Biobeton aus Urin

Mikroorganismen als Baustoffproduzenten

Urin als Baustoff klingt zunächst wie ein unglaubliches Experiment. An der Universität Stuttgart entsteht daraus jedoch ein mineralischer Baustoff mit überraschend hoher Festigkeit. Mehrere Institute entwickeln dort einen Biobeton, der keinen Zement zur Verfestigung benötigt. In dem Projekt wird untersucht, ob sich Beton künftig auch biologisch herstellen lässt und damit deutlich weniger CO2 verursacht.

Galerie

Zementalternative gesucht

Beton gehört zu den wichtigsten Baustoffen der Gegenwart und zugleich zu den größten Klimaproblemen des Bauens. Rund sieben bis acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen bei der Zementherstellung. Der Grund liegt im Herstellungsprozess selbst. Kalkstein muss bei 1.450 °C gebrannt werden. Neben dem hohen Energiebedarf sind auch die unvermeidbaren Kohlendioxidemissionen aus den chemischen Reaktionen ein Problem. 

Seit Jahren sucht die Forschung nach Alternativen. Biomineralisierte Baustoffe galten lange als vielversprechend, blieben jedoch meist auf geringe Festigkeiten beschränkt. Tragende Anwendungen im Hochbau waren damit kaum denkbar. Genau hier setzt das interdisziplinäre Forschungsteam der Universität Stuttgart an. Im Projekt SimBioZe (Simultane Biozement- und Düngemittelherstellung aus Abwasser) steht ein bislang unbeachteter Rohstoff im Fokus: menschlicher Urin. Obwohl er neben Harnstoff und Wasser auch mineralische Bestandteile enthält, wird er bislang fast vollständig entsorgt.

Das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) unter der Leitung von Prof. Lucio Blandini entwickelt die bautechnischen Grundlagen des Materials. Das Institut für Mikrobiologie (IMB) untersucht die mikrobiellen Prozesse der Mineralbildung und das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) erforscht, wie sich der Rohstoff aus realen Abwasserströmen gewinnen lässt und welche Verarbeitungsschritte nötig sind. In der zweiten Projektphase beteiligt sich zudem das Zentrum Ökologischer Landbau der Universität Hohenheim. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Galerie

Vom Abfall zum Baustoff

Statt Zement einzusetzen, erzeugen die Forschenden das Bindemittel durch einen biochemischen Prozess. Sie mischen abgestufte Quarzsande mit einem bakterienhaltigen Mineralpulver und füllen die Mischung schichtweise in verschiedene Schalungen. Anschließend spülen sie das Bauteil über mehrere Tage automatisiert mit calciumangereichertem Urin. Die eingesetzten Mikroorganismen besitzen ein Enzym, das Harnstoff chemisch zerlegt. Dabei entsteht Carbonat. Trifft dieses auf Calcium, wachsen Calciumcarbonatkristalle. Sie lagern sich direkt an die Sandkörner an und verbinden sie miteinander. Nach drei Tagen ist der mineralische Körper fest.

Wichtig ist, die biologische Aktivität stabil zu halten. Dies ermöglicht einerseits das urease-aktives Calciumcarbonat-Pulver, in dem die Mikroorganismen mineralisch eingebettet sind. So lassen sie sich besser lagern und werden während des Spülprozesses nicht selbst ausgespült. Dazu reguliert ein computergesteuertes Stop-Flow-Injektionsverfahren Durchfluss, Druck und Reaktionsdauer. Die Urinlösung wird in regelmäßigen Zeitabständen erneuert, je nach Konzentration und Versuchsaufbau.

Galerie

Wie fest kann Biobeton werden?

Die Ergebnisse markieren einen deutlichen Schritt in Richtung bautechnischer Anwendbarkeit. Mit technischem Harnstoff erreichen die Proben Druckfestigkeiten von über 50 MPa, einzelne Messwerte liegen bei rund 60 MPa. Auch mit menschlichem Urin wurden bereits Druckfestigkeiten bis zu etwa 60 MPa erreicht, also in einem Bereich, der prinzipiell tragende Anwendungen wie Mauersteine möglich macht.

