Firmensitz Leitec in Heilbad Heiligenstadt

Bedarfsgerechte KNX-Steuerung der Gebäudetechnik

Gallerie

Auf Google Maps ähnelt das neu erschlossene Gewerbegebiet im thüringischen Heilbad Heiligenstadt noch einer Wüstenlandschaft – im echten Leben dagegen haben sich hier bereits 17 Firmen angesiedelt. Eine von ihnen ist das Energie- und Gebäudetechnik-Unternehmen Leitec. Für seinen Hauptsitz ließ es sich vom Architekturbüro Stadermann aus Hausen einen Neubau errichten. Er entstand nahe einer Autobahnabfahrt zur A 38 im Norden der Kleinstadt an einem Südhang.

Besonderes Kennzeichen des zweigeschossigen Gebäudes ist sein über 1.200 m² großes Schrägdach mit Photovoltaikmodulen, das bis über die Geländekante des abfallenden Hangs herunterreicht. Großzügige Öffnungen darin lassen Licht in die darunter und dahinter liegenden Innenräume. Das Dach bedeckt allerdings nur einen Teil des langen, riegelförmigen Baukörpers. Dieser erstreckt sich von Ost nach West, ist mit einem zurückversetzten Obergeschoss ausgebildet und von vorgehängten Stahlbetonfertigteilen umhüllt, die ein Wärmedämmverbundsystem verdecken. Am westlichen Ende mündet er in einem zweigeschossigen, flach gedeckten Lager, das mit Sandwichelementen verkleidet ist, die den technischen Charakter dieses Gebäudetraktes unterstreichen sollen.

Über den im Norden gelegenen, schlicht gestalteten Haupteingang gelangen Mitarbeiter und Besucher ins Gebäudeinnere. Zwei Treppenhäuser führen ins Obergeschoss, wo Büros, ein Technikraum sowie ein Aufenthalts- und Ausstellungsbereich untergebracht sind. Im Erdgeschoss durchzieht ein zentral gelegener Flur den gesamten Bau in Längsrichtung. Beidseitig von ihm sind die Büroeinheiten angeordnet. Am östlichen Ende geht der Flur fließend in einen offenen Besprechungsraum über, der direkt an das Büro der Geschäftsleitung angrenzt. Hier öffnet sich der Baukörper mit einer gläsernen Fassade zum Außenraum. Statt grau verputzt und mit gleichmäßig angeordneten Fenstern ausgebildet, besteht sie aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion. Diese schiebt sich außerdem über die an dieser Stelle aufgrund der Hanglage tiefer liegende Gebäudekante hinaus. Von der angrenzenden Straße aus entsteht der Eindruck, als würde das Gebäude über dem Gelände schweben.

Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt mithilfe eines Eisspeichers; zwei Sole/Wasser-Wärmepumpen wandeln die im Speicher eingelagerte Energie in Heizenergie um. Diese wird über spezielle Heizkörper mit integriertem Lüftungssystem an die Innenräume abgegeben. Die 900 auf dem Schrägdach installierten PV-Module erzeugen mit einer Leistung von 117,76 kWp jährlich rund 100.000 kWh Strom.

Elektro
Um alle haustechnischen Komponenten innerhalb der Firmenzentrale möglichst bedarfsgerecht und energieeffizient steuern zu können, wurden sämtliche Anlagen miteinander vernetzt – von den Beleuchtungs- und Brandmeldeanlagen über die Wärmeversorgung bis hin zur Kommunikations- und Sicherheitstechnik. Als Kommandozentrale dient ein leistungsstarker Home Server, bei dem alle Daten und Informationen zusammenlaufen und gesteuert werden.

Innerhalb des Gebäudes sorgen Präsenzmelder dafür, dass nur dort Licht brennt, wo sich tatsächlich Mitarbeiter aufhalten. Wird in den Fluren beispielsweise keine Bewegung erfasst, so regelt der Server die Beleuchtung automatisch auf 10% der Leistung herab. Betritt ein Mitarbeiter sein Büro, fährt die Heizung auf dessen individuell eingestellte Wohlfühltemperatur hoch und die Lüftung geht in Betrieb. Wird hingegen ein Fenster geöffnet, erfolgt automatisch eine Absenkung der Heiz- und Lüftungsleistung.

Über ein Display mit Touchscreen lassen sich alle Funktionen des KNX/EIB-Systems nach Bedarf steuern und kontrollieren. Jeder Mitarbeiter kann überdies arbeitsplatzspezifische Einstellungen über einen eigenen PC-Client vornehmen. Alle Funktionen der Gebäudesteuerung lassen sich mobil einsehen und bequem fernsteuern – per Smartphone oder Tablet-PC.

Objektinformationen

Architekten: Architekturbüro Stadermann, Hausen
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Gunkel Versorgungstechnik, Reinholterode (Heizung, Klima, Lüftung); Goldeck Bau, Ichtershausen (Generalbau); Leitec Gebäudetechnik, Heilbad Heiligenstadt (Elektro); Stiebel Eltron, Holzminden (Wärmepumpe), Avancis, Torgau (PV-Anlage)
Bauherr: Leitec Gebäudetechnik, Heilbad Heiligenstadt
Fertigstellung: 2011
Standort:
Josef-Rodenstock-Str. 11, 37308 Heilbad Heiligenstadt
Bildnachweis: Fotoatelier Grimm, Leinefelde (www.foto-grimm.de)

Objektstandort



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