Theatersaal der Berufsfachschule in Basel

Aus Grau und Beige mach Rosa und Mint

Die Berufsfachschule Basel verteilt sich auf zwei heterogene Gebäude: Der Hauptbau wurde im Jahr 1916 nach den Plänen von Hans Bernoulli fertiggestellt, während der sogenannte Hangbau von 1960 aus der Feder von Bernhard Weiss stammt. In den Untergeschossen des Letztgenannten befand sich ein ausschließlich auf Zweckmäßigkeit ausgerichteter Theatersaal, der kürzlich saniert wurde. Für die Modernisierung zeichnet das ortsansässige Büro MET Architects verantwortlich, das den einst in Grautönen gehaltenen Schultheatersaal in einen farbenfrohen Kulturort verwandelt hat.

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Ein Theater im Hang

Der leicht geknickte Bestandsriegel von Bernhard Weiss wurde zwischen der Kohlenberggasse und dem Steinenbachgässlein regelrecht in den Hang gebaut. Zwischen den beiden Straßen beträgt die Höhendifferenz elf Meter, die durch drei Hanggeschosse ausgeglichen wird. Darüber sind ein Erd- und zwei Obergeschosse gestapelt, deren Kubatur mit der des späthistoristischen Hauptgebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite korrespondiert. Eine einst öffentliche Treppe führt vom Erdgeschoss des 1960er-Jahre-Baus hinab ins tiefer gelegene Steinenbachgässlein. Hier befindet sich der Zugang zu den Turnräumen und zum Theatersaal.

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Frische Farben für Saal und Foyer

Über einen unscheinbaren Eingang gelangt man in ein kleines Foyer, dessen Wände ursprünglich in einem gelblichen Grau gestrichen waren. Die Wahl der Wandfarbe fiel im unteren Foyer auf ein Mintgrün. Im oberen Foyer, von dem aus man in die Loge gelangt, wurden die Wände in einem hellen Rosa gestrichen. Nach dem Passieren der originalen Holztüren betritt man den großzügigen, azurblauen Theatersaal mit Guckkastenbühne, weißer Decke und großer seitlicher Fensterfront. Farbige Akzente werden hier durch den kanariengelben Bühnenvorhang und die orangerote Bestuhlung auf dem Balkon gesetzt. Bei letzterer handelt es sich um die vorhandenen Klappstühle, die mit neuem Stoff bespannt wurden.

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Minimale Eingriffe, große Wirkung

Die baulichen Interventionen durch das Planungsteam sind von außen kaum sichtbar. Bei der Sanierung ging es vor allem darum, den Theatersaal im Hinblick auf aktuelle Sicherheits- und Brandschutzvorschriften sowie technische Anforderungen zu ertüchtigen. Die neue Bühnen- und Medientechnik deckt ein Nutzungsspektrum von einfachen Funktionen für den täglichen Schulbetrieb bis hin zur technisch anspruchsvollen Durchführung von Konzerten und Theatervorstellungen ab.

Im Foyer wurde eine Wand eingezogen und somit ein separater Bereich für die Garderobe geschaffen, die vorher optisch für Unruhe sorgte. Der mit hellen und dunklen Terrazzo-Fliesen belegte Fußboden blieb unverändert. Neue kugelförmige Deckenleuchten in strahlendem Weiß ersetzen die alten Lampen, die die Wände in gelbliches Licht tauchten. Insgesamt wurde mit wenigen, oberflächlichen Eingriffen ein frisches, zeitgemäßes Ambiente geschaffen.

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Roter Rückzugsort

Einen Kontrast zu den in Pastelltönen gehaltenen Foyers und zum Theatersaal bildet ein Raum unter der Bühne, der den Schauspielenden als Maske dienen soll. Wände, Boden und Möbel sind in einem Tomatenrot gehalten. Kreisrunde Spiegel greifen die Form der Kugelleuchten auf, die an der weiß gestrichenen Decke befestigt sind. Über eine schwarze Treppe, die mittels eines roten Vorhangs vom Rest des Raums abgetrennt werden kann, gelangt man direkt in den Bühnenraum.

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Akustik: Rautendecke und Textilien

Eines der Ziele der Gesamtsanierung des Theatersaals war die Verbesserung der Raumakustik sowohl im Saal als auch in den Foyers. Dafür wurden unter anderem die neuen Decken akustisch wirksam ausgeführt. Dabei strebten die Akustikplanenden insbesondere an, den unterschiedlichen Personenbelegungen entsprechende Nachhallzeiten zu erreichen. In beiden Foyers sorgt eine abgehängte Akustikdecke mit 40 mm Dicke für Schallabsorption. Beleuchtung, Präsenzmelder und Sicherheitsleuchten sind in die Decke integriert worden.

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Im Theatersaal handelt es sich bei der Rohbaudecke um eine vorgespannte Stahlbetondecke, deren Spannkabel in Querrichtung parallel zur Bühnenwand verlaufen. Durch die Neigung der Decke in Richtung Steinenbachgässlein variiert der Abhangabstand je nach Position im Raum. Auch hier wurde eine abgehängte schallabsorbierende Akustikdecke installiert. Es kamen drei Dicken zum Einsatz: 40 mm, 50 mm und 70 mm. Durch die unterschiedlichen Dicken entsteht ein rautenförmiges Deckenrelief, das sich auf das Raster der Fassade bezieht. 

Teilbereiche der Saaldecke über dem Balkon wurden nicht absorbierend, sondern reflektierend ausgeführt. Anstatt der schallabsorbierenden Platten wurde hier eine zweite Lage Gipskartonplatten verbaut, die mit der gleichen Beschichtung wie die Decke im vorderen Bereich des Saals versehen wurden. Zusätzlich leisten Textilien – etwa der Bühnenvorhang oder die mit Stoff bespannte Bestuhlung – einen Beitrag zu einer ausgewogenen Raumakustik. -np

Bautafel

Architektur: MET Architects, Basel
Projektbeteiligte: Martini Schäfer, Basel (Bauleitung); Eglin Ristic Ingenieurbüro, Basel (Bauingenieur); Eplan, Reinach (Elektrotechnik); herrmann und partner Energietechnik, Basel (Heizungs- / Lüftungstechnik); Bogenschütz, Basel (Kanalisation / Sanitärtechnik); Gruner, Basel (Bauphysik); Bürgin Brandschutz, Seltisberg (Brandschutz); Martin Lienhard, Langenbruck (Akustikplanung); Création Baumann, Langenthal (Textilien)
Bauherr*in: Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Städtebau und Architektur, Basel
Fertigstellung: 2022
Standort: Kohlenberggasse 11, 4051 Basel, Schweiz
Bildnachweis: Ruedi Walti, Basel; MET Architects, Basel

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