Entscheidend ist dabei nicht nur die maximale Festigkeit, sondern auch die Frage, wie gleichmäßig sich das Material über eine Bauteildicke verfestigt. In den Versuchen konnten Bauteile mit homogener Verfestigung über Tiefen von etwa 15 Zentimetern hergestellt werden. Untersuchungen mit Rasterelektronenmikroskopen zeigen eine wenige Mikrometer dünne Kalkschicht, die jedes einzelne Sandkorn umhüllt. Aus vielen kleinen Kristallbrücken entsteht ein zusammenhängendes mineralisches Gefüge. Der Herstellungsprozess benötigt kein zusätzliches Trinkwasser. Der Urin liefert bereits die notwendige Flüssigkeit. Aktuelle Untersuchungen konzentrieren sich auf Dauerhaftigkeitstests in Frost-Tau-Versuchen sowie auf den Einfluss möglicher Störstoffe im Urin auf die mikrobiellen Prozesse.

Ergänzung statt Ersatz

Der Biobeton soll konventionellen Beton nicht vollständig ersetzen. Vielmehr soll das Material dort eingesetzt werden, wo standardisierte Bauteile, vorgefertigte Elemente oder Mauerwerkssteine gefragt sind. Materialwissenschaftlich lässt sich der Werkstoff zwischen Ziegel, poröser Keramik und Beton einordnen. Er übernimmt tragende Funktionen und bindet Kohlenstoff in mineralischer Form.

Erste Versuche unter realen Bedingungen

Die größte Herausforderung ist aktuell die Hochskalierung des Prozesses. Für einen Kubikmeter Biobeton werden derzeit etwa 26.000 Liter Urin benötigt. Dieses Verhältnis versuchen die Forschenden zu reduzieren. Zugleich fehlt bislang eine Infrastruktur, um den Rohstoff in ausreichenden Mengen zu sammeln. Ein Demonstrator war nach einer Urin-Sammelaktion im Januar 2026 auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart geplant. Die Stabilisierung des gesammelten Urins gelang jedoch nicht ausreichend. Ein Großteil des Harnstoffs ging verloren, ein Bauteil konnte nicht hergestellt werden. Als nächster Schritt entsteht nun eine Sammel- und Aufbereitungsanlage am Flughafen Stuttgart. Dort soll erstmals die komplette Prozesskette unter realen Bedingungen getestet werden. Ziel ist die Herstellung eines Bauteils aus Biobeton als Demonstrator.

Forschung: Universität Stuttgart, Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK), Institut für Mikrobiologie (IMB), Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA)

Fachwissen zum Thema

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

Herstellung

Energie in der Zementherstellung

Große Mengen thermischer und elektrischer Energie werden benötigt, um Kalk zu Klinker zu brennen und daraus Zement herzustellen.

Bei Polymerbeton wird die Gesteinskörnung zum Beispiel mit Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyurethan gebunden.

Bei Polymerbeton wird die Gesteinskörnung zum Beispiel mit Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyurethan gebunden.

Betonarten

Polymerbeton und Geopolymerbeton

Beton ohne Zement und klassische Gesteinskörnung? Kunstharze, recycelter Bauschutt und Nebenprodukte aus Industrie und Bergbau können wirkungsvolle Alternativen sein.

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

Herstellung

Zugabewasser

Es setzt die Hydratation des Zements in Gang und bestimmt über Festigkeit und Dichtigkeit mit. Somit ist Wasser unverzichtbar für die Betonherstellung.

