Museo do Mar in Vigo/E

Akustik wie unter Wasser

Im Jahr 1992 waren der italienische Architekt Aldo Rossi und der Galizier César Portela mit dem Entwurf für ein Meeresmuseum - "Museo do Mar" - vom galizischen Kulturministerium beauftragt worden. Nach dem Tod Aldo Rossis und damit einhergehenden Verzögerungen übernahm Portela 1999 das gesamte Projekt. Thematischer Schwerpunkt des an der galizischen Küste in Vigo gelegenen Museums sind die Welt der Meere und die Fischerei.

Gallerie

Das Gebäude besteht aus vier Baukörpern, die zusammen eine Nutzfläche von rund 9.000 m² umfassen: Aquarium, Leuchtturm, erster "cuerpo de naves", zweiter "cuerpo de naves". Die Neubauten orientieren sich an der früher vorhandenen Struktur eines alten Schlachthofs. Sie nehmen deren Konstruktion als fünf- und vierschiffige Gebäude auf. Das Ensemble beinhaltet auch einen Garten zur Erholung, einen steinernen Platz, der die gesamte Anlage erschließt, sowie den Kai.

Das Grundmaterial der Volumen ist grauer Granit, aus dem die archaisch wirkenden Körper wie Architektur-Skulpturen geschnitten erscheinen. Gedeckt wurden sie mit Kupfer, der Leuchtturm hat dagegen ein Bronzedach.

Akustik
Um auch im Inneren des Gebäudes das Thema "Meer" immer präsent zu haben, sind die Wände in Blau- und Grüntönen gehalten. Ein besonderer zusätzlicher Effekt wird durch die Raum-Akustik ermöglicht: In den Ausstellungsräumen herrscht eine Klang-Atmosphäre, als befände man sich unter Wasser. Ermöglicht wird dies durch ein geräuschdämmendes Deckensystem aus magnesitgebundenen Holzwolleplatten, die an der gesamten Gebäudedecke als Absorber eingesetzt wurden. Die feine Faserstruktur der Platten fügt sich dabei unaufdringlich in die Deckenkonstruktion der mit Oberlichtern bekrönten "Schiffe" ein.

Bautafel

Architekten: César Portela, La Coruña/E, und Aldo Rossi, Rom/I (verstorben 1997)
Projektbeteiligte: Heraklith AG, Ferndorf (Deckensystem)
Bauherr: Galizisches Kulturministerium, Vigo/E
Fertigstellung: 2002
Standort: Punta do Muiño, Alcabre, Vigo/E
Bildnachweis: Heraklith, Ferndorf

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
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