Erweiterung der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching

KNX-System zur Steuerung der gebäude- und lichttechnischen Komponenten

Ob Planeten, Kometen, Asteroiden, schwarze Löcher oder die Milchstraße– seit jeher ist der Mensch an der Erkundung unseres Universums interessiert. Um europäischen Astronomen Beobachtungen am südlichen Sternenhimmel zu ermöglichen, wurde 1962 die European Organisation for Astronomical Research in the Southern Hemisphere von Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweden und den Niederlanden gegründet. Heute wird das dazugehörige europäische Forschungsinstitut European Southern Observatory (kurz ESO, zu deutsch Europäische Südsternwarte) von insgesamt 15 Staaten getragen. Während sich die Beobachtungsstandorte der Einrichtung mit riesigen Teleskopen inmitten der chilenischen Atacamawüste befinden, liegt der Hauptsitz mit seinem wissenschaftlichen und technischen Verwaltungszentrum im beschaulichen Garching bei München.

Gallerie

Die Europäische Südsternwarte wurde Ende der 1970er Jahre in einem Naturschutzgebiet auf dem Forschungscamous im Nordosten der Kleinstadt nach Plänen der Berliner Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel errichtet. Sie schufen ein komplexes Gebäude, welches sich aus mehreren, zwei- bis fünfgeschossigen Kreissegmenten zusammensetzt. Mit dieser Formgebung wollten Fehling und Gogel die Bürotrakte um einen großen, zentralen Raum anlegen. Rund 30 Jahre später platzte der Hauptsitz durch den steten Zuwachs von Mitarbeitern aus allen Nähten, sodass eine Erweiterung dringend notwendig wurde. Den dazu ausgeschriebenen Wettbewerb konnten die Münchner Architekten vom Büro Auer Weber mit ihrem Entwurf für sich entscheiden. Sie griffen die charakteristischen Elemente des Altbaus auf, interpretierten diese neu und setzten sie in eine zeitgemäße Formensprache um.

Der Neubau ist südöstlich vom Bestand platziert. Mit einer Bruttogeschossfläche von knapp 18.500 m² bietet er Platz für 270 Arbeitsplätze und verdoppelt so die Kapazität des Hauptsitzes. Er setzt aus zwei Teilen zusammen: dem dreigeschossigen Büro- und Konferenzgebäude sowie dem zweigeschossigen Technikgebäude. Beide sind in Anlehnung an den Altbau ebenfalls aus kreisrunden Segmenten konzipiert und lagern auf zurückversetzten Sockelgeschossen. Als Bindeglied zwischen dem Bestand und den beiden Neubauten dient im ersten Obergeschoss eine geschwungene, dreiarmige und aufgeständerte Brücke.

Das 14.000 m² große Büro- und Konferenzgebäude besteht aus drei unterschiedlich großen, gleich hohen Kreiszylindern, die im Dreieck angeordnet wurden. Ihre Hüllen verschmelzen miteinander, sodass ein organisch geformter Grundriss entsteht, das Raumprogramm ist entsprechend ringförmig organisiert. Während sich in einem Zylinder das Auditorium befindet, nehmen die anderen zwei die Arbeitsplätze auf. Diese sind als zweihüftig organisierte Zellenbüros um einen zentralen Patio angelegt, ringförmige Flure verbinden die Arbeitsplätze mit Besprechungsräumen, mit der Cafeteria und anderen Aufenthaltsbereichen. Über die umlaufenden, raumhohen Fensterbänder, die durch ihre Anordnung eine leichte Zackenstruktur ergeben, dringt viel Tageslicht in die Innenräume, mit Jalousien lassen sie sich verschatten.

Das teils unterkellerte Technikgebäude hingegen ist zu großen Teilen mit einer hinterlüfteten Fassade aus anthrazitfarbenen gelochten Trapezblechen verkleidet und verfügt über nur wenige Öffnungen. In seinem Zentrum befindet sich die doppelgeschossige Montagehalle, zweiseitig gefasst von Technik- und Laborräumen. Eine Besuchergalerie in der ersten Etage erlaubt Einblicke in die Halle. Mit einer Fläche von 2.900 m² nimmt das Gebäude außerdem eines der weltweit größten computerbasierten Archive für astronomische Daten auf.