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Herstellung

Zusammensetzung von Beton

Gesteinskörnungen, Zement und Wasser sind die Ausgangsstoffe des mineralischen Baustoffs. Durch Zusatzmittel und -stoffe lässt er sich den jeweiligen Anforderungen anpassen.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
BauNetz Wissen Beton sponsored by:
Deutsche Zement- und Betonindustrie vertreten durch das
InformationsZentrum Beton | Kontakt 0211 / 28048–1 | www.beton.org
Zum Seitenanfang

3D-gedruckte Hohlräume

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, waren Gegenstand des  Forschungsprojekts Coebro – Additive Fabrication of Concrete Elements by Robots der TU Graz.

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, waren Gegenstand des Forschungsprojekts Coebro – Additive Fabrication of Concrete Elements by Robots der TU Graz.

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, sind Gegenstand des  Forschungsprojekts zur additiven Fertigung von Aussparungskörpern der TU Graz.

Asche zu Beton

Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Müllverbrennungsreststoff (schwarz): Aus diesen Grundzutaten könnte eine neue Art von Recyclingbeton entstehen.

Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Müllverbrennungsreststoff (schwarz): Aus diesen Grundzutaten könnte eine neue Art von Recyclingbeton entstehen.

Aufbereitete Müllverbrennungsaschen könnten in Zukunft als Körnungen in Betonrezepturen einfließen. Das entsprechende Potenzial untersucht das Forschungsprojekt Ashcon.

Auf dem Weg zum Weltraumbeton

ESA-Astronaut Alexander Gerst bei der Durchführung der MICS-Experimente auf der ISS.

ESA-Astronaut Alexander Gerst bei der Durchführung der MICS-Experimente auf der ISS.

Auf der ISS wurde die Aushärtung von Zement in Schwerelosigkeit untersucht. Ziel ist die Entwicklung eines Betons für Mond und Mars.

Bauteile aus gradiertem Beton

Einachsig und mehrachsig gradierte Betonwürfel

Einachsig und mehrachsig gradierte Betonwürfel

Die Baubranche trägt wesentlich zum weltweiten Energie- und Ressourcenverbrauch, zum Müllaufkommen und zur Erderwärmung bei. Um...

Betonage in Schwerelosigkeit

Grundlage des Experiments Mason / Concrete Hardening auf der ISS sind 64 dieser winzigen Betonmischer.

Grundlage des Experiments Mason / Concrete Hardening auf der ISS sind 64 dieser winzigen Betonmischer.

Die kleinsten Betonmischer findet man im Moment auf der Internationalen Raumstation: In einem Experiment wird dort die Betonaushärtung in Schwerelosigkeit erforscht.

Biobeton aus Urin

Im Forschungsprojekt SimBioZe an der Universität Stuttgart wird untersucht, wie Mikroorganismen aus Sand und Urin einen festen, betonähnlichen Baustoff erzeugen.

Im Forschungsprojekt SimBioZe an der Universität Stuttgart wird untersucht, wie Mikroorganismen aus Sand und Urin einen festen, betonähnlichen Baustoff erzeugen.

Im Projekt SimBioZe untersuchen Forschende der Universität Stuttgart, wie sich menschlicher Urin in einen mineralischen Baustoff verwandeln lässt.

Blicke unter die Betondeckung

Kartierung der Instandsetzungsflächen an der Westfassade (links) und an der Südfassade (rechts) des Beckerturms der Becker-Brauerei in St. Ingbert

Kartierung der Instandsetzungsflächen an der Westfassade (links) und an der Südfassade (rechts) des Beckerturms der Becker-Brauerei in St. Ingbert

Wie verhalten sich Instandsetzungen im Laufe der Zeit? Dieser Frage gingen Forschende der Hochschule RheinMain nach.

Brücke aus 3-D-gedruckten Elementen

Diese 26 Meter lange Brücke in Shanghai wurde mit 3D-gedruckten Bauteilen erstellt.

Diese 26 Meter lange Brücke in Shanghai wurde mit 3D-gedruckten Bauteilen erstellt.

3-D-gedruckte Elemente aus Faserbeton formen diese 26 Meter lange Brücke über ein Wasserbecken im Norden Shanghais.

