Tonhalle in Düsseldorf

Verbesserte Akustik durch Schallumlenkkörper

Der von Wilhelm Kreis 1926 nach neoklassizistischem Vorbild entworfene runde Kuppelbau für ein Planetarium beherbergt heute mit seiner neuen Tonhalle den bedeutendsten Konzertsaal Düsseldorfs. Die alte Tonhalle des am Düsseldorfer Rheinufer gelegenen Gebäudes wurde im Krieg zerstört und nach Kriegsende zu einem Mehrzwecksaal neu aufgebaut, in dem 1976-1978 ein beinahe halbkugelförmiger Konzertsaal errichtet wurde.

Gallerie

Hauptanliegen des nun erfolgten Umbaus war es, die äußere Fassade, das grüne Gewölbe sowie die Kuppel zu erhalten. Das entwickelte Konzept verbindet heutige architektonische Überlegungen mit der historischen Bauweise. Viele Elemente konnten restauriert werden. Für die Grundsanierung erarbeiteten die Architekten Hentrich, Petschnigg & Partner aus Düsseldorf ein neues Gestaltungskonzept, das in einer Bauzeit von nur sechs Monaten realisiert wurde. Die Sanierung, die auch die Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik, die Verbesserung des Brandschutzes und die Entfernung asbesthaltiger Bauteile umfasste, hat zu einer erheblichen Verbesserung der Beleuchtung und der Akustik geführt.

Die Inszenierung der Kuppel wird durch die Lichtkonzeption erreicht. Das kühle Blau der beleuchteten Kuppel verleiht dem Raum Tiefe und lässt den Saal weiter, höher und fast transparent erscheinen. Die Beleuchtung für die unterschiedlichen Konzertdarbietungen ist nicht statisch ausgelegt und kann so räumlich-atmosphärische Veränderungen erzeugen. Im Zenit der Kuppel befindet sich ein Kunstobjekt aus kreisförmigen Hohlspiegeln. Darüber hinaus sind die Sternenbilder des Nordhimmels in Form von einzelnen Leuchtdioden in die Akustikflächen der Decke eingestreut.

Akustik
Das größte akustische Problem war die Brennpunktwirkung der konkaven Kuppel: wie bei einem Hohlspiegel bildeten sich Brennpunkte für den Schall. Aus Gründen des Denkmalschutzes sollte die sichtbare Kuppelstruktur beibehalten werden.
Bei der kompletten Modernisierung der echobehafteten Tonhalle wurde das akustische Problem des Flatterechos beseitigt. Umfangreiche Labormessungen ermöglichten die Entwicklung spezieller Reflektorgeometrien und akustisch transparenter Metallgewebe, die an Stelle der geschlossenen Holzverkleidung getreten sind. Zwischen der inneren und äußeren Hülle der Kuppel wurden Schallumlenkkörper angeordnet, die den Klang umleiten. Dieser durchdringt ungehindert das Metallgewebe und bricht sich an den austarierten Umlenkkörpern.

Zusammen mit der minimal absorbierenden Bestuhlung und nahezu geräuschloser architektonischer Beleuchtungskörper führte dies nicht nur zur Lösung des früheren Echoproblems, sondern schuf auch einen Konzertsaal mit hervorragender Akustik und beeindruckender Optik.

Bautafel

Architekten: Hpp Hentrich, Petschnigg & Partner, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Peutz bv, Zoetermeer/NL, Düsseldorf (Akustik); Kress & Adams, Köln (Lichtplanung); ATT, München (Haustechnik)
Bauherr: Landeshauptstadt Düsseldorf
Fertigstellung: 2005
Standort: Düsseldorf
Bildnachweis: Tomas Riehle, Köln

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