Laubengang
Ein Laubengang ist ein an der Außenseite eines Gebäudes entlangführender, offener oder teilweise geschlossener Gang, der mehrere Wohnungen oder Räume eines Geschosses erschließt. Er ersetzt oder ergänzt innenliegende Flure und Treppenhäuser und ist in der Regel nur einseitig von einer Gebäudeaußenwand begrenzt, während die gegenüberliegende Seite durch eine Brüstung, ein Geländer oder eine durchlässige Fassadenebene offenbleibt.
Dem Althochdeutschen Wörterbuch nach geht der Begriff „Laube“ auf das Wort „louba“ zurück. Dieses bezeichnete ursprünglich ein aus grünen Zweigen und Ästen geflochtenes Schutzdach, einen überdachten Vorbau oder eine Vorhalle. Als längliche, eingehauste Balkone sind Lauben Bestandteil historischer Bauernhäuser des Alpenraums. In Süddeutschland und Oberitalien finden sich mittelalterliche Markt- und Rathausbauten mit überdachten, zur Straße oder zum Hof hin offenen Gängen. Heutzutage werden Laubengänge als kostengünstige Erschließung im Wohnungsbau geschätzt. Dabei orientieren sich Wohn- und Schlafzimmer üblicherweise zur sonnigeren und privateren Seite, während Küchen und Nebenräume zum Laubengang hin liegen.
Ein breiter Laubengang gestattet es, Kinderwagen oder Schuhe neben der Wohnungstür abzustellen oder sogar eine Bank und Blumentöpfe zu platzieren. Zugleich kann er jedoch die Fenster des darunterliegenden Geschosses stark verschatten. Des Weiteren sind die Funktion als Fluchtweg sowie der Schutz vor Witterung und Einblicken zu bedenken. Nicht allen ist der Blick der Nachbar*innen in die Küche angenehm. Hier helfen Oberlichter statt gewöhnlicher Fenster. Sonne, Regen und Schnee lassen sich beispielsweise mit Streckmetall oder textilen Behängen fernhalten. Eine Verglasung macht aus Laubengängen – ähnlich einem Wintergarten – eine thermische Pufferzone.
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