Asche als Baustoff

TH Köln und RWTH Aachen untersuchen Karbonatisierung von Müllverbrennungsaschen

Jedes Jahr fallen in Deutschland rund sechs Millionen Tonnen Rostasche – auch Müllverbrennungsschlacke genannt – beim Verbrennen von Siedlungsabfällen an. Ein interdisziplinäres Forschungskonsortium will die Rückstände künftig doppelt nutzen: als CO2-Speicher und als Ersatzbaustoff. Für das Projekt KARMA haben sich die Technische Hochschule Köln (TH Köln), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) und der Entsorgungsfachbetrieb REFER zusammengetan. Gemeinsam entwickeln sie ein Verfahren, das Kohlendioxid – etwa aus Deponiegas – dauerhaft in aufbereiteter Rostasche bindet und sie anschließend im Straßenbau oder in der Betonherstellung einsetzbar macht.

Galerie

KARMA steht für Karbonatisierung von Müllverbrennungsaschen und ist Teil des Förderwettbewerbs CCU-Modellregionen NRW des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums. CCU ist die Abkürzung für Carbon Capture and Utilization und bezeichnet die Abscheidung und anschließende Nutzung von Kohlendioxid. Bis Mitte 2028 fließen gut eine Million Euro Förderung in das Vorhaben.

Zwei Verfahren im Vergleich

Der Ausgangspunkt ist ein chemischer Prozess namens Karbonatisierung. Bevor er stattfinden kann, durchläuft die Rostasche mehrere Aufbereitungsschritte: Metalle werden zurückgewonnen, Sieb- und Sortierschritte reinigen das Material zu einer Fertigasche. Die darin enthaltenen mineralischen Bestandteile – insbesondere alkalische Oxide wie Calcium- und Magnesiumoxid – reagieren mit Kohlendioxid und binden es dauerhaft in Form stabiler Karbonate. Diese Fähigkeit zur Mineralisierung macht die Rückstände für KARMA interessant: Aus einem Abfallprodukt soll ein klimapositiver Sekundärrohstoff werden. Am Entsorgungszentrum Leppe bei Lindlar bauen die TH Köln und die RWTH Aachen derzeit eine technische Versuchsanlage auf. REFER liefert die aufbereitete Hausmüllverbrennungsasche. Ziel ist es, den Karbonatisierungsprozess unter möglichst realistischen Bedingungen zu untersuchen. 

Welche Methode CO2 am effizientesten in der Asche bindet, ist eine der zentralen Fragen des Projekts. Das Team verfolgt zwei Ansätze. Bei der Nasskarbonatisierung reagiert die Asche unter Wasser mit CO2. Das erhöht die CO2-Aufnahmekapazität, erfordert aber anschließend einen energieaufwendigen Trocknungsschritt. Die feuchte Karbonatisierung kommt mit weniger Wasser aus, hat jedoch einen anderen Nachteil: Auf der Ascheoberfläche bildet sich schnell eine dichte karbonatisierte Schicht, die das weitere Eindringen von CO2 in die Partikel blockiert. Die gespeicherte Menge fällt dadurch geringer aus. Die Versuchsanlage ist so ausgelegt, dass sich beide Verfahren mit ihr durchführen und direkt vergleichen lassen.

Galerie

Vom Rückstand zum Ersatzbaustoff

Nach der Karbonatisierung richtet sich der Blick auf die bauliche Verwertung. In ungebundener Form könnte die behandelte Asche Kies oder Sand im Straßen- und Erdbau ersetzen – natürliche Rohstoffe, deren Gewinnung selbst energieintensiv ist. Parallel prüfen die Forschenden, ob sich das Material auch als Bindemittel in der Betonherstellung eignet. Das setzt eine definierte und gleichbleibende Qualität voraus. Deshalb gehören Versuche zur weiteren Aufbereitung und sortenreinen Zerkleinerung ebenfalls zum Forschungsprogramm.

Am Ende stehen drei Fragen: Wie viel CO2 lässt sich dauerhaft in der Asche speichern? Welches Verfahren bietet das günstigste Verhältnis zwischen Aufnahmekapazität und Energieaufwand? Und unter welchen Bedingungen wird aus dem Verbrennungsrückstand ein verlässlich einsetzbarer Baustoff? Antworten sind zum Ende des Projekts im Jahr 2028 zu erwarten.

