Im historischen Zentrum Eisenachs, direkt neben dem
Landestheater, ist nach umfangreicher Sanierung und Erweiterung ein
Neubau für die Theaterwerkstätten und den Fundus entstanden – eine
architektonisch wie funktional überzeugende Antwort auf den
Großbrand von 2018. Damals zerstörte ein Brandstifter große Teile
der Werkstätten, darunter den Kostümfundus, und
beschädigte erheblich Dach und Innenräume. Mehrere Jahre waren die
Theaterwerkstätten ausgelagert (unter anderem in Krauthausen und
Ruhla) und der Betrieb auf verschiedene Orte verteilt. Mit dem
Neubau nach Plänen des Leipziger Büros Voigt sind die Gewerke und
Lager wieder unter einem Dach vereint, die logistischen Abläufe
optimiert.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
01|17
Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
02|17
Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
03|17
Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
04|17
Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
08|17
Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
09|17
Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
11|17
Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
17|17
Halle aus Beton mit hölzernem Dachstuhl
Die Funktion als Lager ist ablesbar: Der rund 650 Quadratmeter
große Anbau mit Satteldach schließt im rechten Winkel an den
sanierten Bestand an. Er verkörpert eine zurückhaltend-industrielle
Interpretation des Stadtraums. Lage und Dimensionierung orientieren
sich maßgeblich an städtebaulichen Vorgaben und der
Anlieferungslogistik: Lkw-Zufahrten und Containerentladungen sind
problemlos möglich. Eine zentrale, sieben Meter hohe Halle aus
Sichtbetonelementen bildet die Basis. Sie wird überspannt von einem
überdimensionierten Dachstuhl in Holz, dessen mächtige Tragstruktur
Räume für Bühnenbild, Requisiten und Kostüme schafft. Eine
Galerieebene darüber dient als begehbares Regallager für Waren und
Materialien.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
03|17
Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
04|17
Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
08|17
Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
09|17
Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
11|17
Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
17|17
Unbeheizter Skelettbau
Kennzeichnend ist ein Zusammenspiel von minimalem
Materialeinsatz und klarer Struktur. Der Baukörper ist als
Skelettbau aus Holz und Beton ausgeführt, er ist unbeheizt und
nicht gedämmt. Dies ist in ökonomischer wie ökologischer Hinsicht
effizient. Die Gebäudehülle aus transluzenten
Polycarbonat-Stegplatten umschließt das Holz- und Betonskelett wie
ein Vorhang, lässt Tageslicht in die Räume und macht die
Tragstruktur äußerlich ablesbar. Die Außenhaut verweist mit
raumhohen Rasterelementen auf traditionelle Fachwerkmuster der
Stadt, ohne historisierend zu sein.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
04|17
Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
08|17
Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
09|17
Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
11|17
Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
17|17
Behutsame Anpassung, robuste Materialien
Der Umbau des Altbaus wurde mit einer ähnlich behutsamen Haltung
durchgeführt: Die ursprüngliche Werkstatt- und Produktionsstruktur
(bestehend aus Probebühne, Schreinerei, Schlosserei, Malsaal,
Schneiderei und Büroflächen) blieb in ihrer Funktion erhalten. Nur
dort, wo es unumgänglich war, griffen die Architekten am Rohbau
ein: Der Schornstein wurde entfernt, Wege angepasst, ein neuer
barrierefreier Eingang zur Probebühne geschaffen, Fenster saniert
oder ausgetauscht. Bei allen Eingriffen galt das Prinzip der
Suffizienz, also ein robuster Materialeinsatz, ökonomische
Adaptionen ohne vollständige Erneuerung und die behutsame
Integration neuer Technik. Elektro- und Heizungsinstallationen
wurden in offener Leitungsführung angebracht (auf Putz und in
Metallkanälen) um spätere Anpassungen zu ermöglichen.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
04|17
Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
17|17
Zurückhaltende Farbgebung, wiederkehrendes Rot
Eine dezente, aber verbindende Farbstrategie und Materialwahl
sorgt für den optischen Zusammenhalt von Alt- und Neubau in ihrem
städtischen Umfeld. Die verputzte Fassade erhielt eine
Holzverschalung mit Dämmung, bestehende Kunststofffenster wurden
integriert. Das zurückhaltende Farbkonzept setzt auf einen warmen
Rotton als verbindendes Element: Durch Ziegel, Wartburgsandstein
und auch im Theaterlogo ist er bereits im Stadtbild präsent
– in Fenstereinfassungen, Geländern und Details findet er sich
wieder.
Alte Oberflächen bewahrt
Ursprüngliche Oberflächen im Inneren bleiben spürbar;
Installationen, Ausgleichsschichten oder hermetische
Modernisierungen wurden vermieden. Um den Charakter zu wahren,
bleiben Materialien sichtbar, geflickte Bodenbeläge und teils rohe
Putzflächen erhalten. Neue Elemente wurden präzise gesetzt, um das
Alte hervorzuheben – etwa freistehende Innentüren und große
Glaselemente, die viel Tageslicht ins Gebäude lassen und
kommunikative Durchblicke schaffen.
