Dämmstoffe und Energieeffizienz

Im Allgemeinen ist mit Energieeffizienz das Verhältnis eines bestimmten Nutzens zu dem dafür notwendigen Energieeinsatz gemeint. Zum Beispiel ist die Bereitstellung von Licht oder Wärme umso energieeffizienter, je weniger Energie dafür eingesetzt werden muss.

Gallerie

Mehrere Faktoren bestimmen die Energieeffizienz von Gebäuden:

  • Lage, Ausrichtung und Form des Gebäudes
  • Auswahl der Baumaterialien
  • Art der Gebäudehülle
  • Art und Umfang der technischen Ausrüstung
  • Energieverbrauch im Betrieb, zum Beispiel durch Heiz-, Kühl-, Lüftungs- und Beleuchtungsanlagen
  • Rückgewinnung von Wärme

Immer noch wird die in Deutschland benötigte Energie für Licht, Wärme und Transport hauptsächlich mit fossilen und nuklearen Brennstoffen erzeugt. Bis sie zu den Endverbrauchern gelangt, sind verschiedene Umwandlungs- und Transportprozesse erforderlich, bei denen große Mengen dieser Energie verloren gehen. Geothermie, Wind- und Sonnenenergie können standortnahe Alternativen sein, doch auch sie erfordern technische Anlagen, deren Herstellung, Betrieb und Instandhaltung oftmals mit fossilen oder nuklearen Energiequellen anderenorts verbunden sind.

Dämmmaßnahmen
Eine wirksame Alternative dazu ist weniger Energie zu verbrauchen, insbesondere durch Veränderungen im Betrieb von Heiz-, Kühl-, Lüftungs- und Beleuchtungsanlagen sowie anderen Elektrogeräten. Zusätzlich lässt sich die Energieeffizienz von Gebäuden erhöhen, etwa mithilfe von bauphysikalischen Effekten und Dämmmaßnahmen. Während der Planung sind Überlegungen zu den klimatischen Anforderungen des Standorts und der verschiedenen möglichen Gebäudenutzungen essentiell, um die Notwendigkeit und den Umfang von Dämmmaßnahmen zu bestimmen. Insbesondere überall dort, wo Heizanlagen für angenehme Temperaturen in Innenräumen sorgen sollen, hat eine gut isolierte Gebäudehülle einen großen Einfluss auf den Energieverbrauch im Betrieb.

Der Einsatz von Dämmstoffen in den Schichtaufbauten ist allerdings mit einigen Problemen verbunden: Spätere Änderungen etwa an Materialien und Schichtdicken sind nicht unmöglich, können jedoch erhebliche Kosten und Abfallmengen verursachen. Nicht alle Dämmstoffe lassen sich zerstörungsfrei von anderen Baumaterialien trennen und anschließend wiederverwenden oder umweltverträglich entsorgen oder recyclen. Als Alternativen zu Dämmprodukten lassen sich Sonnenwärme, Windbewegungen und räumliche, thermisch wirksame Pufferzonen nutzen.

Energieeffizienz und Gebäudeenergiegesetz GEG

Energieeffizienz spielt auch im Gebäudeenergiegesetz GEG eine Rolle: Im Energieausweis wird auf einer Farbskala deutlich, welcher Effizienzklasse das betreffende Gebäude zugeordnet ist. Welche Klassen es gibt, kann in der der GEG Anlage 10 nachgelesen werden. Für die zur Einordnung des Gebäudes notwendige energetische Bilanzierung wird der Energiebedarf primärenergetisch bewertet. Somit werden auch Gewinnung, Umwandlung und Transport des jeweiligen Energieträgers und deren Verluste mittels des Primärenergiefaktors berücksichtigt. Bei Wohngebäuden muss zusätzlich der Wärmeverlust durch die Gebäudehülle berücksichtigt werden. Dazu sind in GEG Anlage 1 Höchstwerte des spezifischen, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlust H’T zu finden:

Neubau

  • freistehendes, kleines Wohnhaus, max. 350 m2: 0,40 W/(m2K)
  • einseitig angebautes Wohnhaus: 0,45 W/(m2K)
  • freistehendes, kleines Wohnhaus, min. 350 m²: 0,50 W/(m2K)
  • alle anderen Wohngebäude: 0,65 W/(m2K)
Bestand
  • Wohnhaus über 50 m² erweitern oder ausbauen: 0,65 W/(m2K) 
Für Nichtwohngebäude müssen die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten berechnet und mit den in der GEG Anlage 3 gegebenen Höchstwerten vergleichen werden. Im Unterschied zu Wohngebäuden können Nichtwohngebäude unterschiedliche Temperaturzonen aufweisen:
  • normaltemperierte Zonen: T ≥ 19 °C
  • niedertemperierten Zonen: 12 < T < 19 °C
  • unbeheizte Zonen: T < 12 °C

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