Klar strukturierte Gebäudegruppe umfasst einen Übungshof
Einen ganzen städtebaulichen Block nimmt die neue Feuer- und
Rettungswache 5 in Stuttgart-Möhringen ein, und fasst einen
Übungshof als funktionales Zentrum. Bär Stadelmann Stöcker
Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als
räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen. Die ringförmige
Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem
Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und
Logistikbereiche. Die Dienststelle ist rund um die Uhr
einsatzbereit, und die Verantwortlichen übernehmen weit mehr
Aufgaben als den klassischen Feuerwehrdienst.
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Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen.
Die ringförmige Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und Logistikbereiche.
Bild: Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner
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Grundriss Erdgeschoss
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Grundriss Regelgeschoss
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Einrichtungen an einem Standort gebündelt
Der Neubau ersetzt den bisherigen Standort der Feuerwache
Degerloch und bündelt zahlreiche Einrichtungen, die bislang auf
mehrere Standorte verteilt waren. Neben der Berufsfeuerwehr und dem
Rettungsdienst sind hier das Katastrophenschutzzentrum, die
Logistik der Freiwilligen Feuerwehr, die Höhen- und Tiefenrettung
sowie Teile der Aus- und Fortbildung untergebracht. Ergänzt wird
das Raumprogramm durch eine redundante Notbetriebsstelle des
Einsatzleitsystems SIMOS. Damit entstand im Süden der
baden-württembergischen Landeshauptstadt ein zentraler Baustein
kommunaler Sicherheitsinfrastruktur.
Der Entwurf basiert auf einem 2015 ausgelobten
Realisierungswettbewerb, den das Team von Bär Stadelmann Stöcker
für sich entschieden hatte. Die weitere Planung und Ausführung
übernahmen Wenzel + Wenzel Architekten. Auf einer Bruttogrundfläche
von rund 14.260 Quadratmetern entstanden etwa 9.260 Quadratmeter
Nutzfläche für zirka 130 Beschäftigte. Seit der Inbetriebnahme im
Jahr 2024 dient der Neubau als Feuer- und Rettungswache,
Ausbildungsstandort und logistisches Zentrum.
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Die ringförmige Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und Logistikbereiche.
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Grundriss Erdgeschoss
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Grundriss Regelgeschoss
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Schnitt
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Gebäudegruppe umfasst einen Innenhof
Das Grundstück auf dem ehemaligen Hansa-Areal bildet den
Übergang zwischen Gewerbe- und Wohnbebauung. Daher entschieden sich
die Architekten für eine viergliedrige Gebäudegruppe, welche einen
gemeinsamen Innenhof umschließt. Der Hof bildet das
organisatorische Zentrum der Anlage: Sämtliche Abteilungen sind von
dort erreichbar, und zugleich ist der interne Einsatz- und
Übungsbetrieb vor Einblicken geschützt. Die Ausbildung,
Fahrzeugbewegungen und logistische Abläufe konzentrieren sich im
Inneren des Ensembles, während die Feuer- und Rettungswache nach
außen ein ruhiges und klares Erscheinungsbild zeigt.
Beim Eintritt in das Gebäude öffnet sich ein großzügiges Foyer,
welches unterschiedliche Nutzungsbereiche verbindet. Verglaste
Erschließungszonen und Lichthöfe bringen Tageslicht tief in die
Baukörper und schaffen Sichtbezüge zwischen den Gebäuderiegeln. Das
erleichtert die Orientierung, und der Gebäudekomplex bleibt trotz
der Größe übersichtlich.
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Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen.
Die ringförmige Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und Logistikbereiche.
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Grundriss Erdgeschoss
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Grundriss Regelgeschoss
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Kurze Wege für den Einsatz
Die innere Organisation folgt den betrieblichen Abläufen. Die
Fahrzeughallen der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes liegen
einander gegenüber an den Längsseiten, die Ausfahrt führt zur
Sigmaringer Straße im Nordosten. An die Hallen schließen
Werkstätten, Waschhalle, Lager- und Technikbereiche an. Darüber
sind Bereitschafts-, Büro- und Aufenthaltsräume angeordnet, um
kurze Wege zu ermöglichen. Ein Parkdeck für die Autos der
Mitarbeitenden befindet sich über der nordwestlichen
Fahrzeughalle.
