Earls Court in London
Investitionsprojekt mit Park
Mit dem Großprojekt Earls Court entsteht in West-London ein neuer Stadtbaustein. Auf dem 40 Hektar großen Areal des 2014 abgerissenen Messe- und Eventzentrums plant die Earls Court Development Company ein gemischt genutztes Quartier. Es gilt als die größte Entwicklungsfläche der Zone 1. Bestandsgebäude weichen einem mehrfach überarbeiteten, grünen Masterplan für eine überwiegend wohlhabende Zielgruppe.
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Der aktuelle Entwurf von Studio Egret West und SLA setzt auf eine Mischung aus Wohnraum, Gewerbe, öffentlicher Infrastruktur und Grünflächen. Der ursprüngliche Masterplan aus dem Jahr 2010 von Sir Terry Farrell sah 7.500 Wohnungen vor, für die 760 bestehende Sozialwohnungen abgerissen und durch dieselbe Anzahl an erschwinglichen Einheiten ersetzt werden sollten. 740 Wohnungen waren für ein „mittleres Einkommen“ vorgesehen, während der Rest – also 6.740 Einheiten (!) – einer hochpreisigen Kategorie entsprachen.
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Bürgermeister Sadiq Khan machte Earls Court auf Druck der Bevölkerung 2016 zum Gegenstand seines Wahlkampfes. Daraufhin änderte die Politik die Rahmenbedingungen. Heute sind rund 4.000 neue Einheiten vorgesehen, von denen etwa 35 Prozent als bezahlbarer Wohnraum geplant sind. Das entspricht 1.400 Wohnungen und ist rein rechnerisch einer Verbesserung um lediglich 15 Prozent. Die Bauarbeiten sollen Ende 2026 beginnen und in den frühen 2040er-Jahren abgeschlossen sein. Eine geraume Zeit, in der sich auch von Seiten der Politik viel ändern kann. Derzeit werden die Kosten auf zehn Milliarden Pfund geschätzt.
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Insgesamt setzt das Projekt stärker auf soziale Einbindung, Kulturförderung und grüne Stadträume als vorherige Modelle. Trotzdem bleibt die Forderung nach einem Anteil von mindestens fünfzig Prozent bezahlbaren Wohnraum offen. Hinzu kommt die Sorge vor der Höhe und Dichte des Stadtquartiers – die zwei geplanten Hochhäuser mit 27 und 42 Stockwerken könnten zu Verschattung und Windschneisen führen. Der Bevölkerungsanstieg sorgt überdies für Zweifel, ob die ohnehin stark beanspruchte Tube den Anforderungen standhält.
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Ein vegetatives Rückgrat aus Parks und urbanen Gärten soll allen Stadtbewohner*innen offen stehen, darunter der 4,5 Hektar große Table Park, das Flower Amphitheatre sowie die rural gestalteten Exhibition Gardens. Zusätzlich sehen die Planenden einige Aspekte einer Schwammstadt vor: Neben der Förderung von Regenwasserkreisläufen und Biodiversität soll auf unterirdische Versiegelung verzichtet werden, um städtischen Hitzeinseln vorzubeugen.
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Premierminister Keir Starmer wird sich freuen, dass das großmaßstäbliche Projekt in seine Amtszeit fällt. Er versprach 1,5 Millionen neue Wohnungen gegen die vorherrschende Knappheit. Wem die Einheiten am Ende zugutekommen und wie voll die U-Bahn wird, bleibt abzuwarten. Zu hoffen ist, dass zumindest möglichst viele Menschen von den öffentlichen Parkanlagen profitieren. -pe
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