Atelier für Architekturfotografie in Hennef
Fassade aus regionalem Bruchsteinmauerwerk
Es liegt auf der Hand, dass ein Architekturfotograf die Bilder seines neuen Ateliergebäudes selbst anfertigt. Das hier abgelichtete Bauwerk im archaischen Gewand aus Bruchsteinmauerwerk entwarf das Büro Nebel Pössl Architekten für Hans Georg Esch. Der renommierte Fotograf zählt zu den großen Namen seiner Profession in Deutschland; seit über 40 Jahren fotografiert er Architekturen in aller Welt. Jemanden, der so kosmopolitisch arbeitet, wähnt man vermutlich in einer Metropole zu Hause – Esch lebt und arbeitet allerdings im Ortsteil Stadt Blankenberg der Stadt Hennef im Rhein-Sieg-Kreis. Der Atelierneubau ergänzt ein Ensemble aus einem alten Bauernhaus, in dem der Fotograf mit seiner Familie wohnt, und einem kleinen Fachwerkbau, der bisher die Büroräume aufnahm. Historische Wohn- und Hofgebäude bilden die unmittelbare Nachbarschaft.
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Hanglage mit Ausblick
Das teilunterkellerte Gebäudevolumen entwickelt sich hangabwärts in drei Schritten zu seiner vollen Breite und Höhe. Richtung Norden öffnet es sich mit seinen an dieser Stelle zwei Geschossen vollflächig über eine Panoramaverglasung zum Garten und zu den Auen des Flusses Sieg, der durch das idyllische Tal fließt. Der unverstellte Blick in die Natur lässt sich durch die Höhenstaffelung von allen Arbeitsplätzen aus genießen. Eine Terrasse ermöglicht dies auch in den Pausen.
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Innenräume und Materialität
Die Innenräume vollziehen die dreistufige Entwicklung der Kubatur nach und werden durch die Höhensprünge in unterschiedliche Nutzungsbereiche gegliedert. Unregelmäßige Fensteröffnungen, teils über Eck oder im Dach versorgen auch die tiefer im Gebäude liegenden Arbeitsplätze mit natürlichem Licht. Böden und Innenausbauten sowie Fenster- und Türrahmen wurden aus Eichenholz gefertigt; die Wände sind weiß verputzt.
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Regionales Natursteinmauerwerk
Wesentliches Merkmal des Ateliergebäudes ist das Bruchsteinmauerwerk aus bergischer Grauwacke, das ihm eine archaische Anmutung verleiht und es zugleich in der Region verankert. Denn der Naturstein stammt aus dem Rheinischen Schiefergebirge – somit konnten lange Transportwege vermieden werden. Der Stein zeichnet sich durch eine dunkle, graugrüne bis bräunliche Farbe mit einer oft „wolkigen“ oder unregelmäßigen Textur aus.
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Das Natursteinmauerwerk ist 12 bis 15 cm dick und bildet die äußere Schicht des zweischaligen Mauerwerks mit Mörtelfüllung. Als tragende Struktur kommen Leichthochlochziegel mit einer Stärke von 36,5 cm zum Einsatz. Der Schalenzwischenraum (2 bis 3 cm) wurde mit einer Trassmörtelmischung verdichtet. Anker aus nichtrostendem Stahl verbinden die Mauerwerksschalen miteinander.
Nachhaltiges Energiekonzept
Das Dach aus Stahlbeton erhielt eine intensive Dachbegrünung. Zum Nachhaltigkeitskonzept zählen außerdem die Nutzung von Geothermie mittels Wärmepumpe, eine Aufdach-Photovoltaikanlage sowie eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und die Regenwassernutzung.
Somit schlägt der Entwurf von Nebel Pössl Architekten eine Brücke: Während die Materialität den Atelierneubau in der Region und seinem gewachsenen historischen Umfeld verankert, setzt die Architektur ein eigenständiges Statement und die technische Gebäudeausrüstung macht den Bau zukunftsfähig.
Bautafel
Architektur: Nebel Pössl Architekten, Köln
Team: Thomas Nebel, Erich Pössl, Bork Schiffer, Carmen Weichenhain
Projektbeteiligte: Tragwerk Ingenieure, Rösrath (Bauleitung)
Bauherr*in: Hedwig Esch, Hennef-Stadt Blankenberg
Fertigstellung: 2023
Standort: Attenberger Strasse 1, 53773 Hennef-Stadt Blankenberg
Bildnachweis: HGEsch Photography
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