Im östlichen Gebäudeflügel befinden sich Räume für den
Landesfeuerwehrverband und die Jugendfeuerwehr, während im
nördlichen Riegel Schulungsräume, Sport- und Trainingsbereiche
sowie die Kantine untergebracht sind. Aus diesem Gebäudeteil
entwickelt sich der markante Übungsturm, der von außen zugänglich
und unabhängig nutzbar ist. Vorrangig dient er zur Ausbildung der
Höhen- und Tiefenrettung.
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Grundriss Erdgeschoss
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Grundriss Regelgeschoss
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Robuste Architektur
Rotbraune Klinkerfassaden mit regelmäßigen, kleinen
Fensteröffnungen bestimmen die äußere Erscheinung. Die kantigen
Volumen mit präzise gesetzten Öffnungen und weitgehend
geschlossenen Wandflächen knüpfen an die sachliche
Industriearchitektur an; sie verleihen dem Ensemble eine robuste,
langlebige Materialität. Mit ihren unterschiedlichen Höhen
reagieren die Gebäude auf den Maßstab der umgebenden Bebauung.
Lediglich der straßenseitige Riegel und der Übungsturm sind weithin
sichtbar.
Innen dominieren Sichtbeton, Stahl und Holz. Großzügige
Verglasungen sorgen für Transparenz zwischen den Funktionsbereichen
und eröffnen Sichtbezüge zum Übungshof. Die von verschiedenen
Seiten belichteten Erschließungszonen unterstützen eine angenehme
Arbeitsatmosphäre.
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Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen.
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Grundriss Erdgeschoss
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Brandschutzaspekte
Aspekte des Brandschutzes sind bei einem solchen Gebäude der
kritischen Infrastruktur von vorneherein in die Planung
einzubeziehen. Das architektonische und räumliche Konzept muss
einen dauerhaft leistungsfähigen und sicheren Betrieb
gewährleisten. Im Unterschied zu vielen anderen Gebäuden muss bei
einer Feuer- und Rettungswache die Einsatzfähigkeit auch während
eines Schadensereignisses erhalten bleiben. Der Brandschutz dient
daher nicht allein dem Schutz von Personen und Sachwerten, sondern
vor allem dem Erhalt betrieblicher Kernfunktionen. Ein Brand in
einer Fahrzeughalle, einem Werkstattbereich oder einer technischen
Zentrale darf nicht dazu führen, dass der gesamte Standort seine
Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.
Durch die ringförmige Organisation ist der Neubau in klar
definierte Funktionsbereiche mit unterschiedlichen betrieblichen
Anforderungen aufgegliedert. Fahrzeughallen, Werkstätten, Lager,
Verwaltungsbereiche sowie Schulungs- und Aufenthaltsräume sind
ihrer Nutzung entsprechend angeordnet und lassen sich
brandschutztechnisch trennen. Die funktionale Organisation schafft
die Voraussetzung, mögliche Auswirkungen eines Brandereignisses auf
einzelne Gebäudeteile zu begrenzen und wesentliche Bereiche der
Feuerwache weiterhin nutzen zu können.
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Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen.
Die ringförmige Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und Logistikbereiche.
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Grundriss Erdgeschoss
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Alarmierung statt Evakuierung
Eine Besonderheit von Feuerwachen besteht in den gegenläufigen
Bewegungsabläufen im Alarmfall: Während Besucherinnen und Besucher
das Gebäude über die vorgesehenen Rettungswege verlassen, bewegen
sich alarmierte Einsatzkräfte auf kürzestem Weg zu den
Fahrzeughallen und Einsatzfahrzeugen. Die innere Erschließung muss
also Alarmierung und Räumung ermöglichen, ohne dass diese sich
behindern. Die kompakte Gebäudeorganisation unterstützt diese
Anforderungen. Klare Sichtbezüge, übersichtliche
Erschließungsflächen und eine konsequente Zuordnung der
Nutzungsbereiche ermöglichen auch unter Zeitdruck rasche
Orientierung.
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Bär Stadelmann Stöcker Architekten und Stadtplaner entwarfen eine klare Gebäudefigur als räumliche Antwort auf komplexe Anforderungen.
Die ringförmige Organisation der zwei- bis dreigeschossigen Gebäuderiegel und einem Übungsturm bestimmt sämtliche Einsatz-, Ausbildungs- und Logistikbereiche.