Infrastruktur und Logistik spielten eine Schlüsselrolle für das
Konzept. Der zuvor mit Garagen bebaute Hof wurde geräumt und
entsiegelt. Künftig dient der zentrale Werkstatthof zur
Anlieferung, Lagerung und als Veranstaltungsort: Hier ist nicht nur
Platz für Container, sondern auch für Aufführungen und
Versammlungen. Dass Lager und Probebühne unmittelbar angebunden
sind, ist logistisch sinnvoll und räumlich effizient.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Brandschutz: Einordnung
Zentraler Ausgangspunkt für eine rechtskonforme
Brandschutzplanung sind bei jedem Projekt die Festsetzungen
innerhalb der Musterbauordnung (MBO) und deren Überleitung in
die jeweiligen Landesbauordnungen (LBO) der Bundesländer, in diesem
Fall die Thüringer Bauordnung (ThürBO). Das Gebäude ist
einer Gebäudeklasse (GK) zuzuordnen, bedingt durch
seine Höhe, die Anzahl der unterschiedlichen Nutzungseinheiten, die
Flächengrößen und Art der Nutzung. Da es sich bei den umgebauten
Werkstätten (als Bestandsgebäude) und dem Neubau für den Fundus um
ein Gesamtgebäude handelt, wird dies im Brandschutzkonzept berücksichtigt und nach
Teileinheiten differenziert.
Als Gesamtgebäude ist das Projekt – bedingt durch die Höhe des
obersten Fußbodens mit 11,56 Metern und einer Nutzungseinheit größer 400 Quadratmeter – gemäß §
2 ThürBO in die Gebäudeklasse 5 einzustufen. Hieraus ergeben sich
spezifische Brandschutzanforderungen an Bauteile wie beispielsweise
tragende Wände und Decken, Dächer, Flure, Treppenhäuser, Fenster
und Türen.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
09|17
Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
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Holzfassade für den Bestand
Das massive Bestandsgebäude der Werkstätten erhielt eine neue,
hinterlüftete Holzfassade mit nicht brennbarer Mineralwolledämmung.
Die horizontale Stülpschalung aus Fichtenprofilen, welche das
Gebäude umhüllt, ist der Muster-Holzbau-Richtlinie 2020
(MHolzBauRL) entsprechend ausgeführt. Geschossweise installierte
Brandriegel sowie zusätzliche Abschottungen zur
Brandwand des Nachbargebäudes sind wesentliche
Elemente, um eine wirksame Begrenzung der Feuerausbreitung im
Brandfall zu gewährleisten. Ziel war es, den handwerklichen
Charakter zu wahren, während gleichzeitig eine brandschutzgerechte
Hülle entstand – eine Balance zwischen Tradition und technischer
Sicherheit.
Lichtdurchlässige Hülle für den Anbau
Der Fundus-Anbau ergänzt das Ensemble mit einer
Hybridkonstruktion aus feuerbeständigem Stahlbeton-Skelett und
einem Dachfachwerk aus Holz, das in den Knotenbereichen mit
Holz-Stopfen versehen und für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt ist. Die
transluzente Fassade aus schwer entflammbarem Polycarbonat
ermöglicht großzügigen Tageslichteintrag, wodurch sich das
Innenleben des hölzernen Dachstuhls samt Regalsystem hochgradig im
Außenraum inszeniert. Diese Konstruktion steht symbolisch für die
funktionale Offenheit und gestalterische Klarheit, die angestrebt
wurden.
Galerie
Bestandsbau der Werkstätten (links) mit neuer Holzfassade und Fundus-Neubau mit transluzenter Polycarbonat-Hülle nach Plänen des Leipziger Büros Voigt
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Innenansicht Fundus mit Traggerüst aus Stahlbeton, Holzausfachungen und Polycarbonat-Fassade
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Das Dachfachwerk aus Holz ist für eine Feuerwiderstandsklasse F30 ausgelegt.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Treppenhaus des Neubaus mit sichtbaren Steigleitungen trocken und einer Holz-Brandschutztür.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Raue Materialien wie Beton und Stahl sowie sichtbar belassene Installationsleitungen bewirken den erwünschten Industrie-Charakter des Neubaus.