Ein zweites Leben für Betonfertigteile

Im internationalen Forschungsprojekt ReCreate wird die Wiederverwendung von Betonfertigteilen theoretisch und praktisch durchgespielt.

Im internationalen Forschungsprojekt ReCreate wird die Wiederverwendung von Betonfertigteilen theoretisch und praktisch durchgespielt.

Bauen mit statt im Bestand: Ein internationales Forschungsteam entwickelt Verfahren zur Erfassung, Demontage und Aufbereitung von bereits verbauten Stützen, Trägern und Deckenelementen aus Beton.

Erst digitalisieren, dann wiederverwenden

Es beginnt mit einem 3D-Scan: Das Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 diente dazu, eine real-digitale Prozesskette zur Wiederverwendung zu entwickeln.

Es beginnt mit einem 3D-Scan: Das Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 diente dazu, eine real-digitale Prozesskette zur Wiederverwendung zu entwickeln.

Im Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 wurde eine Prozesskette entwickelt, um aus Bestandsgebäuden einheitliche Betonfertigteile herzustellen.

Experimentalbau aus Infraleichtbeton

Rezyklierte, leichte Blähglaskörnungen für Infraleichtbeton

Rezyklierte, leichte Blähglaskörnungen für Infraleichtbeton

An der TU Kaiserslautern wurde 2014 ein Gebäude aus einem neu entwickelten Infraleichtbeton verwirklicht, bei dem die im Labor gewonnen Erkenntnisse durch die Übertragung auf Bauwerksverhältnisse überprüft wurden. 

Extrem emissionsarm

An der ETH Zürich wird im Rahmen des Forschungsprojekts Ultra Green Concrete nach einer Betonrezeptur gesucht, die weniger CO2-Emissionen zur Folge hat.

An der ETH Zürich wird im Rahmen des Forschungsprojekts Ultra Green Concrete nach einer Betonrezeptur gesucht, die weniger CO2-Emissionen zur Folge hat.

An der ETH Zürich wird an Zement- und Betonrezepturen geforscht, die den CO2-Ausstoß bei der Produktion stark reduzieren.

Formsache

Das britische Forschungsprojekt Acorn (Automating Concrete Construction) beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Beton durch automatisierte Herstellungsprozesse einzusparen.

Das britische Forschungsprojekt Acorn (Automating Concrete Construction) beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Beton durch automatisierte Herstellungsprozesse einzusparen.

Ein britisches Forschungsteam nutzt automatisierte Herstellungsmethoden, um eine materialsparende Formgebung umzusetzen.

Forschung zu Beton 4.0

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist eines der Forschungsfelder des Instituts für Baustoffe an der Leibniz-Universität Hannover.

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist eines der Forschungsfelder des Instituts für Baustoffe an der Leibniz-Universität Hannover.

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist das Thema eines Forschungsfeldes an der Leibniz-Universität Hannover.

Frostschutz nach Art der Natur

Eine Alternative für luftporenbildende Zusätze als Frostschutz für Beton untersuchte ein Forschungsteam der University of Colorado Boulder.

Eine Alternative für luftporenbildende Zusätze als Frostschutz für Beton untersuchte ein Forschungsteam der University of Colorado Boulder.

Der natürliche Frostschutz, den Organismen der Arktis und Antarktis in sich tragen, war Vorbild für ein Polymermolekül, das die Eiskristallbildung in Betonbauteilen stark reduziert.

Gänzlich gedruckt

Das Forschungsprojekt Fast Complexity rückt eine neue ornamentale Üppigkeit zukünftiger Architektur in den Bereich des Möglichen.

Das Forschungsprojekt Fast Complexity rückt eine neue ornamentale Üppigkeit zukünftiger Architektur in den Bereich des Möglichen.

Ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich zeigt, wie sich mithilfe digitaler Möglichkeiten Betonbauteile mit individueller Geometrie erzeugen lassen.