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Grundriss Erdgeschoss
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Grundriss Regelgeschoss
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Kritische Infrastruktur
Eine Besonderheit des Neubaus ist die Integration einer
Notbetriebsstelle für das Stuttgarter Einsatzleitsystem SIMOS
(Leitstelle für Sicherheit und Mobilität in Stuttgart). Sie dient
als redundanter Ausweichstandort der Integrierten Leitstelle und
ermöglicht es, wesentliche Führungs- und Koordinierungsaufgaben der
Gefahrenabwehr auch dann fortzuführen, wenn der reguläre
Leitstellenbetrieb infolge eines technischen Defekts oder eines
Schadensereignisses eingeschränkt ist. Für diese Funktion wurden
innerhalb der Feuerwache dauerhaft verfügbare technische
Infrastrukturen geschaffen. Hierzu gehören unter anderem ein
eigener Serverbereich, vorbereitete Bildschirmarbeitsplätze sowie
die erforderlichen Kommunikations- und Fernwartungseinrichtungen,
um den Ausweichbetrieb kurzfristig aufnehmen zu können. Die Feuer-
und Rettungswache übernimmt damit Aufgaben, die weit über den
eigentlichen Wachbetrieb hinausgehen.
Gesundheitsschutz als Bestandteil der Sicherheitsstrategie
Zur inneren Organisation der Feuerwache gehört eine konsequente
Schwarz-Weiß-Trennung. Im Raumprogramm sind
Schleusen vorgesehen, die an den Bereich der persönlichen
Schutzausrüstung anschließen. Einsatzkräfte können dort nach
kontaminierenden Einsätzen belastete Schutzkleidung ablegen, bevor
sie die Aufenthalts-, Bereitschafts- und Sozialbereiche
betreten. Die Trennung dient in erster Linie dem
Gesundheitsschutz; sie verhindert die Verschleppung von
Brandrückständen oder anderen Schadstoffen innerhalb des Gebäudes.
Zugleich unterstützt sie die Betriebsorganisation: Reinigung,
Prüfung, Lagerung und Bereitstellung der persönlichen
Schutzausrüstung erfolgen in einem eigenen Funktionsbereich, ohne
die übrigen Abläufe zu beeinträchtigen.
Blick auf die Fahrzeughalle der neuen Feuerwache nach Plänen des Berliner Architekturbüros Rimpau Bauer Derveaux
Bild: David Hiepler, Berlin
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Holzbau mit Gründach: Abweichungen von der Bauordnung ließen sich mithilfe einer Brandmeldeanlage kompensieren.
Im Randbereich der Stadt wirkt die von Supergelb Architekten geplante Feuerwache Levrkusen als Orientierungsmarke.
Bild: Annika Feuss
Büro/Gewerbe
Hauptfeuer- und Rettungswache in Leverkusen
Die neue Wache bietet nicht nur ausreichend Platz für die Feuwerwehr samt Fuhrpark, sondern ermöglicht den Einsatzkräften auch, in kürzester Zeit zum Einsatzort zu gelangen.
Tipps zum Thema
Bücher
Feuerwehrbauten – Handbuch und Planungshilfe
Nachschlagewerk, Ideengeber, Kommentar zur Normenlage und engagiertes Plädoyer für eine Baukultur, die Sicherheit, Funktion und Gestaltung zusammenführt
Klar strukturierte Gebäudegruppe umfasst einen Übungshof
Die besondere Lage prägt sämtliche planerischen Entscheidungen – von der Konstruktion über die Gebäudetechnik bis hin zu den Brandschutzmaßnahmen.
Bild: Günter Richard Wett, Innsbruck
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Bild: Sebastian Schels, München
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Bild: Markus Rohrbacher, Radstadt
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Bild: Christian Schramm, Bregenz
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Bild: Farah Lieten, Gent
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Bild: Philip Heckhausen, Zürich
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Bild: Jan Bitter, Berlin
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Blick auf die Fahrzeughalle der neuen Feuerwache nach Plänen des Berliner Architekturbüros Rimpau Bauer Derveaux
Bild: David Hiepler, Berlin
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Bild: Roland Halbe, Stuttgart
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Bild: Jochen Weissenrieder, Freiburg
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Bild: Brigida González, Stuttgart
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Bild: Sebastian Schels, München
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Bild: David Schreyer, Wörgl
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