Schwimmbad Kibitzenau in Straßburg

Pfosten-Riegel-Fassade aus Stahl und Glas

Grundlegend saniert, umgebaut und erweitert, ist das 1965 eröffnete Schwimmbad im Straßburger Stadtteil Kibitzenau heute kaum wiederzuerkennen. Nach 50 Jahren Nutzungsdauer waren die Baumaßnahmen auch dringend notwendig geworden: Die Technik war veraltet, der Energieverbrauch zu hoch, die Bausubstanz marode. Zudem fehlte ein Nichtschwimmerbecken, damit hier nicht nur die Leistungssportler der Region Elsass auf ihre Kosten kommen, sondern auch die Anwohner des Stadtviertels. Dietmar Feichtinger Architectes aus Montreuil übernahmen die Planung sämtlicher Baumaßnahmen. Sie versahen das Gebäude mit einer neuen Edelstahl- und Glasfassade, verlegten den Eingang, reorganisierten die Büros und Funktionsräume und erweiterten den Bestand um einen Familienbereich mit Plansch- und Lehrschwimmbecken.

Gallerie

Der Zugang erfolgt über eine neue Eingangshalle an der nordöstlichen Gebäudeecke. Von hier werden die Umkleiden und Sanitärräume sowie der darüberliegende Veranstaltungsbereich mit angrenzender Tribüne für 400 Zuschauer erschlossen. Im ersten Obergeschoss befinden sich außerdem ein Fitnessraum, eine Cafeteria, die Büros und Lagerräume. Ein Atrium sorgt für die natürliche Belichtung der innenliegenden Räume auf dieser Etage. In seinem Boden sind sechs Oberlichter eingelassen, die die Umkleiden im Erdgeschoss mit Tageslicht versorgen.

Großzügige Verglasungen in der Eingangshalle geben den Blick auf die Außenanlagen und das Olympiabecken frei. Es verfügt über acht Bahnen, ist 50 x 20 Meter groß und zwischen 2,05 und 1,20 Meter tief. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde es mit Edelstahlblech ausgekleidet. Über dem Becken zeigt sich die tragende Konstruktion des ursprünglichen Schwimmbads. Sie wurde bei der Sanierung freigelegt und verleiht der Halle einen Industriecharakter. Schwarze Fliesen und ein ebenfalls schwarzer, geschliffener Asphaltboden verstärken diesen Eindruck. Gleichzeitig sorgen weiße Textilbespannungen zwischen den Betonträgern für eine gewisse Leichtigkeit. Sie verbessern außerdem die Akustik in der Schwimmhalle. Das darüberliegende Dach wurde erneuert und mit drei zusätzlichen Öffnungen in Form von Sheds zur Belichtung und Entlüftung ausgestattet. Unter den Sheds wurde die Tuchbespannung durch ein lichtdurchlässiges Netz ersetzt.

Das meiste Licht erhält die zwischen 8,00 und 11,50 Meter hohe Halle jedoch durch die verglaste Südwestfassade. Sie gibt den Blick frei auf die Liegewiese und verbindet den Bestand mit der Erweiterung an der südöstlichen Gebäudeseite. Er beherbergt den Familienbereich und verfügt über ein teilbares Lehrschwimmbecken mit integrierten Wasserspielen und Rutschbahn sowie ein Planschbecken für Kleinkinder. Neu- und Altbau sind durch Öffnungen in der tragenden Trennwand verbunden, lassen sich bei Bedarf aber durch Glasschiebeelemente separieren. Vor dem Erweiterungsbau lädt eine Holzterrasse zum Verweilen ein.

Glas
Die Fassade fasst die Erweiterung und den Bestand zu einem Baukörper zusammen. Sie ist als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Glaselementen und opaken Paneelen aus poliertem Edelstahlblech ausgebildet. Die Öffnungsanteile variieren je nach Himmelsrichtung und Funktionsbereich. Den größten Glasanteil weist die Südwestfassade auf. Während das Format der Metallpaneele mit 1,35 x 4,50 Meter immer gleich ist, betragen die üblichen Glasabmessungen der Zweischeiben-Isolierverglasungen in der Breite 2,30 Meter, in der Höhe zwischen 2,90 und 3,50 Meter. Press- und Deckleisten halten die Gläser vierseitig zwischen den Pfosten und Riegeln des Tragsystems. Die Gesamtfläche der Fassade misst rund 1.000 Quadratmeter.

Daneben kommen isolierverglaste Aluminiumfenster zum Einsatz. Ihr typischer Aufbau besteht aus 2 x 6 mm Verbundsicherheitsglas auf der Innenseite und 2 x 5 mm VSG auf der Außenseite. Die inneren Glastrennwände sind aus zweiachsig spannenden Verbundsicherheitsgläsern hergestellt. Darin eingelassen sind Ganzglasschiebetüren aus Einscheibensicherheitsglas.

Bautafel

Architekt: Dietmar Feichtinger Architectes, Montreuil
Projektbeteiligte: Quadriplus Groupe, Vaulx-en-Velin (Kostenermittlung, Haustechnik); Cogeci, Lyon (Tragwerksplanung); Thermibel, Grenobel (Akustik); Conseil HQE, Vaulx-en-Velin (Energieberatung); Atalus, Erstein Cedex (Fassadenbau); Saint-Gobain Pam, Pont-à-Mousson (Verglasung)
Bauherr: Communauté Urbaine de Straßburg
Fertigstellung: Juli 2014
Standort: 1 Rue de la Kibitzenau, 67100 Straßburg-Meinau
Bildnachweis: David Boureau und Barbara Feichtinger-Felber

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