Durchdringungen von Dachabdichtungen

Gemäß der Flachdachrichtlinie ist eine Durchdringung „ein Bauteil, das die Abdichtung und ggf. weitere Bauteilschichten durchdringt, z.B. Rohrleitung, Geländerstütze, Ablauf.“ Klassische Elemente sind zudem Schornsteine, Antennenmasten, Absturzsicherungen oder Blitzschutzanlagen.

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Durch die Zunahme von extremen Wetterereignissen, Regen, Eis, Schnee, Hitze und dadurch bedingte hohe Temperaturbelastungen sind Flachdächer heute höheren Beanspruchungen ausgesetzt denn je. Hinzu kommen Bewegungen aus der Unterkonstruktion und die zunehmende Nutzung als Dachterrassen, für Begrünungen und Photovoltaikanlagen. Jede Schwächung des Flachdachsystems muss sehr sorgfältig geplant und ausgeführt werden – jede Durchdringung der Dachfläche, gleich ob durch Lichtkuppeln, Abflüsse oder Dunstrohre, stellt eine solche Schwächung dar.

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Nicht nur hinsichtlich des Schutzes des Gebäudes vor eindringender Feuchtigkeit, auch unter dem Aspekt des Energieverlustes durch eine Schwächung der Homogenität der Wärmedämmschicht sind jegliche Durchdringungen zunächst einmal grundsätzlich zu vermeiden. Da dies nur in Ausnahmefällen möglich sein kann, sollte die Anzahl der Durchdringungen auf ein Minimum reduziert werden. Das heißt beispielsweise, Leitungen zu bündeln, bevor diese über Dach geführt werden und sie in Sammelschächten zusammenzufassen. Dies sieht ebenso die Flachdachrichtlinie vor. In diesem Regelwerk, ebenso wie in der DIN 18531: Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen sind Vorgaben zu Ausführung und Abständen von Dachdurchdringungen gemacht.

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Grundsätzlich sind Durchdringungen mittels Klebeflanschen, Dichtungsmanschetten, Klemmflanschen oder Flüssigabdichtungen auszuführen. Der Abstand zwischen den Durchdringungen und anderen Bauteilen muss mindestens 30 cm betragen, damit eine fachgerechte Ver- und Anarbeitung gewährleistet ist. Dieser Abstand ist grundsätzlich immer von der Flanschaußenkante zu messen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass diese Maßgabe z.B. im Bereich von Balkonentwässerungen oder bei Dunstrohren in unmittelbarer Attikanähe nicht ausreichend bzw. überhaupt nicht berücksichtigt wird. Auch eine Missachtung der Regel, Abdichtungen 10 bzw. 15 cm über die Oberkante des Dach-/Balkon-/Terrassenbelags zu ziehen, birgt in der Praxis ein hohes Schadenspotenzial.

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Im Bereich der Solar- und Klimaanlagen gibt es Lösungen, die ohne eine Durchdringung der Dachhaut auskommen. Für unvermeidbare Durchdringungen bieten die Hersteller von Abdichtungsbahnen verschiedene Formteile als Systemzubehör an.

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Flüssige Abdichtungen eignen sich gut zur Einbindung komplizierter Aufbauten wie Durchdringungen, Lichtkuppeln oder Dachabläufen

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Ein Flachdach bietet Dank seiner geringen Neigung den Vorteil, dass Ausrichtung und Winkel der zu montierenden Module flexibel eingestellt werden können.

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Nutzung Flachdach

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Durchdringungen des Flachdachaufbaus stellen mögliche Wärmebrücken dar.

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Normen

DIN 4108 Beiblatt 2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Wärmebrücken

Beim Nachweis für den Wärmeschutz können Wärmebrücken auf drei verschiedene Arten in Ansatz gebracht werden.

Für eine fachgerechte Ausführung von Flachdächern sollten stets Fachregeln und DIN-Normen Beachtung finden.

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Richtlinien/​Verordnungen

Flachdachrichtlinie

Über die Inhalte der Fachregel für Abdichtungen, herausgegeben vom ZVDH, die neben den DIN-Normen zu beachten ist.

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Anforderungen an Dachabdichtungen

Dachbahnen, egal ob frei bewittert, bekiest oder begrünt, unterliegen unterschiedlichen mechanischen, thermischen, chemischen und biologischen Beanspruchungen.

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Über die Inhalte der DIN 18531, deren Geltungsbereiche und Anwendungsklassen

Arten von Dachabdichtungen

Die Flachdächer dieses Gebäudes sind mit rot beschieferten Bitumenbahnen abgedichtet.

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Verschiedene Abdichtungsmaterialien und die Voraussetzungen für ihren Einsatz auf Flachdächern.

Befestigung von Abdichtungsbahnen

Bei Dachflächen, die größer als 100 m² sind, ist der Einsatz eines Schweißautomaten dringend zu empfehlen.

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Flüssige Abdichtungen eignen sich gut zur Einbindung komplizierter Aufbauten wie Durchdringungen, Lichtkuppeln oder Dachabläufen

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Durchdringungen von Dachabdichtungen

Blitzschutzanlage und Anschlageinrichtungen auf einem mit Bitumenbahnen abgedichteten Flachdach.

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Jede Schwächung des Flachdachsystems muss sehr sorgfältig geplant und ausgeführt werden – jede Durchdringung der Dachfläche stellt eine solche Schwächung dar.

Ökologische Unbedenklichkeit

Da Dachbahnen dauerhaft Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, müssen sie ökologisch unbedenklich und hydrolysebeständig sein.

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Dachbahnen sollten ökologisch unbedenklich und hydrolysebeständig sein, die verwendeten Baustoffe langlebig, schadstoffarm und recycelbar.

Widerstand gegen biologische und chemische Einwirkungen

An heißen Sonnentagen können Oberflächentemperaturen von über 50°C auf der Dachfläche auftreten.

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Welchen Einflüssen sind Abdichtungsbahnen ausgesetzt, wie lässt sich ihre Beständigkeit prüfen und welche Normen behandeln diese Thematik?

Widerstand gegen mechanische Beanspruchungen

Stufe 1 für hohe mechanische Beanspruchungen liegt zum Beispiel bei extensiver Begrünung vor.

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Einordnung von Abdichtungen in Bezug auf die mechanische Beanspruchung

Widerstand gegen thermische Beanspruchungen

Hohe thermische Beanspruchung liegt vor, wenn Dachabdichtungen der Witterungseinwirkung unmittelbar ausgesetzt oder nur mit leichtem Oberflächenschutz verlegt sind.

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Witterungseinflüsse wie Sonneneinstrahlung, Temperaturen, Niederschläge und Luftsauerstoff bewirken bei Kunststoffen und Bitumen Abbauvorgänge (Alterung).

Wurzelfestigkeit von Abdichtungsbahnen

Vorraussetzung für ein dichtes Dach ist eine durchwurzelungsfeste Abdichtung

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Entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik ist bei Dachbegrünungen eine wurzelfeste Abdichtung oder eine zusätzliche Maßnahme als Wurzelschutz erforderlich.

Zubehör von Dachabdichtungsbahnen

Gullyaufsatz

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Viele Dachbahnenhersteller bieten Formstücke und Anschlussmanschetten an.

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