Studierendenwohnheim in München-Giesing
Lebendige Fassadengestaltung mit integriertem Schallschutz
In München ist Wohnraum knapp, insbesondere für Studierende gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Unterkunft oft schwierig. Um diesem Bedarf zu begegnen, wurde im Stadtteil Giesing eine privat finanzierte Studierendenwohnanlage mit 65 Einzelapartments realisiert. An einer stark befahrenen Straße gelegen, liegt dem markanten Neubau mit vor- und zurückspringendem Fassadenbild ein ausgeklügeltes Schallschutzkonzept zu Grunde. Entworfen wurde das Gebäude vom Büro Juergen Seifert.com Architektur.
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Städtebauliche Einbindung
Die Wohnanlage schließt als L-förmiger Baukörper die zuvor offene Blockrandecke an der Kreuzung Chiemgaustraße/Kagerstraße. Zur Chiemgaustraße hin orientiert sich der sechsgeschossige Bau mit Staffelgeschoss und Flachdach an der Traufhöhe der Nachbargebäude. Der Gebäudeteil an der Kagerstraße greift mit einem viergeschossigen Volumen und Satteldach die hier kleinteiligere Bebauung auf.
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Abwechslungsreiches Erscheinungsbild
Charakteristisch für das Gebäude ist die plastische Fassadengestaltung. Straßenseitig wechseln sich verschieden weit auskragende und verschieden gestaltete Loggien ab. Die einen sind dreiseitig verglast und kragen zu einem Meter aus, die anderen sind von einem Stahlbetonrahmen gefasst und kragen eineinhalb Meter aus der Fassadenebene hinaus. Ihre Anordnung folgt einem Raster, das auf den Maßen der Apartments basiert. Auf der ruhigeren Gebäuderückseite laden geschwungene Balkone mit filigranen Stabgeländern zum Verweilen ein.
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Balkonloggien mit Schallschutzwirkung
Die Loggien sind mit gläsernen Schiebe-Dreh-Elementen ausgestattet, die mit gerahmten Festverglasungen als Brüstungselemente kombiniert wurden. In geschlossenem Zustand bieten sie einen effektiven Lärmschutz und bilden zugleich eine thermische Pufferzone aus, die solare Gewinne ermöglicht und Wärmeverluste reduziert. Schmale Lüftungsspalte zwischen den beweglichen und senkrecht rahmenlosen Glaselementen sorgen für Frischluft. In geöffnetem Zustand verwandeln sich die Loggien in Balkone.
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Das eingesetzte Schiebe-Dreh-System Proline T von
Solarlux wird oben und unten von schmalen Führungsschienen
gehalten. Die einzelnen Segmente lassen sich darauf seitlich
verschieben, um 90 Grad nach innen drehen und gebündelt als
schmales Glaspaket parken. Bei den vollverglasten Loggien
können auch die seitlichen Elemente aufgefaltet
werden.
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Zwischen Privatsphäre und Gemeinschaft
Insgesamt bietet die Wohnanlage 65 Einzelapartments mit Wohnflächen zwischen rund 18 und 37 Quadratmetern, von denen etwa ein Drittel barrierefrei ist. Alle Einheiten verfügen über ein eigenes Bad, eine Küchenzeile und bodentiefe Fenster; alle bieten zusätzlich einen Balkon oder eine Loggia.
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Für gemeinschaftliche Zusammenkünfte stehen im Erdgeschoss zwei große Räume mit Küche und Sitzbereichen zur Verfügung, die sich straßenseitig zu kleinen Gärten öffnen. Weitere Aufenthaltsflächen sind ein überdachter Durchgang mit Sitzstufen zwischen Eingang und Innenhof sowie eine geschützte Dachterrasse im eingeschnittenen Satteldach, die gegen Straßenlärm abgeschirmt ist. Eine Tiefgarage mit zwölf Duplex- und einem Einzelstellplatz, ein Fahrradraum und individuell nutzbare Abstellräume ergänzen das Angebot.
Bautafel
Architektur: juergenSeifert.com Architektur planen & beraten, München
Projektbeteiligte: Solarlux, Melle (Hersteller: Schiebe-Dreh-System Proline T)
Bauherr*in: Portos Immobilien; BPD Immobilienentwicklung
Fertigstellung: 2024
Standort: Chiemgaustraße 147, 81549 München-Giesing
Bildnachweis: Rainer Taepper; Jürgen Seifert (Fotos); juergenSeifert.com Architektur planen & beraten (Pläne)
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