Gewebter Beton

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

Incidental Space auf der Architekturbiennale

Die Rauminstallation „Incidental Space“ auf der Achitekturbiennale 2016 in Venedig

Die Rauminstallation „Incidental Space“ auf der Achitekturbiennale 2016 in Venedig

Der Beitrag von Christian Kerez im Schweizer Pavillon auf der Architekturbiennale 2016 in Venedig spaltete die Gemüter. Während...

Lehrstück der Wiederverwendung

Wiederverwenden statt verschwenden lautet das Motto der Studierendenprojekts rebuiLT an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

Wiederverwenden statt verschwenden lautet das Motto der Studierendenprojekts rebuiLT an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

Schweizer Studierende demonstrieren mit ihrem Pavillon, wie ganze Betonbauteile ein zweites Leben erhalten können.

Lösender Angriff auf Beton

Zur Untersuchung wurden Betonprobekörper 15 Wochen in konzentrierter Essigsäure gelagert

Zur Untersuchung wurden Betonprobekörper 15 Wochen in konzentrierter Essigsäure gelagert

Dringen säurehaltige Flüssigkeiten in das Betongefüge ein, reagieren sie mit den Bestandteilen des Betons und lösen diese aus der...

Museumsreifes Tragwerk

Im Deutschen Museum in München spannt seit kurzem eine Carbonbetonbrücke von Wand zu Wand.

Im Deutschen Museum in München spannt seit kurzem eine Carbonbetonbrücke von Wand zu Wand.

Zwei hauchdünne Carbonbetonschichten, ausgesteift durch Infraleichtbeton: Eine im Deutschen Museum in München verwirklichte Brücke zeigt, welche Möglichkeiten hybride Betonbauteile bieten.

Ökobeton mit weniger Portlandzement

Beton unter dem Mikroskop

Beton unter dem Mikroskop

Hauptverantwortlich für den ökologischen Fußabdruck des Baustoffs Beton ist der für seine Herstellung üblicherweise verwendete...

Ortbetonteile im Kreislauf

Im Forschungsprojekt Abbau Aufbau wurden Planungshilfen für die Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen entwickelt.

Im Forschungsprojekt Abbau Aufbau wurden Planungshilfen für die Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen entwickelt.

Die Wiederverwendung von Ortbetonteilen ist ungleich komplexer als bei Fertigelementen. Sie zu erleichtern, war das Ziel eines Forschungsprojekts an der Universität der Künste in Berlin.

Recycling vor Ort

Ein Team um die Professorin Andrea Kustermann schuf einen 20 Quadratmeter großer Pavillon aus Recyclingbeton auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Ein Team um die Professorin Andrea Kustermann schuf einen 20 Quadratmeter großer Pavillon aus Recyclingbeton auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Hochschule München ist auf dem Gelände der Bayernkaserne ein Musterpavillon entstanden, für den ein Beton mit 100 Prozent rezyklierter Körnung verwendet wurde.

Rohstoffquelle und Materialbank

Für die neue Rathauserweiterung, die das Büro Heimspiel Architekten in Kooperation mit agn verwirklichte, wurde die abgetragene Substanz des Vorgängerbaus so gut wie möglich als Rohstoffquelle genutzt.

Für die neue Rathauserweiterung, die das Büro Heimspiel Architekten in Kooperation mit agn verwirklichte, wurde die abgetragene Substanz des Vorgängerbaus so gut wie möglich als Rohstoffquelle genutzt.

Bei der Rathauserweiterung im hessischen Korbach diente der ungeliebte Vorgängerbau als Quelle für das benötigte Baumaterial. Der Prozess wurde wissenschaftlich begleitet.

Schlacke statt Kies

Im Projekt ASHCON arbeitet die TH Köln an einem Verfahren, um Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Dazu wurden Probekörper mit MV-Asche (links im Bild) hergestellt und mit Probekörpern, die nach einer Standardrezeptur gefertigt wurden (rechts im Bild), verglichen.

