Casa di legno e paglia in Laveno-Mombello
Haus aus Holz und Stroh
Am Lago Maggiore in der Lombardei liegt der historische Ort Laveno-Mombello mit knapp 9.000 Einwohnern. Hier hat das Mailänder Architekturbüro Studio Albori ein kleines Haus im verwinkelten Stadtzentrum geplant, das aus Holz, Stroh, Kalk und wiederverwendeten Bauteilen errichtet wurde. Die Casa di Legno e Paglia (Haus aus Holz und Stroh) ist ein Beispiel für nachhaltige Architektur und zugleich eine Hommage an die Geschichte der Region.
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Laveno-Mombello charakterisiert eine kilometerlange Uferpromenade am einzigen natürlichen Hafen des Sees. Der Hafen machte ihn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Schauplatz der Kämpfe um Unabhängigkeit und nationale Einheit Italiens. Vom Ort aus hat man Ausblicke über den mittleren Teil des Lago Maggiore zu den Walliser Alpen und bis zum Monte Rosa-Massiv.
Der Neubau fügt sich in den historischen Kontext der Kleinstadt ein, indem er mit wenigen Abweichungen die Umrisse des Hauses aufnimmt, das sich zuvor an dieser Stelle befand. Gerade einmal 57 Quadratmeter misst das Grundstück, die Bruttogeschossfläche insgesamt 85 Quadratmeter. Die Grundrisse der drei Geschosse sind zweigeteilt: Der an das Nachbarhaus grenzende, schattige Teil beherbergt die Treppe, die Bäder und einen kleinen Dachboden. In der anderen Hälfte befinden sich die beiden Haupträume der Wohnung. Ein langgestreckter schmaler Balkon greift ebenso lokale Architekturelemente auf wie das geneigte Dach und die relativ kleinen Fenster mit Fensterläden zur Verschattung. Auf dem Dach befinden sich Sonnenkollektoren, die der Sonne und dem See zugewandt sind.
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Das Fundament besteht aus mit Steinen gefüllten Metallgabionen, eine umweltschonendere Gründungstechnik verglichen mit Betonfundamenten. Die Tragstruktur wurde aus piemontesischem Lärchenholz erstellt. In das Holzständerwerk fügte man 46 x 36 x 100 cm große Strohballen ein. Loses Stroh wurde in die Ecken und andere schwer zugängliche Stellen gestopft. In den beplankten Innenwänden befindet sich eine Schüttdämmung aus Hanf.
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Drei der Fassaden wurden mit Kalk verputzt, wobei die Holzstruktur sichtbar blieb. Die Nordwestansicht zeigt hingegen Ziegel, die beim Abriss des Bestandshauses gewonnen und mit einem geeigneten Brandschutzmittel behandelt wurden. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft setzten die Planenden bei dem Projekt viele weitere wiederverwendete Bauteile und recycelte Materialien ein. Die äußeren und inneren Fenster- und Türrahmen, Dachziegel, Brüstungen, Tore, Gitter sowie die Steine des kleinen Gartens stammen alle aus dem Vorgängerbau, von anderen Abbrucharbeiten oder von lokalen Schrottplätzen.
Bautafel
Architektur: Studio Albori, Mailand
Bauherr*in: privat
Standort: Laveno Mombello (Varese, Lago Maggiore)
Fertigstellung: 2022
Bildnachweis: Luca Bosco (Fotos); Studio Albori (Pläne)
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