Forschung: TH Köln, RWTH Aachen, Bergischer Abfallwirtschaftsverband, refer GmbH

Fachwissen zum Thema

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

Herstellung

Aufbereitung von Betonabbruch

Zerkleinert, sortiert und gereinigt sind Beton- und auch Mauerwerksabbruch wertvolle Ressourcen für die Herstellung von Recyclingbeton.

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

Herstellung

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)

Kohlendioxid aus der Beton- und Zementherstellung soll gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen, sondern weiterverwendet oder eingelagert werden.

Tipps zum Thema

Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Müllverbrennungsreststoff (schwarz): Aus diesen Grundzutaten könnte eine neue Art von Recyclingbeton entstehen.

Forschung

Asche zu Beton

Aufbereitete Müllverbrennungsaschen könnten in Zukunft als Körnungen in Betonrezepturen einfließen. Das entsprechende Potenzial untersucht das Forschungsprojekt Ashcon.

Im Projekt ASHCON arbeitet die TH Köln an einem Verfahren, um Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Dazu wurden Probekörper mit MV-Asche (links im Bild) hergestellt und mit Probekörpern, die nach einer Standardrezeptur gefertigt wurden (rechts im Bild), verglichen.

Forschung

Schlacke statt Kies

Durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren werden aus Müllverbrennungsaschen Gesteinskörnungen.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
BauNetz Wissen Beton sponsored by:
Deutsche Zement- und Betonindustrie vertreten durch das
InformationsZentrum Beton | Kontakt 0211 / 28048–1 | www.beton.org
Zum Seitenanfang

Asche als Baustoffneu

Aufbereitete Hausmüllverbrennungsasche dient im Forschungsprojekt KARMA als Ausgangsmaterial für die Karbonatisierungsversuche.

Aufbereitete Hausmüllverbrennungsasche dient im Forschungsprojekt KARMA als Ausgangsmaterial für die Karbonatisierungsversuche.

Im Forschungsprojekt KARMA wird untersucht, wie sich Müllverbrennungsasche zur dauerhaften CO2-Bindung und als Sekundärrohstoff im Bauwesen nutzen lässt.

Beton als Kohlendioxidspeicherneu

Professor Frank Dehn an einer Prüfmaschine der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Karlsruhe. Am KIT werden Betone mit Magnesiumsilikaten untersucht.

Professor Frank Dehn an einer Prüfmaschine der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Karlsruhe. Am KIT werden Betone mit Magnesiumsilikaten untersucht.

Das Forschungsprojekt C-SINC prüft einen Zusatzstoff, der die Karbonatisierung beschleunigen und somit Beton zum CO2-Speicher machen kann.

3D-gedruckte Hohlräume

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, waren Gegenstand des  Forschungsprojekts Coebro – Additive Fabrication of Concrete Elements by Robots der TU Graz.

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, waren Gegenstand des Forschungsprojekts Coebro – Additive Fabrication of Concrete Elements by Robots der TU Graz.

Deckenelemente, die sich dank 3D-Druck mit deutlich weniger Beton verwirklichen lassen, sind Gegenstand des  Forschungsprojekts zur additiven Fertigung von Aussparungskörpern der TU Graz.

Asche zu Beton

Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Müllverbrennungsreststoff (schwarz): Aus diesen Grundzutaten könnte eine neue Art von Recyclingbeton entstehen.

Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Müllverbrennungsreststoff (schwarz): Aus diesen Grundzutaten könnte eine neue Art von Recyclingbeton entstehen.

Aufbereitete Müllverbrennungsaschen könnten in Zukunft als Körnungen in Betonrezepturen einfließen. Das entsprechende Potenzial untersucht das Forschungsprojekt Ashcon.

Auf dem Weg zum Weltraumbeton

ESA-Astronaut Alexander Gerst bei der Durchführung der MICS-Experimente auf der ISS.

ESA-Astronaut Alexander Gerst bei der Durchführung der MICS-Experimente auf der ISS.

Auf der ISS wurde die Aushärtung von Zement in Schwerelosigkeit untersucht. Ziel ist die Entwicklung eines Betons für Mond und Mars.

Bauteile aus gradiertem Beton

Einachsig und mehrachsig gradierte Betonwürfel

Einachsig und mehrachsig gradierte Betonwürfel

Die Baubranche trägt wesentlich zum weltweiten Energie- und Ressourcenverbrauch, zum Müllaufkommen und zur Erderwärmung bei. Um...

Betonage in Schwerelosigkeit

Grundlage des Experiments Mason / Concrete Hardening auf der ISS sind 64 dieser winzigen Betonmischer.

