Schaumkunststoffe als Ortschäume
Bei Ortschäumen handelt es sich um Schaumkunststoffe, die im Spritz- oder Gießverfahren auf- oder eingebracht werden und an der Verwendungsstelle aufschäumen. Typischerweise kommen die Schäume als Befestigung (Montageschaum) und Abdichtung zum Einsatz, sie können aber auch zur Wärme- oder Kältedämmung von Hohlräumen und Leitungen eingesetzt werden.
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Unterschieden werden Ein- und Mehrkomponentenschäume. Einkomponentenschäume reagieren mit der Feuchtigkeit der umgebenden Luft und Baumaterialien und härten dadurch von außen nach innen aus. Im Gegensatz dazu benötigen Zweikomponentenschäume einen sogenannten Vernetzer oder Härter. Diese zweite, chemische Komponente befindet sich entweder an der Kartusche oder wird extra zugeführt. Damit sich beide Komponenten gut mischen, muss der Härter vor dem Sprühen aktiviert werden.
Während der Verarbeitung sind Ortschäume gesundheitsgefährdend. PU-Schäume zum Beispiel enthalten Isocyanate und Methylendiphenylisocyanate (MDI). Diese Stoffe können Reizungen an Haut, Augen und den Atemwegen erzeugen und stehen außerdem unter Verdacht, krebserregend zu sein. Atemschutzmasken, Handschuhe und Schutzbrillen, mitunter auch ein Schutzanzug sind ratsam. Wird der Schaum im Innenraum verarbeitet, ist Lüften unerlässlich. Nach dem Aushärten werden die Schäume als unbedenklich eingestuft, da sie dann keine größeren Stoffmengen mehr freisetzen.
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Regelungen für Ortschaum
Die DIN 18159-2: Schaumkunststoffe als Ortschäume im Bauwesen; Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum für die Wärmedämmung, Anwendung, Eigenschaften, Ausführung, Prüfung gilt ausschließlich für auf der Baustelle hergestellte Schaumkunststoffe. Hier geht es um zwei sehr verschiedene Produkte, denen allerdings gemeinsam ist, dass sie mittels transportabler Maschinen vor Ort aus flüssigen Komponenten verarbeitet werden.
Die meisten der in Deutschland verkauften Ortschäume bestehen aus Polyurethan (PU oder PUR) und Melaminharz, basieren also auf Erdöl. Sie sind nach DIN 4102: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen in die Baustofflklasse B2 eingeordnet. Ortschäume mit mineralischen Keramikfasern (Keramikfaserschaum) erreichen die Baustoffklasse A1 (nichtbrennbar).
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Polyurethan-Ortschaum
Ein Polyurethan-Ortschaum (kurz: PU-Schaum) ist ein überwiegend geschlossenzelliger, harter Schaumstoff. Der Schaum entsteht durch chemische Reaktion flüssiger Grundstoffe unter Zusatz von Treibmitteln (vorwiegend CO2 und HFCKW) – entweder per Spritzverfahren oder per Gießverfahren:
- Beim Spritzverfahren wird der Schaum in der Regel aus Kartuschen und mit entsprechenden Handgeräten aufgebracht. In der Kartusche befindet sich ein stark aktiviertes Reaktionsgemisch, das unter Luft- oder Flüssigkeitsdruck steht. Über die Düsen des aufgesetzten Mischkopfs wird das Gemisch dann auf die Zieloberfläche aufgespritzt, wo es aufschäumt und als Schaumstoff erhärtet.
- Beim Gießverfahren wird ein flüssiges Reaktionsgemisch über Schlauchleitungen aus einem Mischkopf in für die Dämmung vorgesehene Hohlräume eingegossen, wo es aufschäumt und als Schaumstoff erhärtet.
Ortschaum aus Harnstoff-Formaldehydharz
Ein Dämmstoff aus Harnstoff-Formaldehydharz ist ein überwiegend offenzelliger Schaum, der durch Vermischen einer wässrigen Harzlösung und einer durch Druckluft aufgeschäumten wässrigen Tensidlösung hergestellt und katalytisch gehärtet wird. Den Lösungen beigegebene Zusätze ermöglichen, die Schaumeigenschaften zu steuern. Diese Ortschaumstoffe werden mit transportablen Schäumeinrichtungen geschäumt und über Schlauch- oder Rohrleitungen in die zu dämmenden Teile des Bauwerks geleitet. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Hohlräume von zweischaligem Mauerwerk oder Schlitze für Heizungsrohre.
Fachwissen zum Thema
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