Historische Entwicklung von Dämmstoffen

Die klimatischen Verhältnisse in den nördlichen und südlichen Breitengraden zwingen den Menschen seit jeher, sich mit dem Thema Wärmedämmung zu beschäftigen. Seit Jahrtausenden nutzen wir das Prinzip der geringen Wärmeleitfähigkeit ruhender Luftschichten für den Wärmeschutz. Bereits in der Bronzezeit wurden in waldreichen Gebieten schilf- oder strohgedeckte Blockhäuser gebaut, die über einen guten Wärmeschutz verfügten.

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Erstaunlich ist, dass sogar die  Wände in der Bronzezeit schon zweischalig gebaut wurden. Mit zwei lehmbeworfenen Flechtwänden, deren Zwischenraum mit trockenem Gras gefüllt wurde, waren hervorragende Dämmwerte zu erzielen; erst die Wärmeschutzverordnung von 1995 erreichte wieder ähnliche Werte. Bis in die heutigen baukonstruktiven Maßnahmen, wie z.B. das zweischalige Mauerwerk, wurde das Prinzip der ruhenden Luftschichten immer wieder aufgenommen.

Motivation für den Einsatz von Dämmstoffen waren Anfang des 20. Jahrhunderts die Kühlhäuser, die mit der Entwicklung der Kältetechnik möglich wurden. Als erste Dämmstoffe kamen Kork, Glaswolle und Vulkanfiber zum Einsatz.

Durch die technischen Möglichkeiten Decken, Wände und die Gebäudehülle auf das statisch erforderliche Maß zu beschränken und natürlich auch durch die steigenden Anforderungen an Wohnkomfort bzw. Feuchteschutz gewann der bauliche Wärmeschutz an Bedeutung. Verwendet wurden damals in erster Linie Holzwolle, Kork, Flachs, Baum- und Schafwolle, Leichtbaustoffe auf der Basis von Bims oder Schlacke und mineralische Fasern. Mit Beginn der Chemieindustrie entstanden in den vierziger Jahren erste Kunstharzschäume.

Die 1937 eingeführte DIN 4106 Richtlinien für die Mauerdicken der Wohnungsbauten und statisch ähnlicher Bauten definierte erstmals die Grundlagen für die Anforderungen an Wanddicken nach Klimazonen. Die ersten Mindestanforderungen für den Wärmeschutz im Hochbau entstanden 1952 mit der DIN 4108 Richtlinien für den Wärmeschutz im Hochbau. Weitere Impulse für die Entwicklung und den Einsatz von Dämmstoffen kamen in den siebziger Jahren als Folge der Energiekrise durch die 1. Wärmeschutzverordnung 1977 und deren folgende Energieeinsparvereordnungen (EnEV). Ihren bisherigen Höhepunkt in Entwicklung und Einsatz haben Dämmstoffe in der Passivhaustechnologie bzw. in der Forschung über Null-Energie-Häuser. Deren Dämmstandard erreicht eine Qualität, die die Gebäude ohne aktive Heizsysteme auskommen lässt.

Quelle u.a.: Staeves, I. Wärmedämmung in der Bronzezeit. Fundberichte aus Hessen, Selbstverlag des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen

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