Grundlage des Experiments Mason / Concrete Hardening auf der ISS sind 64 dieser winzigen Betonmischer.

Die kleinsten Betonmischer findet man im Moment auf der Internationalen Raumstation: In einem Experiment wird dort die Betonaushärtung in Schwerelosigkeit erforscht.

Biobeton aus Urin

Im Forschungsprojekt SimBioZe an der Universität Stuttgart wird untersucht, wie Mikroorganismen aus Sand und Urin einen festen, betonähnlichen Baustoff erzeugen.

Im Forschungsprojekt SimBioZe an der Universität Stuttgart wird untersucht, wie Mikroorganismen aus Sand und Urin einen festen, betonähnlichen Baustoff erzeugen.

Im Projekt SimBioZe untersuchen Forschende der Universität Stuttgart, wie sich menschlicher Urin in einen mineralischen Baustoff verwandeln lässt.

Blicke unter die Betondeckung

Kartierung der Instandsetzungsflächen an der Westfassade (links) und an der Südfassade (rechts) des Beckerturms der Becker-Brauerei in St. Ingbert

Kartierung der Instandsetzungsflächen an der Westfassade (links) und an der Südfassade (rechts) des Beckerturms der Becker-Brauerei in St. Ingbert

Wie verhalten sich Instandsetzungen im Laufe der Zeit? Dieser Frage gingen Forschende der Hochschule RheinMain nach.

Brücke aus 3-D-gedruckten Elementen

Diese 26 Meter lange Brücke in Shanghai wurde mit 3D-gedruckten Bauteilen erstellt.

Diese 26 Meter lange Brücke in Shanghai wurde mit 3D-gedruckten Bauteilen erstellt.

3-D-gedruckte Elemente aus Faserbeton formen diese 26 Meter lange Brücke über ein Wasserbecken im Norden Shanghais.

Ein zweites Leben für Betonfertigteile

Im internationalen Forschungsprojekt ReCreate wird die Wiederverwendung von Betonfertigteilen theoretisch und praktisch durchgespielt.

Im internationalen Forschungsprojekt ReCreate wird die Wiederverwendung von Betonfertigteilen theoretisch und praktisch durchgespielt.

Bauen mit statt im Bestand: Ein internationales Forschungsteam entwickelt Verfahren zur Erfassung, Demontage und Aufbereitung von bereits verbauten Stützen, Trägern und Deckenelementen aus Beton.

Erst digitalisieren, dann wiederverwenden

Es beginnt mit einem 3D-Scan: Das Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 diente dazu, eine real-digitale Prozesskette zur Wiederverwendung zu entwickeln.

Es beginnt mit einem 3D-Scan: Das Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 diente dazu, eine real-digitale Prozesskette zur Wiederverwendung zu entwickeln.

Im Forschungsprojekt Fertigteil 2.0 wurde eine Prozesskette entwickelt, um aus Bestandsgebäuden einheitliche Betonfertigteile herzustellen.

Experimentalbau aus Infraleichtbeton

Rezyklierte, leichte Blähglaskörnungen für Infraleichtbeton

Rezyklierte, leichte Blähglaskörnungen für Infraleichtbeton

An der TU Kaiserslautern wurde 2014 ein Gebäude aus einem neu entwickelten Infraleichtbeton verwirklicht, bei dem die im Labor gewonnen Erkenntnisse durch die Übertragung auf Bauwerksverhältnisse überprüft wurden. 

Extrem emissionsarm

An der ETH Zürich wird im Rahmen des Forschungsprojekts Ultra Green Concrete nach einer Betonrezeptur gesucht, die weniger CO2-Emissionen zur Folge hat.

An der ETH Zürich wird im Rahmen des Forschungsprojekts Ultra Green Concrete nach einer Betonrezeptur gesucht, die weniger CO2-Emissionen zur Folge hat.

An der ETH Zürich wird an Zement- und Betonrezepturen geforscht, die den CO2-Ausstoß bei der Produktion stark reduzieren.

Formsache

Das britische Forschungsprojekt Acorn (Automating Concrete Construction) beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Beton durch automatisierte Herstellungsprozesse einzusparen.

Das britische Forschungsprojekt Acorn (Automating Concrete Construction) beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Beton durch automatisierte Herstellungsprozesse einzusparen.

Ein britisches Forschungsteam nutzt automatisierte Herstellungsmethoden, um eine materialsparende Formgebung umzusetzen.

