Flipmod in Foshan
Interaktives Beschattungssystem im öffentlichen Raum
Zunehmende Hitze macht den Klimawandel auch in Städten spürbar. Besonders in subtropischen und tropischen Klimazonen müssen Verschattung und Hitzeschutz bedacht werden. Das betrifft insbesondere öffentliche Räume wie Straßen, Plätze oder Promenaden. Hier halten sich viele Menschen auf, während sie meist unzureichend vor Hitze geschützt sind. In Foshan, nördlich von Hongkong, entwickelte das japanische Büro Ambit Narrative Design mit Flipmod ein modulares Beschattungssystem für genau diese Stadträume. Die manuell betriebene Mikroarchitektur schafft in der chinesischen Metropole flexibel nutzbare Schattenflächen.
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Konzept
Flipmod ist nicht als Einzelobjekt konzipiert, sondern als modularisiertes, seriell produzierbares Stadtmöbel für unterschiedliche Einsatzorte. In Foshan wurde das System an zwei verschiedenen Standorten erprobt: an einer Wohnanlage am Flussufer sowie am Eingang einer Grundschule. Dabei kommt dasselbe konstruktive Prinzip in jeweils angepasster Form zum Einsatz, um auf die jeweiligen Bedingungen zu reagieren. Das Projekt soll zeigen, wie sich mit einem einheitlichen System unterschiedliche räumliche Situationen gezielt aufwerten lassen.
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Konstruktion und Mechanik
Die Konstruktion besteht aus vorgefertigten, verschraubten Stahlrahmen, die einen effizienten Transport und eine schnelle Montage ermöglichen. Ein kleines Team kann die Anlage innerhalb weniger Tage errichten, sodass sie leicht den Standort wechseln kann. Das Dach lässt sich über kreisförmige Winden, Stahlseilen und Umlenkrollen manuell verstellen und vollständig öffnen, absenken oder in verschiedenen Zwischenpositionen fixieren. Auf diese Weise können Passant*innen unterschiedliche Beschattungssituationen kreieren.
Die Dachelemente bestehen aus Polycarbonatplatten und hellgelbem Gewebe, die differenzierte Licht- und Schattenwirkungen erzeugen. Ergänzt wird das System durch verstellbare Holzelemente, die sich zwischen Bank- und Tischhöhe anpassen lassen und flexible Nutzungen ermöglichen.
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Am Flussufer sind die Dachelemente ausschließlich zur Wasserseite hin angeordnet. Dadurch lässt sich das Dach von einer diagonalen Überdachung in einen vertikalen Screen verstellen, der die tiefstehende Abendsonne abschirmt. Am Schuleingang hingegen sind die Dachelemente beidseitig an der weißen Tragstruktur montiert, sodass das Profil des Pavillons wie ein Satteldach anmutet. Da die Elemente hier kürzer ausgebildet sind als am Flussufer, ist ihr Bewegungsradius reduziert. In geneigter Stellung spenden sie Schatten und wahren zugleich Sichtbeziehungen und luftige Offenheit.
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Kollektive Raumgestaltung
Im Mittelpunkt des Projekts steht die aktive Beteiligung der Nutzer*innen vor Ort: Dach- und Möbelelemente können je nach Sonnenstand und Bedarf neu positioniert und somit im Tagesverlauf wechselnde Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Die Bedienung wird damit selbst Teil des architektonischen Konzepts, da die Stadtmenschen den Raum eigenständig anpassen und mitgestalten. So verbindet Flipmod Klimaanpassung mit sozialer Interaktion und bietet mit einfachen Mitteln wandelbare öffentliche Aufenthaltsorte.
Bautafel
Architektur: Ambit Narrative Design, Tokyo
Projektbeteiligte: Jiaming Liang, Jun Koike (Projektteam)
Fertigstellung: 2026
Standort: Foshan, Guangdong, China
Bildnachweis: Jiaming Liang (Fotos); Ambit Narrative Design (Pläne)
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