Elektro- und Gebäudetechnik
Die Beheizung der ESO-Erweiterung erfolgt via Fernwärme aus einem nahe gelegenen Geothermiekraftwerk, thermisch aktivierte Decken geben sie an die Innenräume ab. Mit einem Brunnen wird im Sommer das niedrig temperierte Grundwasser zur Kühlung der Gebäude genutzt. Sowohl die gebäudetechnischen Anlagen als auch das gesamte Lichtszenenmanagement sind zur selbsttätigen Steuerung, Regelung und Überwachung in die Gebäudeautomation eingebunden, ein KNX-System vernetzt sie untereinander. In einigen Bereichen lassen sich Raumfunktionen wie die Beleuchtung oder Verschattung mit KNX-Tastsensoren steuern. Sie verfügen über einen integrierten Busankoppler und lassen sich mithilfe eines Erweiterungsmoduls mit einer Nebenstelle in bis zu 30 Metern Entfernung verbinden. Die Schalter sind, wie auch die Gerätedosen und Kippschalter zum bedarfsweisen An- und Ausschalten des Lichtes, alpinweiß und quadratisch (81 x 81 mm). Sie sind schmal gerahmt und kantig und bestehen aus dem Kunststoff Duroplast. Alle Schalter haben eine relativ flache Aufbauhöhe und oberflächenbündig eingesetzte Taster.

In anderen Bereichen erfolgen Steuerung und Regelung der Gebäudeautomation mit KNX-Touch-Panels – farbige TFT-Screens im Format 117,2 x 88,4 mm. Auf ihnen lassen sich z.B. Grundrisse des Gebäudes laden – das dient dem besseren Überblick, zugleich erleichtert es die Steuerung aller ins KNX-System integrierten Komponenten. Für eine zügige Navigation durch das Menü, verfügt das System über die Möglichkeit, bis zu 50 Standardseiten beliebig zu verschachteln und direkt darauf zuzugreifen. Damit sie sich unauffällig in die Innenraumgestaltung einfügen, wurden die Touch-Panels, wie auch die Schalter, in Alpinweiß eingebaut.

Bautafel

Architekten: Auer Weber, München (Erweiterung); Fehling+Gogel, Berlin (Bestand)
Projektbeteiligte: EGU Energietechnik – Gebäudetechnik – Umwelttechnik, Berlin (HLKS-Planung); Hela, Halle (Elektro-Installateur); Schmidt König, München (Lichtplanung); Müller-BBM, Planegg (Akustikplanung); Mayr | Ludescher | Partner, München (Tragwerksplanung); Jung, Schalksmühle (Schalter und KNX-System)
Bauherr: Europäische Südsternwarte, Garching
Fertigstellung: 2013
Standort: Karl-Schwarzschild-Straße 2 in 85748 Garching
Bildnachweis: Roland Halbe, Stuttgart und Aldo Amoretti, Sanremo

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Bei dem Haus der Universität handelt es sich um ein repräsentatives Gebäude von 1897, welches über 100 Jahre als Standort verschiedener Bankinstitute diente

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Nordostansicht des Rijksmuseum mit roter, reichlich verzierter Backsteinfassade

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Nach Süden hin zeigt sich das Museum mit vier unterschiedlich gestalteten Fassaden, die etwas versetzt zueinander entlang der Schilstraat verlaufen

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Der Multimedia- und Bühnenkomplex besteht aus zwei Baukörpern: Im Norden erstreckt sich der schmale Riegel mit weiß verputzter Rasterfassade

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Ausrichtung zur Stadt hin: das Museum mit seiner Betonblüten-Fassade, die nur von drei Fensteröffnungen und dem neuen Eingang unterbrochen wird (Südostansicht)

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