Im Projekt ASHCON arbeitet die TH Köln an einem Verfahren, um Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Dazu wurden Probekörper mit MV-Asche (links im Bild) hergestellt und mit Probekörpern, die nach einer Standardrezeptur gefertigt wurden (rechts im Bild), verglichen.

Durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren werden aus Müllverbrennungsaschen Gesteinskörnungen.

Schritt für Schritt zum Recycling-Granulat

Am Rande von Weimar befindet sich das Recycling-Technikum des Instituts für Angewandte Bauforschung (IAB).

Am Rande von Weimar befindet sich das Recycling-Technikum des Instituts für Angewandte Bauforschung (IAB).

Eine Recycling-Anlage in Weimar verarbeitet mineralische Rest- und Abfallstoffe zu Leichtgranulaten, etwa für die Beton- und Mörtelherstellung.

Selbstheilender Beton

Im Beton sind Kapseln mit Epoxidharz verbaut, die brechen, wenn ein Riss entsteht

Im Beton sind Kapseln mit Epoxidharz verbaut, die brechen, wenn ein Riss entsteht

Risse lassen sich beim Bauen mit Stahlbeton kaum vermeiden. Problematisch werden diese Läsionen erst, wenn Wasser und Salze bis...

Tausend Jahre bis Net-Zero

Beim Abriss werden Baustoffe und der im Material gebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt. Die Lebensdauer von Bauwerken prägt ihre Klimabilanz entscheidend.

Beim Abriss werden Baustoffe und der im Material gebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt. Die Lebensdauer von Bauwerken prägt ihre Klimabilanz entscheidend.

Schweizer Forschende ermittelten, wie lange Kohlendioxid gespeichert werden muss, um die Emissionen des Bauwesens nachhaltig auszugleichen.

Textilbeton mit Flachs

Prototyp einer naturfaserverstärkten Betonbrücke auf der Bau 2019

Prototyp einer naturfaserverstärkten Betonbrücke auf der Bau 2019

Unter Textilbeton versteht man für gewöhnlich einen Beton, der mit Geweben aus Carbon oder Glasfaser verstärkt ist. Ein...

Textilbeton-Leichtbauabsorber

Unterschiedlich große Öffnungen in der Abdeckung ermöglichen eine Steuerung der Schallabsorption

Unterschiedlich große Öffnungen in der Abdeckung ermöglichen eine Steuerung der Schallabsorption

Dass es auch Anwohner an Bahnstrecken oder Autobahnen in ihrem Zuhause möglichst ruhig haben wollen, ist verständlich. Dennoch...

Tone tempern in der Pilotanlage

Die Pilotanlage besteht aus zwei Silos (links) sowie einer Zyklone und einer Brennkammer (Mitte). Rechts daneben sind der Drehrohrofen und die Leitung für die Klinkerkühlerabluft zu sehen.

Die Pilotanlage besteht aus zwei Silos (links) sowie einer Zyklone und einer Brennkammer (Mitte). Rechts daneben sind der Drehrohrofen und die Leitung für die Klinkerkühlerabluft zu sehen.

In Rohrdorf testet ein Baustoffhersteller die Herstellung eines CO2-ärmeren Klinkerersatzes.

Tragende Fertigteile aus Recyclingbeton

Vom Fertigteilwerk Beton-Betz wurden für ein Pilotprojekt tragende Fertigteile aus Recyclingbeton erstellt.

Vom Fertigteilwerk Beton-Betz wurden für ein Pilotprojekt tragende Fertigteile aus Recyclingbeton erstellt.

Bei einem Pilotprojekt auf einem Autobahnrastplatz bei Thionville wird für eine Lärmschutzwand aus vorgefertigten Betonelementen zu 100 Prozent rezyklierte Körnung verwendet.

Ultraschall steigert Fließfähigkeit und Frühdruckfestigkeit

Durch die Anwendung von Ultraschall im Mischprozess könnten deutliche Stei­gerungen der Fließfähigkeit und der Frühdruckfestigkei­t des Betons erreicht.

