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Harte Bedachung

Nach Musterbauordnung (MBO) § 32 und den Landesbauordnungen (LBO) werden weiche und harte Bedachungen unterschieden. Harte Bedachungen sind nach ihrer Bauart und den verwendeten Bauprodukten widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme. (Weiche Bedachungen erfüllen diese Anforderungen nicht).

Maßgebliche Regelwerke sind die DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen und die DIN EN 13501 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten. Nach DIN 4102-4 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile zählen auch die Dachabdichtung, Dämmschichten, Lichtkuppeln sowie andere Abschlüsse für Dachöffnungen zur Bedachung. In der DIN 4102-4 Kapitel 8 Sonderbauteile sind alle Bedachungen aufgeführt, die ohne eine Prüfung die Anforderungen an harte Bedachungen erfüllen, das sind

  • Dachziegel und Dachsteine
  • Bedachungen aus natürlichen und künstlichen Steinen
  • bestimmte bituminöse Abdichtungen
  • Bedachungen aus Metall
  • 5 cm Kiesschüttung über beliebiger Bedachung
Teilweise gelten auch begrünte Dächer als harte Bedachung, die LBO haben für diese Dächer unterschiedliche Regelungen. Für andere Bedachungen ist eine Prüfung nach DIN 4102-7 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen erforderlich.

Im Rahmen der europäischen Harmonisierung wird es in Zukunft europäische Normen zur Klassifizierung und zur Prüfung von Bedachungen geben. Man kann sich grob an den bislang geltenden deutschen Baustoffklassen A (nicht brennbar) und B (brennbar) orientieren. Diese werden zukünftig jedoch von den europäischen Brandklassen von A (kein Beitrag zum Brand) bis F (keine Leistung festgestellt) ersetzt, die das Brandverhalten oder den Beitrag des Baustoffes zum Brand beschreiben. Eine Vornorm (Entwurf) für die europäische Prüfnorm existiert bereits mit der DIN V ENV 1187 Prüfverfahren zur Beanspruchung von Bedachungen durch Feuer von außen. Mit ihr werden Brandprüfungen von individuellen Bedachungen durchgeführt. Die Prüfergebnisse dienen dann als Grundlage für die Klassifizierungen nach DIN EN 13501-5 und/oder DIN 4102-7.

In der DIN EN 13501-5 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten ist die Klassifizierung mit den Ergebnissen aus Prüfungen von Bedachungen bei Beanspruchung durch Feuer von außen festgelegt, welche entsprechend den vier Prüfverfahren nach ENV 1187 durchgeführt wurde. So entspricht der bauaufsichtlichen Anforderung „Widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme“ (harte Bedachung) der Klasse BROOF (t1), wobei t1 für das erste Prüfverfahren nach DIN V ENV 1187 steht. Die DIN EN 13501-5 existiert derzeit noch gleichwertig neben der DIN 4102-7.

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