Forschung zu Beton 4.0

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist eines der Forschungsfelder des Instituts für Baustoffe an der Leibniz-Universität Hannover.

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist eines der Forschungsfelder des Instituts für Baustoffe an der Leibniz-Universität Hannover.

Die intelligente Aussteuerung der Betoneigenschaften im Mischungsprozess ist das Thema eines Forschungsfeldes an der Leibniz-Universität Hannover.

Frostschutz nach Art der Natur

Eine Alternative für luftporenbildende Zusätze als Frostschutz für Beton untersuchte ein Forschungsteam der University of Colorado Boulder.

Eine Alternative für luftporenbildende Zusätze als Frostschutz für Beton untersuchte ein Forschungsteam der University of Colorado Boulder.

Der natürliche Frostschutz, den Organismen der Arktis und Antarktis in sich tragen, war Vorbild für ein Polymermolekül, das die Eiskristallbildung in Betonbauteilen stark reduziert.

Gänzlich gedruckt

Das Forschungsprojekt Fast Complexity rückt eine neue ornamentale Üppigkeit zukünftiger Architektur in den Bereich des Möglichen.

Das Forschungsprojekt Fast Complexity rückt eine neue ornamentale Üppigkeit zukünftiger Architektur in den Bereich des Möglichen.

Ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich zeigt, wie sich mithilfe digitaler Möglichkeiten Betonbauteile mit individueller Geometrie erzeugen lassen.

Gewebter Beton

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

In einem Workshop zum Forschungsprojekt Fluid Bodies in Versailles entstanden skulpturale Gebilde, die Alternativen zu konventionellen Formgebungsmethoden nachspüren.

Incidental Space auf der Architekturbiennale

Die Rauminstallation „Incidental Space“ auf der Achitekturbiennale 2016 in Venedig

Die Rauminstallation „Incidental Space“ auf der Achitekturbiennale 2016 in Venedig

Der Beitrag von Christian Kerez im Schweizer Pavillon auf der Architekturbiennale 2016 in Venedig spaltete die Gemüter. Während...

Lehrstück der Wiederverwendung

Wiederverwenden statt verschwenden lautet das Motto der Studierendenprojekts rebuiLT an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

Wiederverwenden statt verschwenden lautet das Motto der Studierendenprojekts rebuiLT an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL).

Schweizer Studierende demonstrieren mit ihrem Pavillon, wie ganze Betonbauteile ein zweites Leben erhalten können.

Lösender Angriff auf Beton

Zur Untersuchung wurden Betonprobekörper 15 Wochen in konzentrierter Essigsäure gelagert

Zur Untersuchung wurden Betonprobekörper 15 Wochen in konzentrierter Essigsäure gelagert

Dringen säurehaltige Flüssigkeiten in das Betongefüge ein, reagieren sie mit den Bestandteilen des Betons und lösen diese aus der...

Museumsreifes Tragwerk

Im Deutschen Museum in München spannt seit kurzem eine Carbonbetonbrücke von Wand zu Wand.

Im Deutschen Museum in München spannt seit kurzem eine Carbonbetonbrücke von Wand zu Wand.

Zwei hauchdünne Carbonbetonschichten, ausgesteift durch Infraleichtbeton: Eine im Deutschen Museum in München verwirklichte Brücke zeigt, welche Möglichkeiten hybride Betonbauteile bieten.

Ökobeton mit weniger Portlandzement

Beton unter dem Mikroskop

Beton unter dem Mikroskop

Hauptverantwortlich für den ökologischen Fußabdruck des Baustoffs Beton ist der für seine Herstellung üblicherweise verwendete...

Ortbetonteile im Kreislauf

Im Forschungsprojekt Abbau Aufbau wurden Planungshilfen für die Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen entwickelt.

Im Forschungsprojekt Abbau Aufbau wurden Planungshilfen für die Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen entwickelt.

Die Wiederverwendung von Ortbetonteilen ist ungleich komplexer als bei Fertigelementen. Sie zu erleichtern, war das Ziel eines Forschungsprojekts an der Universität der Künste in Berlin.

Recycling vor Ort

Ein Team um die Professorin Andrea Kustermann schuf einen 20 Quadratmeter großer Pavillon aus Recyclingbeton auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Ein Team um die Professorin Andrea Kustermann schuf einen 20 Quadratmeter großer Pavillon aus Recyclingbeton auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Hochschule München ist auf dem Gelände der Bayernkaserne ein Musterpavillon entstanden, für den ein Beton mit 100 Prozent rezyklierter Körnung verwendet wurde.