Durch die Anwendung von Ultraschall im Mischprozess könnten deutliche Stei­gerungen der Fließfähigkeit und der Frühdruckfestigkei­t des Betons erreicht.

Das ultraschallgestützte Mischen von Beton könnte bei der Vorfertigung unter anderem den Einsatz von Zementen mit geringerem Klinkergehalt ermöglichen.

Unsichtbare Pflaster

Grundlage von BIRDS waren drei verschiedenfarbige Zemente, die mit Zusatzstoffen wie Flugasche, Pigment und Trassmehl kombiniert wurden.

Grundlage von BIRDS waren drei verschiedenfarbige Zemente, die mit Zusatzstoffen wie Flugasche, Pigment und Trassmehl kombiniert wurden.

Forschende der Hochschule Rhein-Main haben ein Baukastensystem für die Instandsetzung von denkmalgeschützten Sichtbetonbauten entwickelt.

Verbundwerkstoffe aus dem Materiallabor

Mit Blingcrete lassen sich beispielsweise baulich integrierte Leitsysteme umsetzen

Mit Blingcrete lassen sich beispielsweise baulich integrierte Leitsysteme umsetzen

Neue Werkstoffe haben in den letzten Jahren bislang ungeahnte Potenziale für das Baugewerbe und die Architektur eröffnet. Eines...

Von der Hauswand zur Brücke

An der Schweizer Hochschule EFPL in Lausanne hat ein Forschungsteam eine Fußgängerbrücke aus wiederverwendeten Betonblöcken entwickelt. Das Projekt trägt den Namen RE:CRETE.

An der Schweizer Hochschule EFPL in Lausanne hat ein Forschungsteam eine Fußgängerbrücke aus wiederverwendeten Betonblöcken entwickelt. Das Projekt trägt den Namen RE:CRETE.

Fügen statt Gießen: Forschende der Hochschule EPFL haben eine Fußgängerbrücke gebaut, die nicht frisch betoniert, sondern aus wiederverwendeten Betonblöcken zusammengesetzt wurde.

Von der Quelle zur Senke

Speichersilo (links) und Reihendoseur (rechts) gehören zum Equipment von Neustark, einem Unternehmen, das Recyclingbeton mit Kohlendioxid  anreichert.

Speichersilo (links) und Reihendoseur (rechts) gehören zum Equipment von Neustark, einem Unternehmen, das Recyclingbeton mit Kohlendioxid anreichert.

Ein Schweizer Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Kohlendioxid in Recycling-Gesteinskörnung speichern lässt.

Von der Sole zum Zement

Der Beitrag Wetland der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur 17. Architekturbiennale in Venedig wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Beitrag Wetland der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur 17. Architekturbiennale in Venedig wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Beitrag „Wetland“ der Vereinigten Arabischen Emirate auf der 17. Architekturbiennale in Venedig spannt den Bogen von einer einzigartigen Landschaft hin zu einem alternativen Bindemittel für Zement.

Zement aus kalziniertem Ton

Für den Zement LC3 wird vor Ort vorhandene, geeignete Tonerde in einem Drehrohrofen gebrannt und zusammen mit gemahlenem Kalkstein in die Rezeptur eingebracht.

Für den Zement LC3 wird vor Ort vorhandene, geeignete Tonerde in einem Drehrohrofen gebrannt und zusammen mit gemahlenem Kalkstein in die Rezeptur eingebracht.

Tonerde und Kalkstein sind Hauptbestandteile eines Zements, bei dem der Klinkeranteil auf 50 % reduziert werden kann - was zu deutlich weniger CO2-Emissionen im Herstellungsprozess führt.

JETZT BUCHEN

Alle Veranstaltungen zum Thema Bauen mit Beton finden Sie unter
www.beton.org/veranstaltungen

Partner-Anzeige