktional aufgebaut: Ein flaches Dach und senkrechte Stützen formieren den rechteckigen Grundriss. Maßgeblich für den Entwurf war die Konzeption als Bausatz mit standardisierten Einzelteilen, die sich einfach zusammenfügen und wieder zerlegen lassen.

Das Skelettsystem besteht aus Baufurniersperrholz; zweigeteilte Stützen unterstreichen die Leichtigkeit der Konstruktion. Zur mechanischen Verbindung der stabförmigen Bauteile sind Stabdübel eingesetzt (Abb. 11). Die Dachfläche ist überdeckt durch eine Folie, die seitlich heruntergelassen werden kann (Abb. 6, 9). Sie ist transluzent und schützt vor Regen und zu viel Sonne.

Aufbau als Lernprozess
Die Möblierung besteht ebenfalls aus Furniersperrholz und ist variabel: Die verschiedenen Module sind als Sitzgelegenheit, Tische, Regale oder Präsentationsflächen nutzbar. Ein Prototyp des kommunalen Klassenraums entstand in Zusammenarbeit mit Barnardo's Works. Über die gemeinnützige schottische Einrichtung fanden sich motivierte Jugendliche und junge Erwachsene, die mit anpackten. Die Finanzierung erfolgte auch mithilfe von Sponsoren der Industrie.

Der rund 24 Quadratmeter große Pavillon dient nicht nur Schülerinnen und Schülern als Lernraum, er steht ebenso anderen Mitgliedern der Gemeinde als kommunikativer Treffpunkt zur Verfügung. Die Errichtung selbst ist Teil des Lernprozesses, denn die Erfahrung des gemeinsamen Aufbaus effektiver Tragstrukturen aus dem nachwachsenden Baumaterial kann sehr wertvoll sein. -us

Bautafel

Architektur: O’DonnellBrown Architects, Glasgow
Projektbeteiligte: Design Engineering Workshop (Statik) sowie als Sponsoren Three Four Five Joinery, RIAS und St. Gobain
Bauherr/in: Eigeninitiative des Architekturbüros in Zusammenarbeit mit der Gemeinde
Fertigstellung: 2019
Standort: 84 St Andrews Drive, Glasgow G41 4EQ
Bildnachweis: © Ross Campbell

Fachwissen zum Thema

Holzbalkendecke in einem Altbau: Je größer der Balkenabstand, desto stärker ist die Schalung.

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Eine Balkenlage überspannt die Decke, die aufliegende Schalung überspannt den Balkenzwischenraum: eine  einfache und wirtschaftliche Deckenkonstruktion.

Baufurniersperrholz (BFU) besteht aus mehreren, kreuzweise verleimten Lagen Schälfurnier.

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Baustoff Holz

Baufurniersperrholz

Für den sehr formstabilen Plattenwerkstoff mit zweiachsiger Spann-/Tragrichtung werden meist Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Seekiefer, Douglasie oder Hemlocktanne verwendet.

Mithilfe von Fachwerkträgern (hier: Nagelplattenbinder), die vorgefertigt zur Baustelle geliefert werden, lassen sich große Spannweiten überbrücken.

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Verbindungen

Mechanische Verbindungen

Ob Nagel oder Bolzen, Stahlplatte oder Ringdübel: Welche Verbindungen von Holzbauteilen gibt es, welche Eigenschaften haben sie und was ist bei der Verwendung zu beachten?

Stützen werden im Holzbau sowohl für Skelettkonstruktionen verwendet, wenn sie als systematische Teile des Tragwerks eingesetzt sind, als auch in Kombination mit flächig lastabtragenden Bauteilen, wenn punktuell Öffnungen oder Raumzusammenhänge hergestellt werden sollen (wie hier im Bild).

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Konstruktionselemente

Stützen

Welche Funktionen übernehmen Stützen, welche Holzwerkstoffe eignen sich, und was ist beim Einbau zu beachten?

Tabelle 1: Vertikale Elemente (Wände, Stützen)

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Bauteile

Übersicht

Holzbausysteme beinhalten größtenteils flächige Decken-, Dach- und Wandelemente, die in der Regel aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt sind.

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