Rohstoffquelle und Materialbank

Für die neue Rathauserweiterung, die das Büro Heimspiel Architekten in Kooperation mit agn verwirklichte, wurde die abgetragene Substanz des Vorgängerbaus so gut wie möglich als Rohstoffquelle genutzt.

Für die neue Rathauserweiterung, die das Büro Heimspiel Architekten in Kooperation mit agn verwirklichte, wurde die abgetragene Substanz des Vorgängerbaus so gut wie möglich als Rohstoffquelle genutzt.

Bei der Rathauserweiterung im hessischen Korbach diente der ungeliebte Vorgängerbau als Quelle für das benötigte Baumaterial. Der Prozess wurde wissenschaftlich begleitet.

Schlacke statt Kies

Im Projekt ASHCON arbeitet die TH Köln an einem Verfahren, um Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Dazu wurden Probekörper mit MV-Asche (links im Bild) hergestellt und mit Probekörpern, die nach einer Standardrezeptur gefertigt wurden (rechts im Bild), verglichen.

Im Projekt ASHCON arbeitet die TH Köln an einem Verfahren, um Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Dazu wurden Probekörper mit MV-Asche (links im Bild) hergestellt und mit Probekörpern, die nach einer Standardrezeptur gefertigt wurden (rechts im Bild), verglichen.

Durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren werden aus Müllverbrennungsaschen Gesteinskörnungen.

Schritt für Schritt zum Recycling-Granulat

Am Rande von Weimar befindet sich das Recycling-Technikum des Instituts für Angewandte Bauforschung (IAB).

Am Rande von Weimar befindet sich das Recycling-Technikum des Instituts für Angewandte Bauforschung (IAB).

Eine Recycling-Anlage in Weimar verarbeitet mineralische Rest- und Abfallstoffe zu Leichtgranulaten, etwa für die Beton- und Mörtelherstellung.

Selbstheilender Beton

Im Beton sind Kapseln mit Epoxidharz verbaut, die brechen, wenn ein Riss entsteht

Im Beton sind Kapseln mit Epoxidharz verbaut, die brechen, wenn ein Riss entsteht

Risse lassen sich beim Bauen mit Stahlbeton kaum vermeiden. Problematisch werden diese Läsionen erst, wenn Wasser und Salze bis...

Tausend Jahre bis Net-Zero

Beim Abriss werden Baustoffe und der im Material gebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt. Die Lebensdauer von Bauwerken prägt ihre Klimabilanz entscheidend.

Beim Abriss werden Baustoffe und der im Material gebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt. Die Lebensdauer von Bauwerken prägt ihre Klimabilanz entscheidend.

Schweizer Forschende ermittelten, wie lange Kohlendioxid gespeichert werden muss, um die Emissionen des Bauwesens nachhaltig auszugleichen.

Textilbeton mit Flachs

Prototyp einer naturfaserverstärkten Betonbrücke auf der Bau 2019

Prototyp einer naturfaserverstärkten Betonbrücke auf der Bau 2019

Unter Textilbeton versteht man für gewöhnlich einen Beton, der mit Geweben aus Carbon oder Glasfaser verstärkt ist. Ein...

Textilbeton-Leichtbauabsorber

Unterschiedlich große Öffnungen in der Abdeckung ermöglichen eine Steuerung der Schallabsorption

Unterschiedlich große Öffnungen in der Abdeckung ermöglichen eine Steuerung der Schallabsorption

Dass es auch Anwohner an Bahnstrecken oder Autobahnen in ihrem Zuhause möglichst ruhig haben wollen, ist verständlich. Dennoch...

Tone tempern in der Pilotanlage

Die Pilotanlage besteht aus zwei Silos (links) sowie einer Zyklone und einer Brennkammer (Mitte). Rechts daneben sind der Drehrohrofen und die Leitung für die Klinkerkühlerabluft zu sehen.

Die Pilotanlage besteht aus zwei Silos (links) sowie einer Zyklone und einer Brennkammer (Mitte). Rechts daneben sind der Drehrohrofen und die Leitung für die Klinkerkühlerabluft zu sehen.

In Rohrdorf testet ein Baustoffhersteller die Herstellung eines CO2-ärmeren Klinkerersatzes.

Tragende Fertigteile aus Recyclingbeton

Vom Fertigteilwerk Beton-Betz wurden für ein Pilotprojekt tragende Fertigteile aus Recyclingbeton erstellt.