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
05|17
Ansicht des Werkstattgebäudes (Bestand) mit der neuen horizontalen Stülpschalung aus Fichtenprofilen
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
06|17
Eingang zu den Werkstätten
Bild: Philip Heckhausen, Zürich
07|17
Konstruktives Detail der Brandriegel, als gewinkeltes Stahlblech ausgeführt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
08|17
Darstellung der Brandschutzmaßnahmen am Bestandsgebäude der Werkstätten
Bild: Büro Voigt, Leipzig
09|17
Lageplan mit Werkstätten und Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
10|17
Grundriss Erdgeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
11|17
Grundriss Obergeschoss Fundus
Bild: Büro Voigt, Leipzig
12|17
Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
13|17
Perspektivischer Schnitt
Bild: Büro Voigt, Leipzig
14|17
Ansicht Ost
Bild: Büro Voigt, Leipzig
15|17
Ansicht Süd
Bild: Büro Voigt, Leipzig
16|17
Ansicht West
Bild: Büro Voigt, Leipzig
17|17
Abweichungen und Kompensationsmaßnahmen
In einigen Bereichen kam es zu Abweichungen von den Vorgaben der
ThürBO. So wurden geschossübergreifende Deckenöffnungen für
Materialtransport im Werkstatt- und Fundusbereich ohne
vorgeschriebene Feuerschutzabschlüsse gemäß § 31 (4) ThürBO
realisiert. Die Polycarbonat-Fassade erfüllt nur die „schwer
entflammbare“ Kategorie trotz der geforderten Nichtbrennbarkeit
(§ 28 (2) ThürBO). Auf eine innere Brandwand, die bei Gebäudelängen
über 40 Meter erforderlich wäre (§ 30 (2) ThürBO), konnte bei einer
Länge von 41 Metern – einer marginalen Überschreitung – verzichtet
werden. Gleiches gilt für die Klassifizierung der Geschossdecken im
Werkstattgebäude, die lediglich F30 erreichen, obwohl F60 für
Neubauten GK 5 vorgesehen ist (§ 31 (1) ThürBO). Dass die
Holzfassade über die Brandwand zum Nachbargebäude gestellt wurde,
verstößt gegen § 30 ThürBO.
Diese Abweichungen wurden jedoch im Gesamtkonzept durch
wirkungsvolle Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen. So gewährleistet
ein Natürliches Rauch- und Wärmeabzugs-Gerät (NRWG) im Brandfall
wirksame Entrauchung. Die Brandmeldeanlage Kategorie 1 ist direkt an die
Feuerwehr angebunden, und in den Treppenhäusern gibt es trockene
Steigleitungen – alles entscheidende Faktoren für
eine schnelle und effektive Intervention.
Die Beurteilung des Brandschutzkonzepts durch einen
Brandschutz-Prüfingenieur ergab folgende verbindliche Auflagen: Die
Brandwand zum Nachbargebäude musste mindestens 30 Zentimeter über
die Dachhaut ragen, um das Übergreifen von Feuer zu verhindern. Die
Holzfassade darf nur unter Einhaltung der MHolzBauRL
ausgeführt werden. Um Fensteröffnungen müssen vertikale Brandriegel
verlaufen, und in jedem Raum der Werkstattanlage sind
Rettungsfenster als zweiter Rettungsweg erforderlich.
Aus einem sensiblen Umgang mit dem Bestand und durch Erweiterung
entstand ein Gebäudeensemble, welches dem kulturellen Erbe ebenso
wie zeitgemäßen Sicherheitsanforderungen gerecht wird. Die
gewählten Materialien Beton, Holz, Mineralwolle und Polycarbonat
verbinden passive Brandschutzqualitäten mit architektonischer
Gestaltungskraft. Eine offene Technikinstallation erleichtert die
Wartung. Der industrielle Charakter des Fundus ergänzt die
handwerklich geprägten Werkstätten.
Zur Einhaltung der Anforderungen an die Standsicherheit, den Brand-, Schall-, Wärme- und Erschütterungsschutz sind nach § 66 der Musterbauordnung (MBO) geprüfte bautechnische Nachweise erforderlich.
Bild: Baunetz (us), Berlin
Grundlagen
Brandschutznachweis
Über den Unterschied zwischen Brandschutznachweis und Brandschutzkonzept sowie Personen, die berechtigt sind, diese zu erstellen.
Kalksandsteine entsprechen der Baustoffklasse A1.
Bild: Xella, Duisburg
Baustoffe/Bauteile
Brandverhalten: Baustoffe nach deutscher Klassifizierung
Bauprodukte müssen entsprechend den Vorgaben der Bauordnungen zum vorbeugenden baulichen Brandschutz gewählt und verwendet werden.
Grafik: Übersicht Gebäudeklassen
Bild: Cornelia Halbach, brandschutz plus GmbH
Grundlagen
Gebäudeklassen
Die Anforderungen an den baulichen Brandschutz in Gebäuden werden in der Musterbauordnung und allen Landesbauordnungen nach den Gebäudeklassen bemessen.
Brandmeldeanlagen
Planung von Brandmeldeanlagen
Was bei Konzept, Planung, Ausführung und Überwachung von Brandmeldeanlagen beachtet werden muss, ist im Regelwerk vorgegeben.
Die besondere Lage prägt sämtliche planerischen Entscheidungen – von der Konstruktion über die Gebäudetechnik bis hin zu den Brandschutzmaßnahmen.
Bild: Günter Richard Wett, Innsbruck
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