Übersicht und Lieferformen von Dämmstoffen

Gallerie

Dämmstoffe werden trotz ihrer sehr unterschiedlichen Materialien und der vielfältigen Ausführungsvarianten in nur fünf verschiedenen Lieferformen angeboten:

  • Platten bzw. Matten
  • Schäume
  • Schüttungen
  • Einblasprodukte
  • Stopfprodukte
Die Form der einzelnen Dämmungen ist einerseits abhängig von den Materialeigenschaften und andererseits von den Anwendungen. Die jeweilige Lieferform bedingt allerdings im entscheidenden Maße die Art der Verarbeitung. Am häufigsten sind Platten bzw. Matten. Im Folgenden werden die genannten Formen nach Ausgangsmaterial unterschieden und kurz vorgestellt.

Platten und Matten aus Faserdämmstoffen
Klassische Faserdämmstoffe sind die Mineralfasern, i.d.R. Glaswolle oder Steinwolle, sie sind nicht brennbar (weitere Eigenschaften der einzelnen Materialien finden Sie im Kapitel Dämmstoffe.) Eine weitere Produktgruppe der Faserdämmstoffe wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, wie z.B. Holz, Flachs, Hanf, Kokos, Kork, Schafwolle oder Zellulose. Die Unterscheidung Matte und Platte ist von der Formbeständigkeit abhängig. Platten sind formbeständig und verfügen i.d.R. über einen Falz, um Wärmebrücken zu minimieren. Matten werden auch als Rollenware vertrieben und sind mechanisch zu fixieren.
Anwendungen: Dämmung der Fassade/Hülle im Skelettbau oder Massivbau, allerdings nicht gegen das Erdreich; außerdem die Dachdämmung flach und geneigt sowie die Dämmung unter Estrichen. Auch haustechnische Anlagen wie Lüftungskanälen, Heizungsrohre und raumakustische Maßnahmen können mithilfe von Platten und Matten aus Faserdämmstoffen gedämmt werden.

Platten aus kunststoffbasierten Hartschäumen
Die geläufigsten Hartschäume aus Kunststoff sind Polystyrol-Hartschäume. Auf Grund der Herstellungsart wird unterschieden zwischen XPS und EPS. Polyurethan-Hartschäume werden sowohl aus Kunststoff als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Hartschäume weisen ebenfalls, wie die Faserdämmstoffe, eine große Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten auf, ihr Vorteil liegt in der Anwendbarkeit in feuchtebelastetem Umfeld, so z.B. auch im Erdreich.
Anwendungen: Dämmung der gesamten Hülle im Massivbau; Dachdämmung flach und geneigt (Aufsparrendämmung) und eine Dämmung unterhalb von Estrichen.

Platten aus mineralischen Rohstoffen
Platten aus Schaumglas werden im Wesentlichen aus Recyclingglas hergestellt; Mineraldämmplatten sind aus Kalk, Sand, Zement und Wasser; Kalzium-Silikat-Platten aus Kalksilikate, vermischt mit Zellstoff. Bei allen drei Arten entstehen bei der Produktion viele sehr kleine Luftporen, sie können Feuchtigkeit aufnehmen und sind formbeständig.
Anwendungen: Dämmung der Hülle im Massivbau; Dämmung von Dächern, flach und geneigt (Aufsparrendämmung), Innendämmung (Böden, Decken und Wände)

Ortschaum aus Schaumkunststoffen
Ortschäume werden mittels transportabler Maschinen „am Ort“ aus flüssigen Komponenten zu einem Schaumstoff verarbeitet. Die gängigen Ortschäume bestehen aus Polyurethan und aus Harnstoff-Formaldehydharz.
Anwendungen: Ortschäume aus PUR werden überwiegend lokal zum Ausschäumen von Hohlräumen oder im Bereich der Kälte- und Wärmedämmung von betriebstechnischen Anlagen verwendet.

Schüttungen aus Faser- und mineralischen Dämmstoffen
Schüttungen aus faserigen oder körnigen Materialien werden als lose Materialien zur Dämmung von Hohlräumen eingebracht. Ihre Rohstoffe sind aus mineralischer oder pflanzlicher Basis, Arten sind z.B. Granulate aus Blähglas, Holz, Schaumglas, Kork, PUR, aber auch Hanf, Grasfasern, Blähton, Silikatschaum.
Anwendungen: Sie kommen häufig als druckbelastbare Dämmung oder Ausgleichsschicht unter Estrichen zum Einsatz, als Dämmung der obersten Geschossdecke oder als Leichtschüttung bei der Dachdämmung. Lose Schüttungen aus verrottungsbeständigen Material finden auch als Perimeterdämmung Verwendung.

Einblasdämmstoffe
Diese Dämmstoffe liegen als Granulat oder in Faserform vor und werden mittels einer Einblasmaschine in Hohlräume eingebracht. Rieselfähige Materialien sind beispielsweise Perlite, Granulate aus EPS, XPS, Silikatleichtschaum und Aerogel. Diese verdichten sich gut und passen sich kleinen Hohlräumen an, allerdings besteht die Gefahr von Durchrieselungen bei nicht komplett geschlossenen Hohlräumen.
Faserige Einblasdämmstoffe, wie Mineralfaser, Grasfaser, Holzfaser, Hanf und Zellulose, verhaken sich ineinander und verhindern ein Durchrieseln. Diese müssen verdichtet werden, damit keine Hohlräume bleiben.
Anwendungen: Sie eignen sich als Dämmung von Dachschrägen, Kuppeln, Holzrahmenkonstruktionen, Installationsschächten sowie als nachträgliche Kerndämmung und als Dämmung der obersten Geschossdecke.

Stopfdämmstoffe
Stopfdämmstoffe werden aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen, wie beispielsweise Flachs, Hanf, Kokosfaser und Schafwolle und auch aus Mineralwolle hergestellt.
Anwendungen: Diese losen, faserigen Dämmstoffe kommen meist nur als Ergänzung zu anderen Materialien zum Einsatz, um Wärmebrücken an Hohlräumen und Fugen, vor allem im Bereich der Altbausanierung zu verhindern oder Anschlüsse von Fenstern und Türen abzudichten.

Außerdem werden auf dem Markt auch Verbundsysteme angeboten, wie z.B. Vakuumisolationspaneele, oder Putze mit Leichtmittelzuschlägen wie EPS, die in dieser Auflistung unberücksichtigt blieben.
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