Vom Fertigteilwerk Beton-Betz wurden für ein Pilotprojekt tragende Fertigteile aus Recyclingbeton erstellt.

Bei einem Pilotprojekt auf einem Autobahnrastplatz bei Thionville wird für eine Lärmschutzwand aus vorgefertigten Betonelementen zu 100 Prozent rezyklierte Körnung verwendet.

Ultraschall steigert Fließfähigkeit und Frühdruckfestigkeit

Durch die Anwendung von Ultraschall im Mischprozess könnten deutliche Stei­gerungen der Fließfähigkeit und der Frühdruckfestigkei­t des Betons erreicht.

Durch die Anwendung von Ultraschall im Mischprozess könnten deutliche Stei­gerungen der Fließfähigkeit und der Frühdruckfestigkei­t des Betons erreicht.

Das ultraschallgestützte Mischen von Beton könnte bei der Vorfertigung unter anderem den Einsatz von Zementen mit geringerem Klinkergehalt ermöglichen.

Unsichtbare Pflaster

Grundlage von BIRDS waren drei verschiedenfarbige Zemente, die mit Zusatzstoffen wie Flugasche, Pigment und Trassmehl kombiniert wurden.

Grundlage von BIRDS waren drei verschiedenfarbige Zemente, die mit Zusatzstoffen wie Flugasche, Pigment und Trassmehl kombiniert wurden.

Forschende der Hochschule Rhein-Main haben ein Baukastensystem für die Instandsetzung von denkmalgeschützten Sichtbetonbauten entwickelt.

Verbundwerkstoffe aus dem Materiallabor

Mit Blingcrete lassen sich beispielsweise baulich integrierte Leitsysteme umsetzen

Mit Blingcrete lassen sich beispielsweise baulich integrierte Leitsysteme umsetzen

Neue Werkstoffe haben in den letzten Jahren bislang ungeahnte Potenziale für das Baugewerbe und die Architektur eröffnet. Eines...

Von der Hauswand zur Brücke

An der Schweizer Hochschule EFPL in Lausanne hat ein Forschungsteam eine Fußgängerbrücke aus wiederverwendeten Betonblöcken entwickelt. Das Projekt trägt den Namen RE:CRETE.

An der Schweizer Hochschule EFPL in Lausanne hat ein Forschungsteam eine Fußgängerbrücke aus wiederverwendeten Betonblöcken entwickelt. Das Projekt trägt den Namen RE:CRETE.

Fügen statt Gießen: Forschende der Hochschule EPFL haben eine Fußgängerbrücke gebaut, die nicht frisch betoniert, sondern aus wiederverwendeten Betonblöcken zusammengesetzt wurde.

Von der Quelle zur Senke

Speichersilo (links) und Reihendoseur (rechts) gehören zum Equipment von Neustark, einem Unternehmen, das Recyclingbeton mit Kohlendioxid  anreichert.

Speichersilo (links) und Reihendoseur (rechts) gehören zum Equipment von Neustark, einem Unternehmen, das Recyclingbeton mit Kohlendioxid anreichert.

Ein Schweizer Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Kohlendioxid in Recycling-Gesteinskörnung speichern lässt.

Von der Sole zum Zement

Der Beitrag Wetland der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur 17. Architekturbiennale in Venedig wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Beitrag Wetland der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur 17. Architekturbiennale in Venedig wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Beitrag „Wetland“ der Vereinigten Arabischen Emirate auf der 17. Architekturbiennale in Venedig spannt den Bogen von einer einzigartigen Landschaft hin zu einem alternativen Bindemittel für Zement.

Zement aus kalziniertem Ton

Für den Zement LC3 wird vor Ort vorhandene, geeignete Tonerde in einem Drehrohrofen gebrannt und zusammen mit gemahlenem Kalkstein in die Rezeptur eingebracht.

Für den Zement LC3 wird vor Ort vorhandene, geeignete Tonerde in einem Drehrohrofen gebrannt und zusammen mit gemahlenem Kalkstein in die Rezeptur eingebracht.

Tonerde und Kalkstein sind Hauptbestandteile eines Zements, bei dem der Klinkeranteil auf 50 % reduziert werden kann - was zu deutlich weniger CO2-Emissionen im Herstellungsprozess führt.

JETZT BUCHEN

Alle Veranstaltungen zum Thema Bauen mit Beton finden Sie unter
www.beton.org/veranstaltungen

Partner-Anzeige