Widerstand gegen thermische Beanspruchungen

Dachbahnen müssen einer Langzeitbewitterung standhalten. Witterungseinflüsse wie Sonneneinstrahlung, Temperaturen, Niederschläge und Luftsauerstoff bewirken bei Kunststoffen/Bitumen Abbauvorgänge (Alterung). DIN 18531 Dachabdichtungen, Teil 1 unterscheidet zwei Stufen thermischer Beanspruchung (A und B). Hohe thermische Beanspruchung (A) liegt vor, wenn Dachabdichtungen der Witterungseinwirkung unmittelbar ausgesetzt oder nur mit leichtem Oberflächenschutz verlegt sind. Mäßige thermische Beanspruchung (B) liegt vor, wenn Dachabdichtungen durch einen Oberflächenschutz vor hohen Aufheizungen und schnellen Temperaturänderungen geschützt sind.

Gallerie

Thermische Alterung
Jedes Material unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess, der durch chemische und biologische Umwelteinflüsse, begünstigt durch Staub und Schmutzablagerungen, die wiederum Pflanzenbewuchs, Moosbildung und sonstige schädliche Mikroorganismen fördern, beschleunigen wird. Zu den Kenntnissen der Eigenschaft eines Werkstoffes gehört auch das Wissen um das natürliche Alterungsverhalten, das bei Dachbahnen in erster Linie durch die Qualität des Materials bestimmt wird, wobei die Art und Güte der Ausgangsstoffe, das Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren eine wesentliche Rolle spielen. Das Verfahren zur künstlichen Alterung bei Dauerbeanspruchung durch erhöhte Temperatur ist in DIN EN 1296: Abdichtungsbahnen - Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen festgelegt, das Zug-Dehnungsverhalten von Kunststoff- und Elastomerbahnen in DIN EN 12311-2.

UV-Strahlung
Abdichtungsbahnen unterliegen der Beanspruchung durch UV-Strahlen. Um den Alterungsablauf zeitraffend und reproduzierbar nachzuahmen, werden sie der Bewitterung in Geräten ausgesetzt, mit denen die einwirkenden Klimafaktoren simuliert und gleichzeitig verstärkt werden. Die Globalstrahlung wird durch eine gefilterte Xenonbogenstrahlung simuliert. Durch periodisches Benässen der Probekörper soll eine ähnliche Beanspruchung geschaffen werden, wie sie im Freien durch Regen verursacht wird. Das Verfahren zur künstlichen Alterung bei kombinierter Dauerbeanspruchung durch UV-Strahlung, erhöhte Temperatur und Wasser ist in DIN EN 1297: Abdichtungsbahnen - Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen festgelegt.

Verhalten gegen Ozon
Mit dem dichter werdenden Straßenverkehr werden Stickoxide und Kohlenwasserstoffe in die Luft gebracht. Diese Abgase bewirken an heißen und wolkenfreien Sommertagen die Produktion von Ozon in Bodennähe. Da Ozon nicht nur sehr giftig ist, sondern auch stark oxidierend, kann es zu einem vorzeitigen Altern insbesondere von Kunststoff- und Elastomerbahnen führen.

Kälteeinwirkung
Insbesondere bei lose verlegten Dachdichtungsbahnen treten Schäden oft in der kalten Jahreszeit auf. Temperaturbedingte Zugkräfte können die Fixierungspunkte und die Nähte belasten. Eine in der Norm verankerte Prüfung der Abdichtung fehlt bis heute.

Widerstand gegen Hagelschlag
Statistisch gesehen muss alle zehn bis fünfzehn Jahre mit einem katastrophalen Hagelunwetter gerechnet werden, deren Auswirkungen insbesondere Dachbahnen ausgesetzt sind. In der Schweiz wurde deshalb eine Hagelschlagbeständigkeit von >17 m/s als Mindestanforderung für Neumaterial definiert. Untersuchungsergebnisse der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) haben gezeigt, dass das Alterungsverhalten ein wichtiger Einflussparameter ist. Daraus resultiert die Erhöhung der Mindestanforderung auf >25 m/s, nach Anforderungsprofil (AfP) der Europäischen Vereinigung dauerhaft dichtes Dach (ddDach). Die Bestimmung des Widerstandes gegen Hagelschlag ist in DIN EN 13583: Abdichtungsbahnen - Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen festgelegt.

Hydrolysebeständigkeit
Dachbahnen müssen hydrolysebeständig sein, d.h. sie müssen Feuchtigkeit in Verbindung mit Wärme standhalten, etwa längerer Lagerung in warmem Wasser, Sattdampf oder tropischem Klima. Hydrolyse bezeichnet die Zerlegung eines Stoffes durch Wasser, bei der sich Bestandteile mit toxischer Wirkung abspalten, die zur Belastung von Abwasser und Natur führen. Eine Hydrolyse kann beispielsweise bei Pfützen, auf einer frei bewitterten Dachfläche ohne ausreichendem Gefälle oder bei einer Dachbegrünung mit Wasseranstau stattfinden.

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